Gold (XAU/USD) notiert in der Nähe der psychologisch wichtigen Marke von 4700 US‑Dollar und versucht, seine leicht bullische Tendenz zu behaupten. Die Eskalation der Konfrontation zwischen den Vereinigten Staaten und Iran in der Straße von Hormus sowie der mangelnde Fortschritt im Friedensprozess sorgen weiterhin für anhaltende Spannungen an den Märkten. Zugleich begrenzen erhöhte Inflationsrisiken die Erwartungen an eine Lockerung der Geldpolitik durch die U.S. Federal Reserve, was den US‑Dollar stärkt und Druck auf das Edelmetall ausübt.
Anzeichen für eine Zuspitzung zwischen den USA und Iran halten an, während die U.S. Navy eine Seeblockade iranischer Häfen aufrechterhält. Der iranische Außenminister Abbas Araghchi bezeichnete diese Maßnahmen als Kriegshandlung. Gleichzeitig betonte der führende Unterhändler Mohammad Bagher Ghalibaf, ein vollständiger Waffenstillstand ergebe nur dann Sinn, wenn keine Beschränkungen im Zusammenhang mit der Seeblockade bestünden. Parallel dazu wies der US‑Präsident Donald Trump die Seestreitkräfte des Landes an, alle Schiffe zu zerstören, die Minen in dem strategisch wichtigen Seeweg verlegen. Dies verringert die Wahrscheinlichkeit einer nachhaltigen Deeskalation und stützt die Nachfrage nach dem US‑Dollar als Reservewährung, was den Druck auf Gold erhöht.
Aus technischer Sicht könnten die Bullen wieder die Kontrolle übernehmen, falls es den Kursen gelingt, die 20‑Tage‑ und 100‑Tage‑SMAs erneut nach oben zu durchbrechen. Da die Oszillatoren jedoch in den negativen Bereich gedreht sind, bestätigt dies die Stärke der Bären. Gelingt es Gold nicht, das Niveau von 4645 US‑Dollar zu verteidigen, könnte sich der Rückgang in Richtung der psychologisch wichtigen Marke von 4500 US‑Dollar beschleunigen.