Goldpreise kehren zum Wachstum zurück

Nach zwei Tagen rückläufiger Kurse hat Gold einen Teil seiner Verluste wieder wettgemacht, nachdem President Donald Trump bekannt gegeben hatte, dass er den Waffenstillstand mit dem Iran verlängert und zusätzliche Zeit eingeräumt hat, um neue Friedensverhandlungen zu organisieren. Diese Nachricht wirkte beruhigend auf die Märkte und verringerte die Sorgen über eine unmittelbare Eskalation des Konflikts.

Eine Abnahme geopolitischer Spannungen, selbst wenn sie nur vorübergehend ist, führt typischerweise zu Kapitalabflüssen aus sicheren Häfen. In diesem Fall reagiert der Markt jedoch stärker auf den Rückgang des Inflationsdrucks und die neue Ausrichtung der Geldpolitik. Der langfristige Ausblick für Gold bleibt unverändert. Eine Verlängerung der Feuerpause dürfte die Nachfrage nach dem Metall wiederbeleben, weshalb die Märkte die weiteren Entwicklungen genau verfolgen werden. Jegliche Anzeichen für neue Spannungen oder gescheiterte Verhandlungen könnten den Druck auf Gold rasch wieder erhöhen, da Anleger eine Rückkehr steigender Inflation und Zinsen zu fürchten beginnen.

Wie bereits erwähnt, ist der Goldpreis heute um 1,1 % gestiegen und hat nach einem Rückgang von mehr als 2 % in der vorangegangenen Sitzung die Marke von 4.770 US-Dollar je Unze überschritten. Trump erklärte, dass er vorerst von weiteren Angriffen absehen werde, bis Iran einen neuen Vorschlag vorlegt und die Gespräche in die eine oder andere Richtung abgeschlossen sind. Die Straße von Hormus bleibt jedoch für die Schifffahrt geschlossen, da Iran angekündigt hat, diese lebenswichtige Wasserstraße nicht zu öffnen, solange die USA ihre Blockade für Schiffe aufrechterhalten, die zur und von der Islamischen Republik unterwegs sind.

Gestern sagte der US-Vizepräsident JD Vance seine Reise nach Islamabad zu den geplanten Friedensverhandlungen ab, nachdem Iran die USA darüber informiert hatte, dass es nicht an den Gesprächen teilnehmen werde.

Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass der Krieg im Nahen Osten, der nun in seine achte Woche geht, einen beispiellosen Schock in der Energieversorgung ausgelöst hat. Dies hat die Inflationsrisiken erhöht und es wahrscheinlicher gemacht, dass die Zentralbanken die Zinsen auf dem aktuellen Niveau belassen oder sogar anheben werden – ein Umstand, der für das unverzinsliche Edelmetall ein Hindernis darstellt.

Seit Beginn des Konflikts hat Gold rund 10 % an Wert verloren, bewegt sich jedoch in den letzten Wochen in einer relativ engen Spanne. Dies deutet darauf hin, dass der Markt die aktuellen geopolitischen Risiken weitgehend eingepreist hat und nun entweder eine klare Eskalation oder eine deutliche Veränderung der makroökonomischen Rahmenbedingungen erforderlich ist, um eine Neubewertung zu rechtfertigen.

Aktuelles technisches Bild für Gold:

Aus technischer Sicht müssen die Käufer zunächst den nächstgelegenen Widerstand bei 4.771 US‑Dollar zurückerobern. Damit könnten sie dann den Bereich um 4.835 US‑Dollar anvisieren, dessen Überwinden sich als recht schwierig erweisen dürfte. Das weiter entfernte Ziel liegt bei etwa 4.893 US‑Dollar. Kommt es hingegen zu einem Rückgang beim Goldpreis, werden die Bären versuchen, die Kontrolle über die Marke von 4.708 US‑Dollar zu übernehmen. Gelingt ihnen dies und wird diese Spanne nach unten durchbrochen, wäre dies ein schwerer Rückschlag für die Bullen und könnte Gold auf ein Tief bei 4.647 US‑Dollar drücken, mit der Perspektive eines weiteren Rückgangs bis auf 4.591 US‑Dollar.