XAU/USD. Kursanalyse und Prognose. Gold bleibt den zweiten Tag in Folge im negativen Bereich

Gold (XAU/USD) bleibt den zweiten Tag in Folge unter Verkaufsdruck, fällt in Richtung der runden Marke von 4600 USD und bewegt sich bereits unter das Unterstützungsniveau von 4650 USD. Da sich der US‑Dollar vor dem Hintergrund der Unsicherheit über die zweite Runde der Friedensverhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten und Iran erholt, bleibt dies der Hauptfaktor, der auf das Edelmetall belastend wirkt.Allerdings könnten die Erwartungen an eine weniger restriktive Geldpolitik der Federal Reserve die Verluste von Gold vor der Sitzung zur Zinsentscheidung begrenzen.

Der Optimismus hinsichtlich einer diplomatischen Lösung des Konflikts mit Iran ließ nach, nachdem US‑Präsident Donald Trump den Besuch des Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner in Pakistan abgesagt hatte.

Zusätzliche Unsicherheit ergibt sich aus einem neuen Vorschlag, den Iran an die Vereinigten Staaten übermittelt hat. Demnach sollen Gespräche über das Atomprogramm bis zum Ende der militärischen Auseinandersetzungen und der Klärung der Fragen im Zusammenhang mit der Schifffahrt im Persischen Golf verschoben werden. Nach den vorliegenden Informationen zeigte sich Trump mit diesem Vorschlag unzufrieden, da er die nuklearen Fragen nicht ausreichend adressiert. Zusammen mit den Spannungen in der Straße von Hormus sorgt dies für ein anhaltend hohes geopolitisches Risiko und stärkt die Position des US‑Dollars als Reservewährung, was zusätzlichen Druck auf Gold ausübt.

Zugleich ist das Potenzial für eine weitere Aufwertung des US‑Dollars durch die Erwartungen einer möglichen Lockerung der Politik der Federal Reserve begrenzt. Laut dem FedWatch‑Tool der CME Group schätzen Marktteilnehmer die Wahrscheinlichkeit von Zinssenkungen bis zum Jahresende auf rund 35 %. Dies könnte Dollar‑Käufer davon abhalten, verstärkt Positionen aufzubauen, und damit den Rückgang von Gold vor der zweitägigen FOMC‑Sitzung, die am Dienstag beginnt, begrenzen.

Im Mittelpunkt steht dabei vor allem die Pressekonferenz nach der Sitzung, bei der die Kommentare des scheidenden Vorsitzenden der Federal Reserve, Jerome Powell, wichtige Hinweise für den weiteren geldpolitischen Kurs geben werden. Darüber hinaus werden neue Signale zur Entwicklung der Krise im Nahen Osten erheblichen Einfluss sowohl auf die Dynamik des US‑Dollars als auch auf den Goldpreis haben.

Insgesamt begünstigt das derzeitige fundamentale Umfeld die Verkäufer von XAU/USD und deutet auf eine wahrscheinliche Ausbruchsbewegung aus der seit Monatsbeginn bestehenden kurzfristigen Handelsspanne hin. Den Daten zur Währungsentwicklung zufolge verzeichnet der US‑Dollar die stärksten Zugewinne gegenüber dem Neuseeland‑Dollar. Aus technischer Sicht verstärken die jüngsten gescheiterten Versuche, sich oberhalb der 20‑Tage‑SMA zu stabilisieren, das negative Szenario. Ein bestätigter Bruch unter die Unterstützung bei 4650 USD untermauert den Abwärtstrend. Der Relative‑Stärke‑Index (RSI) bleibt im negativen Bereich und signalisiert eine Dominanz der Bären am Markt. Gelingt es dem Kurs nicht, sich oberhalb der runden Marke von 4600 USD zu halten, könnte sich der Rückgang in Richtung der runden Marke von 4500 USD beschleunigen. Die Bullen erhalten erst dann wieder eine Chance, wenn ein Ausbruch und eine anschließende Stabilisierung oberhalb der 20‑Tage‑SMA erfolgt.