Der Euro, das Pfund und andere Risikoanlagen haben ihre gestrigen Verluste gegenüber dem US‑Dollar heute rasch wieder aufgeholt – und das aus objektiv nachvollziehbaren Gründen. Die positiven Daten zu den US-Einzelhandelsumsätzen von gestern, die um 1,7 % gestiegen sind, stützten zwar den US‑Dollar und führten zu einem Rückgang mehrerer Risikoanlagen. Alles deutet jedoch darauf hin, dass die Verbraucher in den USA trotz der geopolitischen Lage weiter Geld ausgeben, damit die Geschäftstätigkeit stützen und zur Schaffung von Arbeitsplätzen beitragen. Ein Anstieg der Konsumausgaben wirkt sich direkt auf die Unternehmensumsätze aus, stimuliert die Produktion und treibt Investitionen an. Daher führen positive Entwicklungen in diesem Bereich regelmäßig zu Optimismus unter den Händlern und stärken ihr Vertrauen in die Nachhaltigkeit des Wirtschaftswachstums.
Das gestrige Plus des Dollars wurde jedoch schnell wieder abgegeben, nachdem Trump angekündigt hatte, er werde den Waffenstillstand mit Iran verlängern, obwohl die Islamische Republik anmerkte, dass ihn dazu niemand aufgefordert habe.
Heute richten Marktteilnehmer ihre Aufmerksamkeit in der ersten Tageshälfte auf die makroökonomischen Daten aus der Eurozone. Besonders interessant werden die Zahlen zum Verbrauchervertrauensindex sein, der Aufschluss über die Stimmung der Konsumenten und ihre Bereitschaft gibt, in naher Zukunft Geld auszugeben. Dieser Indikator dient traditionell als wichtiger Referenzwert zur Beurteilung der aktuellen Lage und der künftigen Aussichten der Konsumnachfrage – eines entscheidenden Wachstumstreibers.
Parallel dazu veröffentlicht die Bundesbank ihren Monatsbericht, der analytische Beiträge und Einschätzungen zur wirtschaftlichen Lage in Deutschland, der größten Volkswirtschaft der Eurozone, enthält. Ein zusätzlicher Faktor, der die Marktstimmung beeinflussen könnte, ist die Rede von Bundesbankpräsident Joachim Nagel. Seine Kommentare zur aktuellen Wirtschaftslage, zu Inflationstrends und zum globalen geopolitischen Umfeld werden genau verfolgt, um Hinweise auf künftige Schritte der Europäischen Zentralbank zu erhalten.
Was das britische Pfund betrifft, so verspricht auch der heutige Konjunkturkalender des Vereinigten Königreichs ereignisreich zu werden. Im Mittelpunkt des Interesses der Händler stehen die Inflationsindikatoren – der Verbraucherpreisindex und der Immobilienpreisindex. Diese Daten sind entscheidend für die Beurteilung des aktuellen Zustands der britischen Wirtschaft und können die künftige Geldpolitik der Bank of England maßgeblich beeinflussen. Der Verbraucherpreisindex ist ein direkter Indikator für den Inflationsdruck. Seine Entwicklung zeigt, wie wirksam die Zentralbank die Preisstabilität vor dem Hintergrund des jüngsten starken Anstiegs der Energiepreise aufrechterhält. Hohe oder steigende CPI-Werte können auf die Notwendigkeit einer strafferen Geldpolitik hindeuten.
Entsprechen die Daten den Erwartungen der Ökonomen, ist es am sinnvollsten, nach der Mean Reversion‑Strategie zu handeln. Weichen die Daten hingegen deutlich nach oben oder unten von den Erwartungen der Ökonomen ab, sollte die Momentum‑Strategie angewandt werden.
Momentum‑Strategie (Breakout):Für das Währungspaar EUR/USD:Kauf bei einem Ausbruch über das Niveau von 1,1760, was zu einem Anstieg des Euro in Richtung 1,1790 und 1,1822 führen kann;Verkauf bei einem Ausbruch unter das Niveau von 1,1740, was zu einem Rückgang des Euro in Richtung 1,1720 und 1,1700 führen kann;Für das Währungspaar GBP/USD:Kauf bei einem Ausbruch über das Niveau von 1,3530, was zu einem Anstieg des Pfunds in Richtung 1,3567 und 1,3596 führen kann;Verkauf bei einem Ausbruch unter das Niveau von 1,3506, was zu einem Rückgang des Pfunds in Richtung 1,3477 und 1,3450 führen kann;Für das Währungspaar USD/JPY:Kauf bei einem Ausbruch über das Niveau von 159,35, was zu einem Anstieg des Dollars in Richtung 159,60 und 159,90 führen kann;Verkauf bei einem Ausbruch unter das Niveau von 159,13, was zu einem Rückgang des Dollars in Richtung 158,87 und 158,57 führen kann;Mean Reversion‑Strategie (Rückkehr zum Mittelwert):Für das Währungspaar USD/CAD:Verkauf in Betracht ziehen nach einem gescheiterten Ausbruch über 1,3663 und einer anschließenden Rückkehr unter dieses Niveau;Kauf in Betracht ziehen nach einem gescheiterten Ausbruch unter 1,3645 und einer anschließenden Rückkehr auf dieses Niveau;