GBP/USD Übersicht. 21. April. Der Markt ist des Krieges müde

Das Währungspaar GBP/USD zeigte sich am Montag recht ruhig, auch wenn sich die Trader in der zweiten Tageshälfte daran erinnerten, dass es Zeit zum Handeln war. Anstatt des unter den aktuellen Umständen erwarteten Anstiegs des US-Dollars sahen wir jedoch eine Aufwertung des Britischen Pfunds. Die Erklärung dafür liegt auf der Hand: Der geopolitische Faktor ist nicht mehr der zentrale Motor des Marktes. Der Krieg im Nahen Osten war in den vergangenen zwei Monaten der einzige Grund für die Stärke des Dollars, doch wir haben wiederholt darauf hingewiesen, dass der Markt den Dollar nicht dauerhaft ausschließlich auf Basis dieses Faktors kaufen kann und dabei alle anderen ausblendet. Der Aufwärtstrend von 2022 ist weiterhin intakt, ebenso der Aufwärtstrend von 2025. Die meisten fundamentalen und makroökonomischen Faktoren bleiben für den Dollar deutlich negativ. Daher rechnen wir nach wie vor damit, dass das GBP/USD-Paar im Jahr 2026 steigen wird.

Sollten wir mit einem neuen Aufschwung des US-Dollars rechnen, falls der Krieg im Nahen Osten wieder aufflammt? Wahrscheinlich ja, aber dies würde sich nicht in einen nachhaltigen Trend einfügen. Ein solcher Anstieg dürfte nun eher in Form einzelner Episoden auftreten. Natürlich könnte sich der Krieg über den Nahen Osten hinaus ausweiten (was nicht auszuschließen ist), die Straße von Bab al-Mandab könnte blockiert werden (was die Lage auf den Öl- und Gasmärkten weiter verschlechtern würde), und die Trader würden erneut das Risiko meiden. Bleibt die Situation jedoch einfach so, wie sie derzeit ist, gibt es keine neuen Gründe für einen Anstieg des US-Dollars. Jeder, der seine Vermögenswerte vor Risiken schützen wollte, hat dies bereits getan.

Sollten wir erwarten, dass der Markt zur Analyse makroökonomischer und fundamentaler Ereignisse zurückkehrt? Voraussichtlich ja. Wenn der Einfluss des geopolitischen Faktors nach und nach abnimmt, wird sich die Wirkung der Makro- und Fundamentaldaten entsprechend verstärken. Daher könnten wir in naher Zukunft viele Bewegungen sehen, die auf den ersten Blick keinen logischen Sinn ergeben. So hat der Markt am Freitag den Dollar gekauft, nachdem die Öffnung der Straße von Hormus bekannt gegeben wurde, am Montag führten jedoch zahlreiche negative geopolitische Meldungen dazu, dass der Dollar verkauft wurde. Zu viele widersprüchliche Faktoren beeinflussen derzeit die Stimmung der Trader, und der Strom geopolitischer Nachrichten ändert laufend seine Richtung.

Es ist bemerkenswert, dass es am Montag weltweit keine nennenswerten Ereignisse außerhalb der Geopolitik gab. Am Mittwoch könnten die USA und der Iran die Kampfhandlungen wieder aufnehmen, und weitere Konfliktparteien dürften sich anschließen. Aus technischer Sicht muss das GBP/USD-Paar auf dem Tages-Chart die Senkou-Span-B-Linie überwinden, um realistische Hoffnungen auf eine Wiederaufnahme des Aufwärtstrends zu rechtfertigen. Diese Linie hatte die letzte leichte Abwärtskorrektur ausgelöst. Im 4-Stunden-Chart bleibt der Aufwärtstrend bestehen, und heute werden in den USA und im Vereinigten Königreich mehrere interessante Daten veröffentlicht, an denen sich zeigen wird, ob der Markt bereit ist, zur Analyse wirtschaftlicher Faktoren zurückzukehren.

Die durchschnittliche Volatilität des GBP/USD-Paares in den letzten 5 Handelstagen beträgt zum Stand vom 21. April 74 Pips und wird als „durchschnittlich“ eingestuft. Daher erwarten wir am Dienstag, dem 21. April, eine Bewegung innerhalb einer Spanne zwischen 1,3462 und 1,3610. Der obere lineare Regressionstrendkanal hat nach unten gedreht, was auf einen Trendwechsel hinweist. Der CCI-Indikator ist in den überkauften Bereich eingetreten und hat eine „bärische“ Divergenz ausgebildet, die auf eine bevorstehende Abwärtskorrektur hindeutet. Eine „bullische“ Divergenz signalisiert eine Trendumkehr.

Nächste Unterstützungsniveaus:S1 – 1,3489S2 – 1,3428S3 – 1,3367Nächste Widerstandsniveaus:R1 – 1,3550R2 – 1,3611R3 – 1,3672Handelsempfehlungen:

Das GBP/USD-Paar setzt seine Erholung nach zwei „Monaten der Geopolitik“ fort. Die Politik von Donald Trump wird weiterhin Druck auf die US-Wirtschaft ausüben, weshalb wir 2026 nicht mit einem Wachstum der US-Währung rechnen. Langpositionen mit Zielen bei 1,3916 und darüber bleiben daher so lange aktuell, wie sich der Kurs über dem gleitenden Durchschnitt befindet. Befindet sich der Kurs unterhalb der gleitenden Durchschnittslinie, können auf geopolitischer Grundlage Short-Positionen mit Kurszielen bei 1,3428 und 1,3367 in Betracht gezogen werden. In den vergangenen Monaten haben nahezu alle Nachrichten und Ereignisse gegen das britische Pfund gearbeitet und damit den Abwärtstrend verlängert. Die Geopolitik stützt den Dollar jedoch nicht mehr, und das Pfund fühlt sich nun freier.

Erläuterungen zu den Abbildungen:

Lineare Regressionstrendkanäle helfen, den aktuellen Trend zu bestimmen. Zeigen beide in dieselbe Richtung, bedeutet dies, dass der Trend derzeit stark ist;

Die gleitende Durchschnittslinie (Einstellungen 20,0, geglättet) bestimmt den kurzfristigen Trend und die Richtung, in die aktuell gehandelt werden sollte;

Murray-Level sind Zielmarken für Bewegungen und Korrekturen;

Volatilitätsniveaus (rote Linien) geben auf Basis der aktuellen Volatilitätswerte den wahrscheinlichen Preiskorridor an, in dem sich das Paar am nächsten Tag bewegen wird;

Der CCI-Indikator – sein Eintritt in den überverkauften Bereich (unter -250) oder den überkauften Bereich (über +250) weist darauf hin, dass sich eine mögliche Trendumkehr in die entgegengesetzte Richtung nähern könnte.