Gold setzt seinen turbulenten Kurs nach der Entscheidung der Fed fort

Der Goldpreis hat seinen dreitägigen Rückgang gestoppt, nachdem die U.S. Federal Reserve gestern, bei geteilter Auffassung, die Zinsen unverändert ließ und darauf hinwies, dass der Krieg mit dem Iran die wirtschaftlichen Aussichten eintrübt. Diese Entscheidung hat den Status des Edelmetalls als sicherer Hafen weiter gefestigt.

Obwohl die Fed die Zinsen unverändert gelassen hat, offenbarten die Sitzungsprotokolle interne Meinungsverschiedenheiten unter den Ausschussmitgliedern. Einige äußerten Sorgen über Inflationsrisiken, was auf mögliche zukünftige Zinserhöhungen hindeuten könnte. Kurzfristig hat die Haltung der Fed Druck auf den Goldpreis ausgeübt. Die Mehrheit scheint jedoch eine abwartende Haltung einzunehmen. In Zeiten der Unsicherheit zieht Gold traditionell Anleger an, die Schutz vor potenzieller Inflation und wirtschaftlicher Instabilität suchen.

Ein weiterer Faktor, der auf den Goldpreis drückt, ist die Zuspitzung der geopolitischen Spannungen im Nahen Osten. Militärische Auseinandersetzungen betreffen einen der wichtigsten Ölproduzenten und schüren zwangsläufig Sorgen um die Stabilität der globalen Märkte sowie um mögliche Anstiege der Energiepreise. Solche Ereignisse führen typischerweise zu abrupten Preissprüngen, die eine Reaktion in Form von Zinserhöhungen erfordern und Gold als nicht verzinsliches Anlagegut weniger attraktiv machen.

Der Goldpreis hält sich derzeit stabil bei rund 4.580 US‑Dollar, nachdem er sich vom gestrigen Rückgang erholt hat. Für April wird der zweite monatliche Rückgang in Folge beim Goldpreis erwartet, da der Konflikt im Nahen Osten einen starken Anstieg der Energiepreise antreibt.

Wie bereits erwähnt, hat sich der Rückgang in den vergangenen Tagen verschärft, da die Verhandlungen zwischen den USA und Iran ins Stocken geraten sind und die Energielieferungen durch die Straße von Hormus praktisch bei null liegen. Seit Beginn des Krieges Ende Februar ist Gold um etwa 13 % gefallen.

Die neuesten Daten des vom Produzentenverband finanzierten World Gold Council zeigen, dass die Zentralbanken ihre Goldreserven im ersten Quartal so stark aufgestockt haben wie seit über einem Jahr nicht mehr. Der Preisrückgang löste eine Kaufwelle aus, die die Verkäufe mehrerer institutioneller Investoren mehr als ausglich.

In Bezug auf das aktuelle technische Bild für Gold müssen die Käufer zunächst den nächstgelegenen Widerstand bei 4.607 USD zurückerobern. Dies würde es ermöglichen, das Kursziel von 4.656 USD anzuvisieren, oberhalb dessen ein Durchbruch allerdings recht schwierig werden dürfte. Das nächste Fernziel liegt im Bereich von etwa 4.708 USD. Kommt es dagegen zu einem Rückgang bei Gold, werden die Bären versuchen, bei 4.546 USD wieder die Kontrolle zu übernehmen. Gelingt dies und wird diese Spanne nach unten durchbrochen, wäre das ein schwerer Schlag für die Bullenpositionen und könnte Gold auf ein Tief von 4.481 USD drücken, mit einem möglichen weiteren Rückgang bis auf 4.432 USD.