Das Währungspaar GBP/USD versuchte am Mittwoch erneut eine Abwärtskorrektur, bewegt sich jedoch seit einer Woche tatsächlich in einem seitwärts gerichteten Kanal zwischen 1,3480 und 1,3588. Der Bereich zwischen 1,3465 und 1,3480 konnte erneut nicht überwunden werden, sodass der Seitwärtstrend noch eine Weile anhalten dürfte. Gestern wurde in Großbritannien ein recht wichtiger Inflationsbericht veröffentlicht, dessen Bedeutung sich allerdings als eher blass erwies. Auffällig ist, dass die Kerninflation von 3,2% auf 3,1% zurückging, was für Trader unerwartet kam. Die Gesamtinflation stieg wie erwartet von 3% auf 3,3%. Da die Experten die tatsächlichen Werte für März nahezu korrekt prognostiziert hatten, fiel die Reaktion des Marktes nahezu aus. Zudem ignorieren die Trader weiterhin sämtliche makroökonomischen Daten. Die Geopolitik, die mittlerweile zwar deutlich weniger Einfluss auf die Bewegung des Paares hat, bleibt dennoch im Fokus. Derzeit (wie in den letzten zwei Monaten) warten alle auf Neuigkeiten aus dem Nahen Osten.
Aus technischer Sicht ist das britische Pfund für eine Abwärtskorrektur prädestiniert, handelt aber weiterhin seitwärts. Sollte sich der Kurs unterhalb des Bereichs 1,3465–1,3480 festsetzen, dürfte der Rückgang in Richtung der Senkou-Span-B-Linie weitergehen. Unterhalb der Senkou-Span-B-Linie rechnen wir nur dann mit einem weiteren Rückgang, wenn die Verhandlungen zwischen den USA und Iran letztlich scheitern und der Krieg wieder aufflammt.
Im 5-Minuten-Chart bildeten sich gestern zwei hervorragende Signale. Während der europäischen Handelssitzung berührte der Kurs zweimal die kritische Linie und prallte von ihr ab, was zu zwei Verkaufssignalen führte. Im ersten Fall fiel das Pfund nur sehr schwach, im zweiten Fall betrug der Rückgang rund 25 Pips. Die Volatilität bleibt also niedrig, was für einen Seitwärtsmarkt zu erwarten ist.
COT-ReportDie COT-Berichte zum Britischen Pfund zeigen, dass sich die Stimmung der Commercial-Trader in den letzten Jahren kontinuierlich verändert hat. Die rote und blaue Linie, welche die Netto-Positionen der Commercial- bzw. Non-Commercial-Trader darstellen, kreuzen sich häufig und bewegen sich meist nahe der Nulllinie. Derzeit entfernen sich die Linien jedoch wieder stärker voneinander, wobei die Non-Commercial-Trader mit ihren Verkäufen weiterhin dominieren. Angesichts der Ereignisse im Nahen Osten überrascht es allerdings nicht mehr, dass die Nachfrage nach Risikowährungen sinkt, während die Nachfrage nach dem Dollar steigt.
Langfristig setzt sich die Schwächephase des Dollars infolge von Trumps Politik fort, wie im Wochenchart (Abbildung oben) zu erkennen ist. Der Handelskrieg wird in der einen oder anderen Form noch lange andauern, und Trumps Maßnahmen zielen direkt und indirekt auf eine Schwächung der US-Währung ab. Derzeit stehen jedoch geopolitische Faktoren im Vordergrund, die dem Dollar erheblichen Rückenwind verleihen. Laut dem jüngsten COT-Bericht (vom 14. April) eröffnete die Gruppe der „Non-commercial“ 7.600 BUY-Kontrakte und 5.900 SELL-Kontrakte. Damit erhöhte sich die Netto-Position der Non-Commercial-Trader innerhalb einer Woche um 1.700 Kontrakte.
Analyse von GBP/USD im 1H-ChartIm Stundenchart setzt das Währungspaar GBP/USD seinen Aufwärtstrend fort, der jedoch hinfällig werden könnte, falls der Krieg im Nahen Osten wieder in vollem Umfang ausbricht. Es ist außerdem zu beachten, dass der Einfluss der Geopolitik nachlässt, wie die Bewegungen dieser Woche zeigen, auch wenn die militärischen Aktionen in der Region derzeit pausiert sind. Die Straße von Hormus bleibt blockiert, und in den Verhandlungen gibt es keine Fortschritte. Eine Korrektur deutet sich an.
Für den 23. April heben wir die folgenden wichtigen Marken hervor: 1,3096–1,3115, 1,3179–1,3187, 1,3369–1,3377, 1,3465–1,3480, 1,3588, 1,3671–1,3681, 1,3751–1,3763. Die Senkou-Span-B-Linie (1,3382) und die Kijun-sen-Linie (1,3535) können ebenfalls Signalquellen darstellen. Es wird empfohlen, den Stop-Loss auf Break-even nachzuziehen, sobald sich der Kurs 20 Pips in die richtige Richtung bewegt hat. Die Linien des Ichimoku-Indikators können sich im Tagesverlauf verschieben, was bei der Bestimmung von Handelssignalen berücksichtigt werden sollte.
Am Donnerstag werden die Einkaufsmanagerindizes für den Dienstleistungs- und den Produktionssektor in Großbritannien und den USA veröffentlicht, die jedoch für Trader voraussichtlich weniger interessant sein dürften als die britischen Daten zu Inflation und Arbeitslosigkeit. Höchstwahrscheinlich wird das Paar innerhalb der Seitwärtszone verbleiben. Der Markt wird erneut auf geopolitische Nachrichten warten.
Handelsempfehlungen:Heute können Trader Short-Positionen mit einem Ziel bei 1,3369–1,3377 in Betracht ziehen, falls sich der Kurs unterhalb der Zone 1,3465–1,3480 festsetzt. Long-Positionen können mit Zielen bei 1,3535 und 1,3588 eröffnet werden, wenn der Kurs von der Zone 1,3465–1,3480 nach oben abprallt.
Erläuterungen zu den Abbildungen:Kursniveaus von Unterstützung und Widerstand – dicke rote Linien, an denen die Bewegung enden kann. Sie sind keine Quellen für Handelssignale.
Kijun-sen- und Senkou-Span-B-Linien – Linien des Ichimoku-Indikators, die vom 4-Stunden-Chart in den Stundenchart übertragen werden. Es handelt sich um starke Linien.
Extremniveaus – dünne rote Linien, von denen der Kurs zuvor bereits abgeprallt ist. Sie sind Quellen für Handelssignale.
Gelbe Linien – Trendlinien, Trendkanäle und sonstige charttechnische Formationen.
Indikator 1 in den COT-Charts – Umfang der Netto-Position jeder Händlerkategorie.