Notenbanken werden ihre Politik kaum ändern

Es ist in dieser Woche recht wahrscheinlich, dass die Entscheidungsträger in den USA und den G7-Ländern die Leitzinsen unverändert lassen, während sie genau beobachten, wie sich höhere Energiepreise möglicherweise auf die Inflation auswirken. Dieser vorsichtige Ansatz spiegelt ein sensibles Abwägen zwischen der Notwendigkeit wider, Preisdruck einzudämmen, und dem Wunsch, das Wirtschaftswachstum nicht abzuwürgen.

Es wird allgemein erwartet, dass die Bank of Japan, die Bank of Canada und das Federal Reserve die Leitzinsen unverändert lassen. Ebenso dürften die Bank of England und die Europäische Zentralbank in dieser Woche keine Änderungen vornehmen. Die Entscheidungen dieser führenden Finanzinstitutionen werden den Ausblick am Devisenmarkt maßgeblich beeinflussen.

Die Zentralbanken beobachten die Folgen der Eskalation im Nahen Osten sehr genau, da die Entwicklungen in der Straße von Hormus den kurzfristigen Kurs der Geldpolitik bestimmen könnten. Die geopolitischen Spannungen, insbesondere rund um eine zentrale globale Ölrouten, haben bereits zu erheblicher Volatilität an den Energiemärkten geführt. Dies wirkt sich direkt auf die Inflationserwartungen und damit auf Zinsentscheidungen aus. Anleger und Analysten achten aufmerksam auf jede Stellungnahme der Zentralbanken, um zu verstehen, wie das sich verändernde geopolitische Umfeld in die Wirtschaftsprognosen einfließen wird.

Energieimportierende Länder stehen vor einer doppelten Belastung: höheren Lebenshaltungskosten für private Haushalte und einer möglichen Abschwächung der Industrieproduktion. Dies wird den Druck auf die Regierungen erhöhen, Wege zur Stabilisierung ihrer Volkswirtschaften zu finden. Eine aggressive Lockerung der Geldpolitik durch Zinssenkungen könnte jedoch die Märkte verzerren und den Preisauftrieb sowie die Haushaltsdefizite weiter verstärken, was wiederum langfristige Risiken schaffen würde.

Vor dem Hintergrund einer steigenden Inflation – die im Übrigen nicht so gravierend ausgefallen ist, wie viele Ökonomen anfangs befürchtet hatten – wird Kapital voraussichtlich aus riskanteren Anlagen in traditionelle sichere Häfen umgeschichtet. Anhaltende Volatilität an den Energiemärkten, Inflationsdruck und nachlassendes Wachstum werden die prägenden Trends sein und von allen Marktteilnehmern sorgfältig abgewogene und zeitnahe Reaktionen erfordern. Letztlich wird die geldpolitische Richtung von der Lösung des Konflikts zwischen den USA und Iran abhängen, der sich derzeit in einer vorübergehenden Pause befindet.

Technisches Bild für EUR/USD

Mit Blick auf das aktuelle technische Bild für EUR/USD sollten Käufer nun darüber nachdenken, wie sie das Niveau von 1,1740 überwinden können. Erst dann wird ein Test von 1,1762 möglich. Von dort wäre eine Bewegung in Richtung 1,1791 denkbar, doch ohne Unterstützung der großen Marktteilnehmer dürfte dies schwierig werden. Das fernste Ziel ist das Hoch bei 1,1822. Fällt das Instrument lediglich in den Bereich von 1,1715, rechne ich mit entschlossenem Handeln großer Käufer. Sollten diese dort ausbleiben, wäre es sinnvoll, auf eine Erneuerung des Tiefs bei 1,1695 zu warten oder Long-Positionen im Bereich von 1,1670 zu eröffnen.

Technisches Bild für GBP/USD

Was das aktuelle technische Bild für GBP/USD betrifft, so müssen Pfund-Käufer zunächst den nächstgelegenen Widerstand bei 1,3555 überwinden. Erst dann rückt die Marke von 1,3585 in den Fokus, deren Ausbruch nach oben jedoch recht schwierig werden dürfte. Das fernste Ziel liegt im Bereich von 1,3915. Kommt es zu einem Rückgang, werden die Bären versuchen, sich bei 1,3515 die Kontrolle zu sichern. Gelingt ihnen dies, würde ein Ausbruch aus der Handelsspanne die Position der Bullen stark schwächen und GBP/USD in Richtung des Tiefs bei 1,3480 drücken, mit der Perspektive eines Rückgangs bis 1,3445.