Heute, am Dienstag, setzt Gold in der ersten Hälfte der europäischen Sitzung seine Tagesverluste fort und notiert weiter unter der Marke von 4.800 $, wenngleich der Kurs noch über den am Vortag verzeichneten Wochentiefs liegt.
Marktteilnehmer bleiben hinsichtlich der Aussichten auf eine mögliche Einigung zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran angesichts der anhaltenden Spannungen in der Straße von Hormuz vorsichtig. Im Rahmen einer Seeblockade haben US-Marinekräfte im Golf von Oman ein unter iranischer Flagge fahrendes Handelsschiff festgesetzt. Als Reaktion darauf blockierte Teheran erneut diese strategisch wichtige Route, was die Ölpreise stützt. Steigende Ölpreise treiben wiederum die Inflationserwartungen an und stärken den US‑Dollar, was Druck auf Gold ausübt. Gleichzeitig erscheint das Potenzial für weitere Dollar-Gewinne begrenzt, da die Wahrscheinlichkeit einer weiteren geldpolitischen Straffung durch die Federal Reserve abnimmt. Laut dem FedWatch‑Tool von CME Group schätzt der Markt die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung bis zum Jahresende auf etwa 45–50 %, was das Aufwärtspotenzial des US‑Dollars begrenzt und gleichzeitig das Edelmetall unterstützt.
Der Sprecher des iranischen Parlaments, Mohammad Bagher Ghalibaf, betonte, dass Teheran nicht bereit sei, unter Drohungen zu verhandeln. Außenminister Abbas Araghchi wies zudem darauf hin, dass fortgesetzte Verstöße der Vereinigten Staaten gegen die Waffenruhe den diplomatischen Prozess erheblich erschweren. Gleichwohl deuten eingehende Informationen darauf hin, dass die iranische Delegation weiterhin plant, zu Verhandlungen nach Islamabad zu reisen. Es ist daher wichtig, die Nachrichtenlage zu den Beziehungen zwischen den USA und dem Iran genau zu verfolgen, da diese die Marktvolatilität weiterhin antreiben könnte. Ein weiterer Faktor für den Handel am Dienstag werden die Ausführungen des designierten Vorsitzenden der Federal Reserve, Kevin Warsh, sein, die neue Impulse für den Goldpreis liefern könnten. Das derzeit gemischte fundamentale Umfeld spricht jedoch für Zurückhaltung, bevor starke Richtungspositionen in Gold eingegangen werden.
Aus technischer Sicht weist das Edelmetall weiterhin eine moderat positive kurzfristige Tendenz auf, da sich der Relative‑Stärke‑Index im positiven Bereich befindet. Die Signale sind jedoch gemischt, weshalb Trader bei der Wahl der Handelsrichtung vorsichtig sein sollten. Das Metall hat Unterstützung an der 14‑Tage‑EMA gefunden. Für weitere Aufwärtsbewegungen ist ein Ausbruch über die 50‑Tage‑SMA im Bereich der psychologisch wichtigen Marke von 4.900 $ erforderlich.