EUR/USD: Smart Money Analyse – Bullen haben das Kursziel fast erreicht

Das Währungspaar EUR/USD befindet sich weiterhin in einer schwachen Korrekturbewegung, die noch nicht als abgeschlossen gelten kann. In dieser Woche gab es eine Reihe wichtiger Ereignisse, doch lässt sich nicht sagen, dass sie bei den Tradern einen starken Eindruck hinterlassen hätten. Die bedeutendsten Ereignisse waren die Sitzungen der EZB und der Fed (wenig überraschend), jedoch wurden keine Entscheidungen zu Änderungen der Geldpolitik getroffen. Die EZB deutete an, dass die Zinsen künftig (im Sommer) angehoben werden könnten, was jedoch bereits im Vorfeld absehbar war. Die Inflation in Europa beschleunigt sich nun schon den zweiten Monat in Folge – und das recht deutlich. Sollte sich der Konflikt im Nahen Osten über Monate hinziehen und die Straße von Hormus weiterhin blockiert bleiben, werden die Öl- und Gaspreise unweigerlich weiter steigen. In der Folge dürfte sich die Inflation weiter beschleunigen und die Zentralbanken zwingen, ihre Geldpolitik zu straffen. Gleichzeitig kommen die vagen Verhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten und Iran nicht voran, und Berichten zufolge bereitet Donald Trump neue Angriffe vor. Somit könnte das verhaltene Wachstum des Euro in dieser Woche durch eine erneute Stärke des US-Dollars abgelöst werden.

In der aktuellen Situation warten Trader auf eine Reaktion an der Imbalance 13. Momentan gibt es keine weiteren klaren Kaufzonen, und ich betrachte den Trend weiterhin als bullisch. Gestern verfehlten die Bullen die Imbalance 13 nur knapp und generierten damit kein Signal. Auffällig ist, dass es überhaupt keine bärischen Muster gibt, sodass es derzeit keine Grundlage gibt, das Währungspaar zu verkaufen. Das letzte Kaufsignal an der Imbalance 12 hat sehr gut funktioniert, der Euro legte etwa 270 Punkte zu. Diese Trades konnten mit soliden Gewinnen geschlossen werden.

Es ist erwähnenswert, dass der gesamte Anstieg des US-Dollar von Januar bis März ausschließlich durch Geopolitik getrieben war. Sobald sich die USA und Iran auf einen Waffenstillstand geeinigt hatten, zogen sich die Bären sofort zurück und die Bullen drängten nach vorn. Der Waffenstillstand ist derzeit fragil, aber intakt. Ich habe wiederholt betont, dass ich nicht glaube, dass der bullische Trend beendet ist, trotz des Bruchs wichtiger trendbildender Tiefs. Die Bewegung der letzten zwei Monate könnte sich in einen bärischen Trend verwandeln, falls sich die geopolitische Lage weiter verschlechtert. Allerdings preisen die Märkte häufig im Voraus das pessimistischste Szenario ein und versuchen, die extremsten Entwicklungen vorwegzunehmen. Daher ist es möglich, dass Trader den geopolitischen Konflikt im Nahen Osten bereits vollständig eingepreist haben. Für weitere bullische Fortschritte fehlt dem Markt aktuell an positiven Entwicklungen aus der Region, während es für bärische Bewegungen an negativen Katalysatoren mangelt.

Die übergeordnete Chartstruktur ist derzeit klar. Erstens zeigte der Preis an der Imbalance 11 keinerlei Reaktion. Zweitens reagierte er auf die Imbalance 12 und bildete dabei ein bullisches Signal innerhalb eines bullischen Trends. Drittens hat sich eine neue bullische Imbalance 13 gebildet, die eine interessante Zone für zukünftige Long-Trades sowie ein Unterstützungsniveau für den Euro darstellt.

Der Nachrichtenhintergrund war am Freitag praktisch nicht vorhanden. Der US-ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe hatte keinerlei Einfluss. Die Bullen erhielten leichte Unterstützung durch den im Vergleich zur Fed restriktiveren Ton der EZB, doch insgesamt bleibt die Lage instabil, gemischt und unsicher. Der Markt hat die meisten Konjunkturdaten in dieser Woche weitgehend ignoriert.

Es gibt weiterhin zahlreiche Gründe für Angriffe der Bullen im Jahr 2026, und selbst der Ausbruch des Konflikts im Nahen Osten hat diese nicht geschmälert. Strukturell und global haben sich Trumps politische Leitlinien – die im vergangenen Jahr zu einem deutlichen Rückgang des Dollar geführt haben – nicht verändert. In den kommenden Monaten könnte die US-Währung zeitweise aufgrund von Risk-off-Stimmung zulegen, doch dafür wäre eine anhaltende Eskalation im Nahen Osten erforderlich. An einen nachhaltig bärischen Trend glaube ich weiterhin nicht. Der Dollar hat temporäre Unterstützung erhalten, aber was soll die Bären langfristig antreiben?

Wirtschaftskalender für die USA und die Eurozone:

Deutschland – Manufacturing PMI (07:55 UTC)Eurozone – Manufacturing PMI (08:00 UTC)

Am 4. Mai enthält der Wirtschaftskalender nur zwei zweitrangige Ereignisse. Der Einfluss des Nachrichtenhintergrunds auf die Marktstimmung dürfte am Montag vernachlässigbar sein.

EUR/USD-Prognose und Trading-Empfehlungen:

Meiner Ansicht nach befindet sich das Währungspaar weiterhin im Prozess der Ausbildung eines bullischen Trends. Der Nachrichtenhintergrund hat sich vor zwei Monaten zwar deutlich verschoben, aber der Trend kann nicht als aufgehoben oder abgeschlossen gelten. Daher könnten die Bullen ihren Vormarsch in der nahen Zukunft gut fortsetzen, vorausgesetzt, die geopolitische Lage eskaliert nicht erneut unerwartet.

Trader hatten die Möglichkeit, Long-Positionen auf Basis des Signals von Imbalance 12 zu eröffnen, und die Aufwärtsbewegung könnte sich in Richtung der Jahreshochs fortsetzen. Es hat sich außerdem eine neue Imbalance 13 gebildet, die bald ein weiteres bullisches Signal liefern könnte. Für ein ununterbrochenes Wachstum des Euro wäre eine Entwicklung des Konflikts im Nahen Osten hin zu einem stabilen Frieden nötig, was derzeit nicht der Fall ist. Allerdings fehlt es auch den Bären an ausreichenden Gründen für einen Angriff. Kurzfristig würde ich mich in erster Linie auf die technische Analyse stützen, die auf eine anhaltende Dominanz der Bullen hindeutet.