Das Währungspaar GBP/USD setzt seinen moderaten Rückgang im Rahmen einer korrektiven Gegenbewegung fort, die einsetzte, nachdem die Liquidität über dem Swing-Hoch vom 26. Februar abgegriffen und die Imbalance 16 geschlossen wurde. Ich rechne nicht mit einem starken Einbruch des GBP/USD, sofern der Konflikt im Nahen Osten nicht in dieser Woche wieder aufflammt. In diesem Fall könnten die Bären wieder in die Offensive gehen, und Chartmuster würden das Pfund nicht vor einem Rückgang bewahren. Derzeit bleibt die Lage im Nahen Osten komplex und angespannt, verschlechtert sich jedoch nicht weiter. Die Straße von Hormus ist de facto noch nicht wieder geöffnet, die Verhandlungen zwischen den USA und Iran stecken von Beginn an in einer Sackgasse, und der Waffenstillstand gilt weiterhin. Die Hauptforderung Washingtons – dass Teheran auf Atomwaffen verzichtet – wurde abgelehnt, und Iran ist nicht zu neuen Gesprächen bereit. Wie man so sagt: „Es ist alles beim Alten geblieben.“ Die Situation hat sich weder verbessert noch verschlechtert. Der Markt wartet weiterhin auf eine Klärung: Entweder wird der Krieg wieder aufgenommen oder es gelingt den Parteien, den Konflikt beizulegen. Eine Reaktion auf die Imbalance 19 (bullisch) könnte die Bullen zu neuen Angriffen veranlassen. Daher ist es in den kommenden Tagen wichtig, auf die Ausbildung eines neuen bullischen Signals zu achten. Sollte dieses Muster hinfällig werden, dürfte der Rückgang des Pfunds sich wahrscheinlich in Richtung der Imbalance 18 fortsetzen.
Die jüngste Rally des Pfunds begann aus einem „Three Drives Pattern“. Damit erhielten Trader bereits zu Beginn der Bewegung ein bullisches Signal, und der Trend bleibt weiterhin aufwärtsgerichtet. Derzeit ist der Waffenstillstand brüchig, und die Parteien haben noch nicht entschieden, ob sie die Verhandlungen fortsetzen oder zum Konflikt zurückkehren. Die Gespräche könnten in dieser Woche wieder aufgenommen werden – aber ebenso könnten die Feindseligkeiten wieder aufflammen. Die Straße von Hormus steht weiterhin unter einer doppelten Blockade, und Teheran und Washington können sich nicht auf die nächste Verhandlungsrunde einigen. Stand Mittwoch bleibt die Lage unverändert. Beide Seiten bekunden ihre Bereitschaft, ein Abkommen zu unterzeichnen, doch in der Praxis werden keine echten Schritte unternommen.
Das auf dem Chart mit einem Dreieck markierte „Three Drives Pattern“ ermöglichte es den Bullen, die Kontrolle zu übernehmen. Bei Imbalance 16 kam es zu einer zweiten Reaktion, wobei zweite Reaktionen in der Regel schwächer ausfallen als die erste. Das Währungspaar hat zudem die Liquidität oberhalb des Hochs vom 26. Februar abgeschöpft, und in Kombination lösten diese Faktoren die aktuelle korrektive Gegenbewegung aus, die bei Imbalance 19 enden könnte. In der kurzen Frist wird sich somit entweder ein neues bullisches Signal ausbilden oder das bullische Muster wird negiert, was es den Bären erlauben würde, die Kontrolle zurückzugewinnen.
Der Strom an Konjunkturnachrichten war am Mittwoch erneut recht ereignisreich. In Großbritannien wurde der Inflationsbericht für März veröffentlicht, dessen Werte viele Trader enttäuschten. Meiner Ansicht nach hatte der Markt erwartet, dass die Inflation in Großbritannien im Einklang mit der Eurozone oder den USA anzieht. Tatsächlich stieg der Verbraucherpreisindex jedoch nur um wenige Zehntelprozentpunkte, während der Kern-VPI auf 3,1 % gegenüber dem Vorjahr zurückging. Eine Straffung der Geldpolitik der Bank of England verschiebt sich damit weiter nach hinten, doch der Markt reagierte auf diesen Faktor eher verhalten.
In den USA deutet das Gesamtbild weiterhin darauf hin, dass langfristig wenig anderes zu erwarten ist als ein schwächerer Dollar. Selbst der Konflikt zwischen Iran und den USA ändert daran nicht allzu viel. Die Geopolitik hat die Attraktivität des Dollars als sicherer Hafen nur für etwa zwei Monate kurzzeitig belebt, doch strukturell bleibt der Ausblick für die US-Währung schwierig. Der US-Arbeitsmarkt schwächt sich weiter ab, die Konjunktur nähert sich einer Rezession, und die Federal Reserve plant – im Gegensatz zur EZB und zur Bank of England – für 2026 keine geldpolitische Straffung. Zudem hat es in den USA mehrere große Proteste gegen Donald Trump gegeben. Aus ökonomischer Sicht sehe ich keine solide Grundlage für ein anhaltendes, kräftiges Dollarwachstum.
Wirtschaftskalender für die USA und Großbritannien:
UK — Manufacturing PMI (08:30 UTC)UK — Services PMI (08:30 UTC)U.S. — Initial Jobless Claims (12:30 UTC)U.S. — Manufacturing PMI (13:45 UTC)U.S. — Services PMI (13:45 UTC)Am 23. April enthält der Wirtschaftskalender fünf Veröffentlichungen, die jedoch erneut weitgehend ignoriert werden könnten – so wie ein Großteil der Daten in dieser Woche. Der Einfluss des Nachrichtenflusses auf die Marktstimmung dürfte am Donnerstag sehr gering bleiben.
GBP/USD-Prognose und Trading-Empfehlungen:
Für das Pfund bleibt der langfristige Ausblick bullisch. Das „Three Drives Pattern“ hatte Trader frühzeitig auf mögliches Aufwärtspotenzial hingewiesen, worauf ein bullisches Imbalance und ein bullisches Signal folgten. Der Kurs hat die Liquidität aus den bullischen Swings vom 10. März und 23. März sowie aus der Bewegung vom 26. Februar abgeholt, ohne dass die Bären in einem dieser Fälle die Kontrolle übernehmen konnten. Das ist ein weiterer positiver Faktor für das Pfund – die Marktteilnehmer bleiben klar auf der bullischen Seite. Daher gehe ich trotz geopolitischer Risiken unter den aktuellen Bedingungen von einer Fortsetzung des Aufwärtstrends aus. Höchstwahrscheinlich wird auch der Euro weiter steigen. Das Kursziel für das Pfund ist das Hoch aus dem Jahr 2026. Die Reaktion auf Imbalance 16 löste eine korrektive Gegenbewegung aus, doch eine Reaktion auf Imbalance 19 könnte Tradern ein neues Kaufsignal liefern.