Das Währungspaar EUR/USD setzte seinen moderaten Rückgang am Donnerstag fort. In diesem Artikel analysieren wir, warum der Euro fällt, während das Pfund stabil bleibt. Insgesamt lässt sich sagen, dass sowohl das Pfund als auch der Euro relativ stabil bleiben – nicht nur kurzfristig (in den letzten zwei Monaten), sondern auch langfristig. Ein Blick auf den Tageschart zeigt, dass der US‑Dollar lediglich eine weitere Korrektur zustande gebracht hat. Entscheidend ist, dass das EUR/USD‑Paar in den vergangenen neun Monaten bei keiner Korrektur unter 1,1440 gefallen ist; dort verläuft das 23,6‑%‑Fibonacci‑Retracement. Von einem langfristigen Abwärtstrend kann also keine Rede sein. Ja, wir beobachten seit neun Monaten eine Seitwärtsbewegung (mit wenigen Ausnahmen), doch ein Seitwärtstrend kann sich theoretisch unbegrenzt hinziehen. Händler sollten sich vergegenwärtigen, dass Trendbewegungen scharf und schnell verlaufen, während Seitwärtsphasen langsam und träge sind.
Wie bereits am Wochenende erwähnt, hatten wir für Euro und Pfund mit einem korrektiven Rückgang gerechnet. Der Euro fällt tatsächlich, doch das britische Pfund hält sich. Warum? Unserer Ansicht nach liegt der Kern des Problems bei Energie und Inflation. Zunächst ist zu beachten, dass das Vereinigte Königreich deutlich weniger von Energieimporten abhängig ist als die Europäische Union. Das bedeutet, dass sich London in den vergangenen zwei Monaten wesentlich sicherer gefühlt hat als Brüssel. Hinzu kommt, dass die jüngsten Inflationsdaten für das Vereinigte Königreich im März nur einen Anstieg um 0,3 % zeigen, während es im Euroraum 0,7 % waren. Damit hat die mögliche Energiekrise, die durch Donald Trump ausgelöst wurde, für die europäische Wirtschaft deutlich gravierendere Folgen als für die britische.
Außerdem ist wichtig zu betonen, dass beide Währungspaare derzeit stark von technischen Faktoren beeinflusst werden. Die Geopolitik ist in den Hintergrund getreten, wodurch sich sowohl Euro als auch Pfund in den vergangenen Wochen erholen konnten. Zudem gab es in dieser Woche keine nennenswerten geopolitischen Neuigkeiten. Der ständige Strom widersprüchlicher Meldungen über die Öffnung und Schließung der Straße von Hormus sowie ähnliche Meldungen über die Verhandlungen in Pakistan sind Daten, auf die Händler inzwischen nicht mehr reagieren. Welchen Sinn hätte das auch, wenn an einem einzigen Tag bis zu zehn einander widersprechende Nachrichten hereinkommen?
Die Lage im Nahen Osten kann sich jederzeit wieder zuspitzen, das ist unbestritten. Daher findet die Notwendigkeit einer Korrektur eine gewisse Unterstützung in der aktuellen geopolitischen Situation. Allerdings hat es in den vergangenen sieben Tagen keine wesentlichen Veränderungen bei den Positionen der USA und des Iran rund um die Straße von Hormus gegeben. Die Ölpreise bleiben hoch, die Meerenge ist nach wie vor geschlossen, und Teheran und Washington konnten sich weiterhin auf keinerlei Vereinbarungen verständigen, während Donald Trump den Druck auf Iran mit allen möglichen Mitteln aufrechterhält.
Wir gehen daher davon aus, dass das EUR/USD‑Paar seine Korrektur fortsetzen wird. Ohne gravierend negative Nachrichten aus dem Nahen Osten dürfte der Rückgang jedoch nicht von langer Dauer sein. Der Dollar hat seinen einzigen klaren Unterstützungsfaktor verloren.
Die durchschnittliche Volatilität des Währungspaares EUR/USD in den letzten fünf Handelstagen lag zum 24. April bei 64 Pips und wird damit als „durchschnittlich“ eingestuft. Wir erwarten, dass das Paar am Freitag in einer Spanne zwischen 1,1640 und 1,1768 gehandelt wird. Der obere Kanal der linearen Regression hat nach unten gedreht, was auf eine Trendumkehr hin zu einem Abwärtstrend hindeutet. Allerdings könnte sich der Aufwärtstrend im Jahr 2025 tatsächlich fortsetzen. Der CCI-Indikator ist in den überkauften Bereich eingetreten und hat eine „bärische“ Divergenz ausgebildet, was auf eine Abwärtskorrektur hindeutet.
Nächste Unterstützungsniveaus:S1 – 1,1658S2 – 1,1597S3 – 1,1536Nächste Widerstandsniveaus:R1 – 1,1719R2 – 1,1780R3 – 1,1841Handelsempfehlungen:Das EUR/USD-Paar setzt seine Aufwärtsbewegung fort, da der Einfluss geopolitischer Faktoren auf die Marktstimmung nachlässt. Das übergeordnete fundamentale Umfeld für den US-Dollar bleibt äußerst negativ, sodass wir langfristig weiterhin von einem Anstieg des Paares ausgehen. Befindet sich der Kurs unter dem gleitenden Durchschnitt, können Short-Positionen mit Kurszielen bei 1,1658 und 1,1640 auf technischer Basis in Betracht gezogen werden. Oberhalb der gleitenden Durchschnittslinie sind Long-Positionen mit Zielen bei 1,1780 und 1,1841 relevant. Der Markt löst sich allmählich vom geopolitischen Faktor, während der Dollar seinen einzigen Wachstumstreiber verliert.
Erklärungen zu den Abbildungen:Lineare Regressionskanäle helfen, den aktuellen Trend zu bestimmen. Sind beide in dieselbe Richtung gerichtet, bedeutet dies, dass der Trend derzeit stark ist;
Die gleitende Durchschnittslinie (Einstellungen 20,0, geglättet) definiert den kurzfristigen Trend und die Richtung, in die aktuell gehandelt werden sollte;
Murray-Level sind Zielniveaus für Bewegungen und Korrekturen;
Volatilitätsniveaus (rote Linien) zeigen auf Basis der aktuellen Volatilität den wahrscheinlichen Preiskanal an, in dem sich das Paar am kommenden Tag bewegen wird;
Der CCI-Indikator – sein Eintritt in den überverkauften Bereich (unter -250) oder den überkauften Bereich (über +250) deutet darauf hin, dass eine Trendumkehr in die entgegengesetzte Richtung bevorstehen könnte.