Der Referenzpreis für West Texas Intermediate (WTI) Öl schwächt sich nach einer Erholung ab. Nachdem er ein Eineinhalb‑Wochen‑Hoch bei 95,80–95,85 USD erreicht hatte, geriet er unter Druck und ist in den vergangenen Stunden zum 20‑Tage‑SMA zurückgekehrt. Aktuell liegen die Ölpreise über 93,50 USD.
Trotz der vorübergehenden Verlängerung der Waffenruhe zwischen den USA und Iran bleiben Händler hinsichtlich der Aussichten auf eine nachhaltige Deeskalation skeptisch, da es an realen Fortschritten in den Friedensverhandlungen mangelt. Zudem schüren die zunehmenden Spannungen in der Straße von Hormus anhaltend Sorgen über längerfristige Störungen in dieser strategisch wichtigen Wasserstraße. Dies sorgt für ein hohes Maß an geopolitischem Risiko und stützt nun bereits den dritten Tag in Folge steigende Ölpreise.
Am Dienstag bestätigte der US‑Präsident Donald Trump, dass die Blockade der iranischen Häfen durch die US‑Navy fortgesetzt wird. In gleicher Richtung berichtete die halb‑offizielle iranische Nachrichtenagentur Tasnim, dass die Marine der Islamischen Revolutionsgarde zwei Schiffe aufgebracht habe, und am Mittwoch wurden drei Containerschiffe in der Straße beschossen. Diese Ereignisse, zusammen mit einem unerwarteten Rückgang der US‑Ölvorräte, liefern zusätzlichen Auftrieb für weiter steigende Ölpreise.
Unterdessen wurde der jüngste Preissprung durch Falschmeldungen über einen Angriff auf Teheran angeheizt. Ohne weitere bedeutende Nachrichten lässt dieser Impuls jedoch schnell nach. Dies zwingt wachstumsorientierte Händler, Vorsicht walten zu lassen und auf mögliche weitere Preissteigerungen vorbereitet zu sein. Nichtsdestotrotz deuten die fundamentalen Faktoren darauf hin, dass der Weg des geringsten Widerstands für die Ölpreise weiterhin nach oben zeigt.
Aus technischer Sicht ist das Bild uneinheitlich: Die Kurse sind unter den 20‑Tage‑SMA gefallen, was auf eine gewisse Schwächung der Bullen hindeutet, doch der Relative‑Stärke‑Index bleibt positiv und bestätigt, dass die Bullen den Markt weiterhin dominieren. Das Zusammenlaufen der 9‑ und 14‑Tage‑EMAs mit dem 50‑Tage‑EMA spricht kurzfristig für eine Seitwärtsbewegung. Händler, die neue Richtungspositionen eröffnen möchten, sollten daher auf einen klaren Impuls in eine Richtung warten.