Gold (XAU/USD) hat Schwierigkeiten, sich über der runden Marke von 4700 USD zu halten, und stößt auf Probleme, den Aufwärtsimpuls aufrechtzuerhalten. Nach vorliegenden Informationen hat Iran den Vereinigten Staaten einen aktualisierten Vorschlag unterbreitet, der die Wiederherstellung der Funktionsfähigkeit der Straße von Hormus und ein Ende des militärischen Konflikts vorsieht, während Gespräche über ein Atomabkommen auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. Solche Entwicklungen nähren die Erwartungen an eine mögliche diplomatische Lösung zwischen den USA und Iran und schwächen gleichzeitig die Stellung des US-Dollar als zentrale Reservewährung, was traditionell die Rohstoffpreise stützt.
Der Anstieg der optimistischen Stimmung setzt die Ölpreise unter Druck und reduziert Inflationsrisiken, wodurch die Wahrscheinlichkeit mindestens einer Zinssenkung der US-Notenbank um 25 Basispunkte im Jahr 2026 bestehen bleibt. Dieser Faktor schwächt den Dollar zusätzlich und schafft günstige Rahmenbedingungen für Gold. Dennoch hält die Kombination der aktuellen Umstände die Marktteilnehmer davon ab, ihre Long-Positionen in XAU/USD deutlich auszubauen, wodurch das Potenzial für einen kräftigen Anstieg begrenzt wird.
Die Lage rund um die Straße von Hormus bleibt angespannt: Die Passage ist aufgrund iranischer Kontrollmaßnahmen und einer US-Marineblockade der Häfen weiterhin deutlich eingeschränkt. Zusätzlichen Druck auf das geopolitische Umfeld übt die Erklärung des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu aus, der verstärkte Militärschläge gegen Ziele der Hisbollah im Libanon angeordnet hat. Diese Faktoren halten die geopolitischen Risiken hoch und begrenzen Rückgänge bei den Ölpreisen und beim US-Dollar, was zu einem vorsichtigen Vorgehen beim Eingehen neuer Long-Positionen in Gold mahnt.
Darüber hinaus bleiben die Marktteilnehmer vor der zweitägigen FOMC-Sitzung, die am Dienstag beginnt, zurückhaltend. Investoren erwarten weitere Signale zum künftigen Kurs der Geldpolitik der Federal Reserve vor dem Hintergrund anhaltender Inflation und robuster US-Makrodaten. Das Ergebnis der Sitzung wird eine Schlüsselrolle bei der Ausrichtung der Dollarnachfrage spielen. Gleichzeitig könnten Entwicklungen in den Beziehungen zwischen den USA und Iran die Volatilität erhöhen und die Richtung für das Währungspaar XAU/USD vorgeben.
Auch am physischen Markt zeigen sich Anzeichen von Unterstützung: In Indien erreichten die Goldaufschläge in der vergangenen Woche aufgrund begrenzten Angebots den höchsten Stand seit mehr als zweieinhalb Monaten. In China stiegen die Aufschläge in die Spanne von 9 bis 12 USD je Unze, verglichen mit 3 bis 6 USD in der Vorwoche, vor dem Hintergrund einer Nachfrageerholung und gestiegener Kaufaktivität. Diese Faktoren stärken die Position der Bullen zusätzlich und deuten auf weiteres Aufwärtspotenzial hin, wobei intraday Rücksetzer voraussichtlich aufgekauft werden und begrenzt bleiben.
Aus technischer Sicht handelt Gold weiterhin innerhalb einer Spanne, die seit Monatsbeginn besteht, und kann sich nur knapp über der Marke von 4700 USD behaupten. Der Relative-Stärke-Index (RSI) liegt bei 47 und damit in der Nähe der neutralen Marke von 50. Auch der MACD-Indikator befindet sich nahe dem neutralen Bereich und signalisiert eine Konsolidierung oder eine mögliche Trendwende. Unterhalb der Unterstützung bei 4700 USD dürfte Gold im Bereich von 4650–4645 USD Unterstützung finden. Der Widerstand liegt bei etwa 4750 USD, gefolgt von rund 4800 USD.