GBP/USD: 1. Mai – Die Bank of England nahm eine moderat restriktive Haltung ein

Im Stundenchart hat das Währungspaar GBP/USD am Donnerstag eine scharfe Umkehr zugunsten der britischen Währung vollzogen und ist bis zum Widerstandsbereich von 1,3596–1,3620 gestiegen. Ein erneuter Abprall von dieser Zone würde heute den US-Dollar begünstigen und eine Fortsetzung des Rückgangs in Richtung 1,3513–1,3539 sowie 1,3428–1,3437 erwarten lassen. Ein Ausbruch und eine anschließende Konsolidierung oberhalb der Marke von 1,3596–1,3620 würden hingegen die Erwartungen auf eine Fortsetzung des Aufwärtstrends stützen.

Die Wellensituation bleibt bullisch. Die letzte abgeschlossene Abwärtswelle hat das vorherige Tief nicht durchbrochen, während die letzte Aufwärtswelle das vorherige Hoch überwunden hat. Die Geopolitik verschaffte den Bären für zwei Monate nahezu vollständige Dominanz am Markt, woraufhin der geopolitische Hintergrund die Bullen für drei Wochen unterstützte. Derzeit ist die Lage im Nahen Osten widersprüchlich, verschiebt sich jedoch in Richtung einer Eskalation des Konflikts und einer langwierigen Konfrontation zwischen Iran und den Vereinigten Staaten. Der Aufwärtstrend steht kurz vor einem Bruch.

Der Nachrichtenhintergrund am Donnerstag war sehr interessant und bot den Bullen starke Unterstützung. Das wichtigste Ereignis – die Sitzung der Bank of England – überraschte mit ihren Ergebnissen zwar nicht, dennoch entdeckten Händler darin falkenhafte Töne. Die britische Zentralbank ließ alle Parameter der Geldpolitik unverändert, und selbst das Abstimmungsergebnis des MPC entsprach den Prognosen. Ein Ausschussmitglied stimmte für eine Zinserhöhung, während der Rest für die Beibehaltung des Satzes bei 3,75 % votierte. Dennoch veranlasste die steigende Inflation die bullischen Marktteilnehmer dazu, aktiver zu werden. Die Bank of England wird – ähnlich wie die ECB – gezwungen sein, die Zinsen anzuheben, falls die Inflation im April und Mai weiter steigt. Gleichzeitig hat die Federal Reserve keine Bereitschaft signalisiert, ihre Politik in nächster Zeit zu straffen, und Jerome Powell hat sogar die Möglichkeit von Zinssenkungen im Jahr 2026 in Aussicht gestellt. Somit haben die ECB und die Bank of England eine falkenhaftere Haltung eingenommen als die Fed, was den Bullen erlaubte, in die Offensive zu gehen. Allerdings könnte diese Rally nur von kurzer Dauer sein. Nach den Zentralbanksitzungen wird der Markt seinen Fokus wieder auf die Geopolitik richten, wo sich das Kräfteverhältnis erneut zugunsten des Dollars verschiebt.

Im 4-Stunden-Chart hat sich das Währungspaar oberhalb des fallenden Trendkanals stabilisiert, was darauf hindeutet, dass sich ein voll ausgeprägter Aufwärtstrend entwickeln könnte. Die Konsolidierung oberhalb des Fibonacci-Niveaus von 38,2 % (1,3540) erlaubt die Erwartung einer fortgesetzten Aufwärtsbewegung, allerdings ist das Chartmuster im Stundenzeitrahmen derzeit klarer, weshalb ich empfehle, diesem mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Aktuell sind keine sich abzeichnenden Divergenzen zu beobachten.

Commitments of Traders (COT)-Bericht:

Die Stimmung der Kategorie „Non-commercial“-Trader ist in der letzten Berichts­woche weniger bärisch geworden. Die Zahl der von Spekulanten gehaltenen Long-Positionen stieg um 8.139, während die Short-Positionen um 5.454 zunahmen. Die Differenz zwischen Long- und Short-Positionen liegt nun effektiv bei 63 Tausend gegenüber 115 Tausend. Sechs Wochen in Folge haben Non-commercial-Trader ihre Short-Positionen aktiv ausgebaut und Long-Positionen reduziert, was zu einem starken Ungleichgewicht zwischen Long und Short geführt hat. In den letzten Wochen hatten die Bären klar die Oberhand, was angesichts der geopolitischen Lage nicht überraschend ist.

Ich glaube weiterhin nicht an einen übergeordneten Abwärtstrend beim Pfund, doch inzwischen hängt alles nicht mehr von wirtschaftlichen Indikatoren, Trumps Handelspolitik oder der Geldpolitik der Zentralbanken ab, sondern von Dauer, Ausmaß und Folgen des Kriegs im Nahen Osten. In den vergangenen Wochen hatte der Markt zunehmend auf eine Deeskalation gesetzt, doch die jüngsten Meldungen deuten darauf hin, dass ein umfassender Waffenstillstand noch in weiter Ferne liegt und der Konflikt jederzeit wieder aufflammen könnte. In diesem Fall könnte sich der Vorteil der Bären noch weiter verstärken.

Terminkalender für die USA und das Vereinigte Königreich:

USA – ISM Manufacturing PMI (12:30 UTC).

Am 1. Mai enthält der Wirtschaftskalender nur einen, allerdings recht wichtigen Termin. Der Einfluss des Nachrichtenumfelds auf die Marktstimmung am Freitag könnte sich in der zweiten Tageshälfte bemerkbar machen.

GBP/USD-Prognose und Handelsempfehlungen:

Ein Verkauf des Paares ist heute möglich, wenn es auf dem Stundenchart zu einem Rückprall vom Bereich 1,3596–1,3620 kommt, mit Zielen bei 1,3513–1,3539 und 1,3428–1,3437. Käufe sind möglich, wenn der Kurs über dem Bereich 1,3596–1,3620 schließt, mit einem Ziel bei 1,3700.

Die Fibonacci-Niveaus werden im Stundenchart aus dem Bereich 1,3866–1,3158 und im 4-Stunden-Chart aus 1,3012–1,3868 abgeleitet.