Am Montag nähert sich das Währungspaar USD/CHF der Konvergenz mehrerer gleitender Durchschnitte und legt im Tagesverlauf um 0,28 % zu, begünstigt durch eine neue Welle der Risikoaversion, die den US‑Dollar stützt.
Die Stimmung der Marktteilnehmer wird derzeit von Sorgen über eine mögliche Eskalation des Konflikts im Nahen Osten geprägt, die sich aus widersprüchlichen Berichten über einen Vorfall mit einem amerikanischen Kriegsschiff in der Straße von Hormus ergeben. Während einige US‑Quellen einen Raketeneinschlag dementiert haben, veranlasst die andauernde Unsicherheit die Investoren dazu, ihr Engagement in riskanteren Anlagen zu reduzieren.
Die Spannungen verschärften sich, nachdem die iranische Nachrichtenagentur Fars berichtete, dass zwei Raketen auf ein amerikanisches Kriegsschiff abgefeuert worden seien, das nach Angaben Irans Warnungen aus Teheran ignoriert habe. Der Vorfall ereignete sich vor dem Hintergrund bereits bestehender Spannungen, kurz nachdem die USA ihre Pläne zur Sicherung der Schifffahrtssicherheit in der Region bekannt gegeben hatten.
US‑Vertreter haben jedoch einen direkten Raketeneinschlag zurückgewiesen, während iranische Quellen nahelegten, es könnte sich um einen Warnschuss gehandelt haben, der keine bestätigten Schäden verursacht habe. Diese Ungewissheit hält das Spannungsniveau an den Märkten hoch, insbesondere vor dem Hintergrund der Drohung Irans, jede US‑Intervention als Verletzung der Waffenruhe zu werten.
Der US‑Dollar profitiert von einem verstärkten Zustrom von Sicherheitskapital und gewinnt gegenüber den wichtigsten Weltwährungen an Stärke.
Steigende Ölpreise, angetrieben durch geopolitische Spannungen, verstärken diesen Trend zusätzlich, da Anleger mit möglichen Störungen der globalen Energieversorgung rechnen.
In diesem Umfeld agieren die Händler zurückhaltend, da sie auf die Veröffentlichung wichtiger Konjunkturdaten aus den USA warten, insbesondere auf den ADP-Bericht zur Beschäftigung im Privatsektor und vor allem auf den Nonfarm Payrolls (NFP)-Bericht am Freitag. Diese Daten dürften zusammen mit den Auftritten von Vertretern der Federal Reserve zusätzliche Klarheit über die geldpolitischen Perspektiven liefern, nachdem in der vergangenen Woche eher restriktive Signale gesendet wurden.
Mit Blick auf den Schweizer Franken bleiben die fundamentalen Faktoren, die seinen Wechselkurs bestimmen, recht robust, was sein Abwärtspotenzial gegenüber dem US‑Dollar begrenzt. Jüngste Daten deuten auf eine Belebung der Industrieaktivität hin: Im April stieg der von der SVME berechnete Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe auf 54,5 Punkte. Allerdings hat die Schweizerische Nationalbank (SNB) nach Einschätzung der Commerzbank nur noch begrenzten Spielraum, um den Franken durchgängig zu schwächen. Das Institut geht davon aus, dass erhebliche Interventionen erforderlich wären, um den Wechselkurs der Schweizer Währung spürbar zu beeinflussen – ein Schritt, der angesichts der Risiken für die Bilanz der Notenbank und politischer Einschränkungen eher unwahrscheinlich erscheint.
Während der US‑Dollar derzeit von der Nachfrage nach sicheren Häfen profitiert, könnte die strukturelle Widerstandskraft des Schweizer Frankens kurzfristig die weiteren Aufwärtsbewegungen des Währungspaares USD/CHF begrenzen.
Die nachfolgende Tabelle zeigt die prozentuale Veränderung des US‑Dollar-Wechselkurses gegenüber den wichtigsten Währungen im bisherigen Tagesverlauf. Am stärksten präsentierte sich der US‑Dollar gegenüber dem Australischen Dollar.
Aus technischer Sicht sind die Oszillatoren negativ und signalisieren einen Vorteil für die Bären am Markt. Die Bullen müssen den 50-Tage-SMA überwinden, um genügend Stärke für eine Aufwärtsbewegung zu gewinnen.