Silber (XAG/USD) beginnt die neue Woche mit einem negativen Vorzeichen und fällt auf 73,50 $, was einem Verlust von 2,41 % am Montag entspricht. Das weiße Metall sieht sich Gewinnmitnahmen ausgesetzt, begünstigt durch einen stärkeren Dollar und steigende Treasury-Renditen.
Die Ereignisse in der Straße von Hormus verstärken weiterhin die Unsicherheit an den Märkten. Iranische Staatsmedien berichten, dass angeblich Raketen auf ein amerikanisches Kriegsschiff in der Nähe dieser strategisch wichtigen Wasserstraße abgefeuert worden seien, nachdem das Schiff Warnungen der Islamischen Revolutionsgarde (IRGC) Berichten zufolge ignoriert hatte. Obwohl US-Vertreter Schäden an Schiffen dementiert haben, unterstreicht dieser Vorfall die Fragilität der derzeitigen Lage.
Washington hat seinerseits eine Marineoperation eingeleitet, um die Sicherheit der kommerziellen Schifffahrtsrouten in der Region zu gewährleisten, was Teheran dazu veranlasst hat, vor möglichen Vergeltungsmaßnahmen bei verstärkter militärischer Präsenz zu warnen. Das Ausbleiben von Fortschritten in den diplomatischen Verhandlungen zwischen den beiden Ländern schürt weiterhin die hohen Spannungen.
Im aktuellen geopolitischen Umfeld erhalten Edelmetalle jedoch trotz ihrer traditionellen Rolle keine nachhaltige Unterstützung, da die Kapitalströme in erster Linie in den US-Dollar gelenkt werden.
Die US-Währung profitiert von der steigenden Nachfrage nach sicheren Häfen und erhält zusätzliche Unterstützung durch zunehmende Treasury-Renditen, die direkt Druck auf Silber als nicht verzinsliches Asset ausüben. Vor dem Hintergrund der Erwartung, dass die Zinsen für längere Zeit hoch bleiben, verliert Silber an Attraktivität.
Die Erwartungen in Bezug auf die Geldpolitik bleiben ein Schlüsselfaktor für die Marktbewegungen. Marktteilnehmer gehen davon aus, dass die Federal Reserve angesichts anhaltender Inflationsrisiken, die zum Teil durch hohe Energiepreise aufgrund potenzieller Angebotsunterbrechungen in der Straße von Hormus angeheizt werden, an einer vorsichtigen Haltung festhalten wird.
Laut dem CME FedWatch Tool verschieben Investoren den erwarteten Zeitpunkt für eine Lockerung der Geldpolitik nach hinten und preisen gleichzeitig die Möglichkeit einer geldpolitischen Straffung auf längere Sicht ein.
Vor diesem Hintergrund begrenzt die Kombination aus einem starken US-Dollar, steigenden Anleiherenditen und anhaltend restriktiven Zinserwartungen weiterhin das Aufwärtspotenzial von Silber.
Anleger sollten die anstehenden Makrodaten aus den USA genau beobachten – insbesondere Arbeitsmarktdaten und Konjunkturindikatoren – sowie die Auftritte von Vertretern der Federal Reserve, um zusätzliche Signale zur künftigen Zinsentwicklung zu erhalten.
Aus technischer Sicht spricht der Rückgang unter die 100-Tage-SMA für die Bären; allerdings ist die 200-Tage-SMA aufwärts gerichtet, was darauf hindeutet, dass Silber langfristig steigen dürfte. Kurzfristig sind die Oszillatoren negativ, was den Vorteil der Bullen bestätigt. Können sich die Kurse nicht über der runden Marke von 70,00 halten, dürfte sich der Rückgang zunächst bis zur 200-Tage-EMA, anschließend zur 200-Tage-SMA und schließlich bis zur runden Marke von 61,00 beschleunigen.