Ergebnisse der FOMC-Sitzung. Enttäuschung, nicht mehr. Teil 3

In seiner Rede räumte Jerome Powell zwar ein, dass die Zinsen in den kommenden Monaten gesenkt werden könnten, doch ein solches Szenario wirkt inzwischen wie eine Utopie. Höchstwahrscheinlich versuchte Powell, die Wogen zu glätten, nachdem drei Gouverneure der Federal Reserve gefordert hatten, die Formulierung über eine mögliche Lockerung der Geldpolitik aus dem Abschlusskommuniqué zu streichen. Wie üblich stimmte Stephen Moore für eine sofortige Zinssenkung.

Powell erwähnte außerdem, dass er auf unbestimmte Zeit im FOMC bleiben werde. Es scheint, als wolle Powell innerhalb der Zentralbank zu einer „kontrollierenden Figur“ werden. Er stellte fest, dass die rechtlichen Angriffe seitens der Präsidentschaftsverwaltung in den letzten Jahren zugenommen hätten und dass diese Angriffe die Institution untergraben und öffentliche Werte bedrohen. Folglich wird Trump keinen neuen FOMC‑Vertreter ernennen können, der Powell ersetzt. Das bedeutet bei jeder Zentralbanksitzung eine „tauben“-Stimme weniger. Powell erklärte, er werde die Fed verlassen, wenn er dies für notwendig erachte. Derzeit wartet er darauf, dass die Ermittlungen gegen ihn vollständig und endgültig abgeschlossen werden.

Aus all dem ergibt sich eine klare Schlussfolgerung: Wie will der neue Fed‑Präsident an „taubenhafte“ Positionen festhalten, wenn die Inflation steigt? Sicherlich wäre eine Rückkehr zu einer Zinssenkungspolitik der Fed angemessen, falls die Straße von Hormus in einigen Monaten wieder frei ist und die Inflation sich eher der 2‑Prozent‑Marke annähert, statt sich von ihr zu entfernen. Allerdings wird Warsh wahrscheinlich vom ersten Tag an eine Lockerung verlangen. Und was geschieht, wenn die Blockade der Straße von Hormus das ganze Jahr 2026 über andauert?

Unabhängig davon, wie sehr der Dollar zulegen möchte, hat er bislang nicht von der etwas „hawkisheren“ Haltung der Fed im Vergleich zu zuvor profitiert. Die Situation rund um die Fed ist derzeit ebenso verfahren wie jene zwischen Iran und den USA sowie die Lage in der Straße von Hormus. Marktteilnehmer haben nachvollziehbarerweise beschlossen, ihre Schlüsse nicht aus Powells letzter, sondern aus Warshs erster Sitzung zu ziehen. Meiner Ansicht nach wird die Nachfrage nach der US‑Währung weiter langsam nachlassen, sofern die Bombardierungen des Iran nicht wieder aufgenommen werden. In diesem Fall werden die Wellenmuster der Instrumente EUR/USD und GBP/USD eine etwas andere Form annehmen, und der Aufbau aufwärts gerichteter Trendsegmente könnte sich fortsetzen. Unter diesen Umständen kann ich mir aktuell nicht vorstellen, was – abgesehen von der Geopolitik – den Markt dazu bewegen sollte, die Nachfrage nach der US‑Währung erneut deutlich zu erhöhen.

Wellenmuster für EUR/USD:

Auf Basis der Analyse von EUR/USD komme ich zu dem Schluss, dass sich das Instrument weiterhin in einem aufwärts gerichteten Abschnitt des Trends befindet (unteres Bild) und sich kurzfristig in einer Korrekturstruktur befindet. Das Korrekturwellen‑Set wirkt abgeschlossen und könnte nur dann eine komplexere, ausgedehntere Form annehmen, wenn sich der geopolitische Hintergrund im Nahen Osten aufhellt. Andernfalls könnte sich von den aktuellen Niveaus aus ein neues abwärts gerichtetes Wellen‑Set auszubilden beginnen. Wir haben die Korrekturwelle gesehen; die weitere Entwicklung hängt davon ab, wie stark der Markt an einen positiven Ausgang der Verhandlungen glaubt.

Wellenmuster für GBP/USD:

Das Wellenmuster für GBP/USD ist im Zeitverlauf klarer geworden, wie von mir erwartet. Nun erkennen wir in den Charts eine deutlich ausgeprägte dreiwellige Aufwärtsstruktur, die bereits abgeschlossen sein könnte. Trifft dies zu, ist mit der Ausbildung von mindestens einer Abwärtswelle (mutmaßlich d) zu rechnen. Das aufwärts gerichtete Trendsegment könnte eine fünfwellige Form annehmen, doch dafür müsste sich der Konflikt im Nahen Osten beruhigen statt erneut aufflammen. Das Basisszenario für die kommenden Tage ist daher ein Rückgang in Richtung der 34er‑Marke oder etwas darunter. Auch hier wird letztlich alles von den geopolitischen Rahmenbedingungen abhängen.

Grundprinzipien meiner Analyse:Wellenstrukturen sollten einfach und klar sein. Komplexe Strukturen sind schwer handelbar und unterliegen häufigen Änderungen.Besteht keine Klarheit darüber, was am Markt geschieht, ist es besser, keine Position einzugehen.Es kann niemals 100%ige Sicherheit in Bezug auf die Bewegungsrichtung geben. Denken Sie daran, schützende Stop‑Loss‑Orders zu verwenden.Wellenanalyse lässt sich mit anderen Analyseformen und Handelsstrategien kombinieren.