WTI: Ausbleibende Fortschritte in den Friedensverhandlungen zwischen den USA und Iran halten die Preise hoch

West Texas Intermediate (WTI) Rohöl ist leicht zurückgegangen und notiert derzeit unter 94,00 USD pro Barrel. Der Rückgang bleibt jedoch begrenzt, da anhaltende Sorgen über das globale Ölangebot bestehen.

Die Entscheidung von Donald Trump, den diplomatischen Besuch seiner engen Vertrauten Steve Witkoff und Jared Kushner in Islamabad abzusagen – trotz der Ankunft des iranischen Außenministers Abbas Araqchi in Pakistan – unterstreicht die anhaltenden Spannungen in der Region. Die festgefahrenen Verhandlungen, einschließlich der Streitpunkte rund um die Blockade der Straße von Hormus, halten die Preise weiterhin auf einem erhöhten Niveau und verhindern eine tiefere Korrektur.

Die Schifffahrt auf dieser äußerst wichtigen Route wird durch iranische Beschränkungen erheblich erschwert, was durch die Überwachung durch die US-Marine noch verstärkt wird. Diese Faktoren nähren anhaltend die Befürchtungen möglicher Angebotsunterbrechungen. Ein moderater Anstieg des US-Dollar begrenzt jedoch weiteres Aufwärtspotenzial für diesen Rohstoff.

Hinzu kommt die Sorge, dass der kriegsbedingte Sprung der Energiepreise den Inflationsdruck erneut anfachen und die großen Zentralbanken, darunter die US-Notenbank Federal Reserve, zu einem restriktiveren Kurs veranlassen könnte. Tatsächlich implizieren die aktuellen Marktpreise eine Wahrscheinlichkeit von über 80 %, dass die Fed auf ihrer nächsten Sitzung den Leitzins in der aktuellen Spanne belassen wird, was den Dollar weiterhin unterstützt.

Das oben skizzierte fundamentale Umfeld spricht insgesamt für die Bullen und deutet darauf hin, dass der Weg des geringsten Widerstands für den Ölpreis nach oben weist und Korrekturen voraussichtlich zum Einstieg genutzt werden, da sie attraktivere Kaufniveaus bieten. Es erscheint jedoch ratsam, zunächst auf einen Ausbruch über den 20-Tage-SMA, der sich derzeit in der Nähe der runden Marke von 94,00 USD befindet, sowie auf eine anschließende Konsolidierung über diesem Niveau zu warten, bevor neue Long-Positionen eröffnet werden. Zudem ist zu beachten, dass die Oszillatoren gemischte Signale liefern: Der Relative-Stärke-Index befindet sich im neutralen Bereich und signalisiert eine gewisse Schwäche der Bullen.