Währenddessen kehrt der Risikoappetit allmählich zurück – angetrieben sowohl durch die Lage im Nahen Osten als auch durch die Zentralbanksitzungen –, und die EU-Staats- und Regierungschefs haben erstmals eine inhaltliche Diskussion über ein weiteres strittiges Thema geführt: den nächsten siebenjährigen Haushalt des Blocks.
Berichten zufolge droht das im vergangenen Jahr von der Europäischen Kommission vorgeschlagene Paket im Umfang von 1,8 Billionen Euro, langjährige Streitigkeiten über Ausgabenprioritäten und die Frage, wer zahlen soll, neu zu entfachen. Historisch gesehen ist die Last weitgehend auf Deutschland gefallen, doch dies sind offensichtlich nicht die Zeiten, diesem Land eine weitere Ausgabenrunde aufzubürden.
Im Vorfeld der vergangene Woche auf Zypern geführten Gespräche erneuerten wohlhabendere EU-Mitgliedstaaten, die Nettozahler in den Haushalt sind, ihre Kritik an der vorgeschlagenen Höhe. Dieser Haushalt wird die EU-Ausgaben von 2028 bis 2034 bestimmen. Die Geberländer äußerten Bedenken über übermäßige Ausgaben und forderten eine solidere Begründung der geplanten Mittelverwendung.
Die Gespräche auf Zypern haben nur die tiefen Spaltungen zwischen den Mitgliedstaaten über die fiskalische Zukunft des Blocks verdeutlicht. Auf der einen Seite besteht die Europäische Kommission auf umfangreichen Investitionen, um dringende Herausforderungen wie den Klimawandel, die digitale Transformation und Sicherheitsfragen anzugehen. Auf der anderen Seite zeigen sich mehrere der wirtschaftlich am weitesten entwickelten Staaten des Blocks besorgt über den allgemeinen Ausgabenanstieg und pochen auf strengere Kontrollen der Finanzströme.
Der zentrale Streitpunkt bleibt die Verteilung der fiskalischen Verantwortung. Deutschland und andere große Volkswirtschaften der Eurozone haben historisch als Hauptsponsoren fungiert, doch die aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der Bedarf, neue Prioritäten zu finanzieren, erfordern einen gerechteren, ausgewogeneren Ansatz. Dies erzwingt die Suche nach neuen Finanzierungsmodellen und eine Neubewertung etablierter Praktiken, um die Nachhaltigkeit und Weiterentwicklung der EU sicherzustellen.
Europäische Vertreter kritisierten zudem den Vorschlag der Kommission, die bislang wohlhabenderen Ländern wie Deutschland, den Niederlanden, Schweden, Dänemark und Österreich gewährten Rabatte abzuschaffen.
Ein weiterer strittiger Vorschlag ist die Erhöhung der Einnahmen über Abgaben auf EU-Ebene, um beim Abbau der während der Post-COVID-Erholung ausgegebenen Anleihen zu helfen. Der französische Präsident Emmanuel Macron hat argumentiert, dass die in der COVID-Zeit aufgelaufenen EU-Schulden refinanziert werden sollten und der Block neue Schulden aufnehmen müsse – eine Position, die für Länder wie Deutschland nicht hinnehmbar ist.
Die Kommission versucht außerdem, den EU-Haushalt neu auf Prioritäten wie Verteidigung und Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit auszurichten. Angesichts der anhaltenden Investitionslücke zwischen der EU und den USA dürfte es eine Kernpriorität des Blocks sein, das neue Programm an die Erfordernisse des 21. Jahrhunderts anzupassen.
Technisches Bild, EUR/USD
Mit Blick auf das aktuelle technische Bild für EUR/USD sollten Käufer nun überlegen, wie sie die Marke von 1,1730 überwinden können. Erst dann wird ein Test von 1,1762 möglich. Von dort wäre eine Bewegung in Richtung 1,1791 denkbar, doch ohne Unterstützung durch die großen Marktteilnehmer dürfte dies recht schwierig werden. Das am weitesten entfernte Ziel ist das Hoch bei 1,1822. Kommt es nur zu einem Rückgang in den Bereich von etwa 1,1700, rechne ich mit entschlossenem Vorgehen großer Käufer. Sollten diese ausbleiben, wäre es vernünftig, auf eine Erneuerung des Tiefs bei 1,1670 zu warten oder Long-Positionen ab 1,1640 zu eröffnen.
Technisches Bild, GBP/USD
Was das aktuelle technische Bild für GBP/USD angeht, müssen die Käufer des Pfunds zunächst den nächstgelegenen Widerstand bei 1,3530 überwinden. Erst dann kann der Bereich um 1,3550 ins Visier genommen werden, oberhalb dessen ein Ausbruch recht schwierig sein dürfte. Das am weitesten entfernte Ziel ist der Bereich um 1,3585. Kommt es zu einem Rückgang, werden die Bären versuchen, bei 1,3500 die Kontrolle zu übernehmen. Gelingt ihnen dies, würde ein Ausbruch aus der Spanne die Position der Bullen deutlich schwächen und GBP/USD in Richtung des Tiefs bei 1,3475 drücken, mit der Perspektive eines Rückgangs bis 1,3445.