Am Dienstag versucht das Währungspaar GBP/USD, sich zu erholen und die gestrigen Verluste zu stoppen. Allerdings ist das Kaufinteresse verhalten, und der Kurs bleibt über der wichtigen psychologischen Marke von 1,3500 und erreicht 1,3545. Das komplexe Marktumfeld erfordert einen vorsichtigen Ansatz beim Eingehen neuer Positionen, insbesondere vor dem Hintergrund der jüngsten Korrektur von 1,3660, die am vergangenen Freitag als höchster Stand seit dem 16. Februar verzeichnet wurde.
Der US‑Dollar profitiert weiterhin von sicheren Hafenströmen vor dem Hintergrund der zunehmenden Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran in der Straße von Hormus. Gleichzeitig sinkt die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung der Federal Reserve im Jahr 2026. Der stärkere Dollar beginnt, Druck auf das Währungspaar GBP/USD auszuüben.
Auf der anderen Seite stützt ein insgesamt restriktiverer Kurs der Bank of England das britische Pfund und trägt dazu bei, Rückgänge der Kassakurse zu begrenzen.
Jüngsten Meldungen zufolge hat Reuters von einem Brand auf einem südkoreanisch beflaggten Schiff in der Meerenge berichtet. Der US‑Präsident Donald Trump warnte, der Iran würde zerstört, sollte er amerikanische Schiffe angreifen. Als Reaktion auf die US‑Bekanntgabe der Initiative „Project Freedom“, die dem Schutz von Schiffen im Persischen Golf dient, hat der Iran einen groß angelegten Raketen‑ und Drohnenangriff auf die Vereinigten Arabischen Emirate gestartet.
Das steigende Risiko einer Eskalation im Nahen Osten treibt die Ölpreise nach oben, verstärkt Inflationssorgen und nährt die Erwartung einer strafferen Geldpolitik der Zentralbanken, einschließlich der Federal Reserve.
Diese Faktoren stützen den US‑Dollar und setzen das Währungspaar GBP/USD unter Druck. Zugleich hat die Bank of England mögliche Zinserhöhungen in Aussicht gestellt, falls die Inflation hoch bleibt, was dem Pfund helfen könnte, seine Position zu halten.
Heute könnten sich nach der Veröffentlichung von US‑Konjunkturdaten bessere Handelschancen ergeben, darunter der ISM Services PMI, die JOLTS-Stellenausschreibungen und die Zahlen zu Neubauverkäufen. Diese Datenberichte, zusammen mit Reden wichtiger FOMC‑Mitglieder, könnten die Entwicklung des US‑Dollars und des Währungspaars GBP/USD beeinflussen. Dennoch liegt der Hauptfokus weiter auf dem US‑Arbeitsmarktbericht Nonfarm Payrolls (NFP) am Freitag sowie auf den geopolitischen Entwicklungen, die die Marktvolatilität erhöhen könnten.
Aus technischer Sicht wird das Paar über wichtigen gleitenden Durchschnitten gehandelt, und die Oszillatoren befinden sich im positiven Bereich, was einen bullischen Grundton bestätigt. Allerdings sollte man den 100‑Tage‑ und den 200‑Tage‑SMA im Auge behalten, die sich abflachen und darauf hindeuten, dass sich die Kurse eine Zeit lang seitwärts bewegen könnten. Gelingt es dem Paar nicht, sich über 1,3500 zu halten, liegt die nächste Unterstützungszone am 100‑Tage‑SMA. Wird 1,3545 überwunden, rückt als nächstes Ziel die psychologisch wichtige Marke von 1,3600 in den Fokus.