Überblick über das Währungspaar GBP/USD. 27. April. Das Pfund wirkt wie neu belebt

Das Währungspaar GBP/USD hat sich von den Verlusten zu Wochenbeginn erholt und zeigte am Freitag Anzeichen von Stärke. Dieser Anstieg der britischen Währung wurde vermutlich durch optimistische Erwartungen in Bezug auf Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA ausgelöst. Am Freitag wurde bekannt, dass der iranische Vizeaußenminister Abbas Araqchi nach Islamabad gereist war, um Gespräche zu führen, woraufhin Händler vermuteten, dies stehe im Zusammenhang mit möglichen Verhandlungen mit den USA. Am Samstagmorgen schlossen iranische Behörden jedoch offiziell jegliche Verhandlungen mit den USA zum jetzigen Zeitpunkt aus. Teheran fordert weiterhin die Aufhebung der Blockade iranischer Häfen, während Donald Trump diesen Vorschlag zurückweist. Gleichzeitig betont der US-Präsident immer wieder, er stehe mit bestimmten Akteuren im Iran in Kontakt und erhalte regelmäßig neue Vorschläge, von denen jeder besser sei als der vorherige, aber dennoch aus Sicht der USA unbefriedigend bleibe. Zur Erinnerung: Trump hatte zuvor erklärt, ein Abkommen mit dem Iran könne bald unterzeichnet werden, doch andere US-Beamte haben wiederholt betont, dass es bei den zentralen Streitpunkten keinerlei Fortschritte gebe.

Damit könnte das britische Pfund zu Beginn der neuen Woche genauso schnell wieder fallen, wie es am Freitag gestiegen ist. Der Markt könnte plötzlich beginnen, seinen Fokus wieder stärker auf Fundamentaldaten und Makroökonomie zu richten, da er diese Faktoren nicht auf Dauer ignorieren kann. Allerdings wurden in der vergangenen Woche wichtige Daten aus dem Vereinigten Königreich veröffentlicht, auf die der Markt kaum reagierte. In dieser Woche findet zudem die Sitzung der Bank of England statt, von der allerdings keine bedeutenden Entscheidungen erwartet werden. Tatsächlich tagen innerhalb der kommenden Tage alle drei großen Zentralbanken, woraus sich theoretisch deutlich erhöhte Volatilität ergeben könnte. Ehrlich gesagt zweifeln wir jedoch daran.

Aus technischer Sicht sollte dem Tageschart besondere Beachtung geschenkt werden. Die jüngste Abwärtskorrektur begann nach einem Test der Senkou-Span-B-Linie im Tageschart. Am Freitag zeigte das britische Pfund Anzeichen einer Wiederaufnahme der Aufwärtsbewegung, und wir hätten gegen einen erneuten Anstieg nichts einzuwenden. Allerdings muss die Senkou-Span-B-Linie nach oben durchbrochen werden, damit das Wachstum auf die diesjährigen Höchststände ausgerichtet werden kann.

Zur Erinnerung: Bereits im Februar und März haben wir immer wieder betont, dass sich am grundlegenden Ausblick für die US-Währung absolut nichts geändert hat. Ja, zwei Monate in Folge kaufte der Markt den US-Dollar verstärkt vor dem Hintergrund der geopolitischen Spannungen im Nahen Osten und nutzte ihn zur Absicherung der eigenen Vermögenswerte. Seit drei Wochen jedoch zeigt der Markt kaum noch Interesse am „Safe-Haven“-Dollar, da die aktuelle Lage im Nahen Osten inzwischen weitgehend eingepreist ist. Mittelfristig rechnen wir daher weiterhin mit einem Anstieg der britischen Währung und einem Rückgang der amerikanischen.

Für Montag rechnen wir mit eher verhaltenen Bewegungen, da für diesen Tag keine wichtigen Ereignisse anstehen und es am Wochenende auch keine bedeutenden geopolitischen Entwicklungen gab.

Die durchschnittliche Volatilität des GBP/USD-Paares beträgt in den letzten fünf Handelstagen 77 Pips, was für dieses Währungspaar als „durchschnittlich“ gilt. Am Montag, dem 27. April, erwarten wir, dass das Paar innerhalb einer Spanne zwischen 1,3454 und 1,3608 gehandelt wird. Der obere Kanal der linearen Regression ist nach unten gerichtet, was auf einen Abwärtstrend hinweist. Der CCI-Indikator ist in den überkauften Bereich eingetreten und hat eine „bärische“ Divergenz ausgebildet, was im Voraus auf eine mögliche Abwärtskorrektur hindeutet.

Nächstgelegene Unterstützungsniveaus:S1 – 1,3489S2 – 1,3428S3 – 1,3367Nächstgelegene Widerstandsniveaus:R1 – 1,3550R2 – 1,3611R3 – 1,3672Handelsempfehlungen:

Das GBP/USD-Paar setzt seine Erholung nach zwei „Monaten der Geopolitik“ fort. Die Politik von Donald Trump wird die US-Wirtschaft weiter unter Druck setzen, daher erwarten wir im Jahr 2026 kein Wachstum des US-Dollar. Somit bleiben Long-Positionen mit einem Ziel bei 1,3916 und darüber relevant, solange sich der Kurs über dem gleitenden Durchschnitt befindet. Befindet sich der Kurs unter der Linie des gleitenden Durchschnitts, können aus technischer Sicht Short-Positionen mit Zielen bei 1,3454 und 1,3428 in Betracht gezogen werden. In den vergangenen Wochen hat sich die britische Währung erholt, während der geopolitische Faktor seinen Einfluss auf den Markt verloren hat.

Erläuterungen zu den Abbildungen:

Lineare Regressionskanäle helfen dabei, den aktuellen Trend zu bestimmen. Wenn beide in die gleiche Richtung zeigen, bedeutet dies, dass der Trend derzeit stark ist;

Die Linie des gleitenden Durchschnitts (Einstellungen 20,0, smoothed) bestimmt den kurzfristigen Trend und die Richtung, in die aktuell gehandelt werden sollte;

Murray-Level sind Zielniveaus für Bewegungen und Korrekturen;

Volatilitätsniveaus (rote Linien) geben auf Basis der aktuellen Volatilitätswerte den wahrscheinlichen Preiskanal an, in dem sich das Paar am nächsten Tag bewegen wird;

Der CCI-Indikator – sein Eintritt in den überverkauften Bereich (unter -250) oder den überkauften Bereich (über +250) zeigt an, dass eine Trendumkehr in die entgegengesetzte Richtung näher rücken kann.