EUR/USD Analyse – 6. Mai: Lage am US-Arbeitsmarkt

Das Wellenmuster im 4-Stunden-Chart für EUR/USD hat sich verändert. Es gibt nach wie vor keine Hinweise darauf, dass der Aufwärtstrendabschnitt (im unteren Chart dargestellt), der im Januar des vergangenen Jahres begonnen hat, aufgehoben wurde. Die Wellenstruktur wirkt nun jedoch recht uneindeutig. In solchen Situationen empfehle ich immer, auf einen niedrigeren Zeitrahmen (oberer Chart) umzuschalten und sich auf einfachere, kleinere Wellenstrukturen zu konzentrieren, um kurzfristige Prognosen zu erstellen, die für das Eröffnen von Positionen ausreichen. Wellenstrukturen können sehr komplex sein und mehrere Szenarien zulassen. Der einfachste Ansatz besteht darin, mit klassischen „Fünf-Drei“-Mustern zu handeln.

Im obigen Chart lässt sich eine klassische fünfteilige Impulsstruktur erkennen, mit einer verlängerten dritten Welle. Nach ihrem Abschluss begann sich eine Korrekturstruktur von mindestens drei Wellen zu bilden. Drei Wellen wurden bereits beobachtet, sodass der Markt in naher Zukunft voraussichtlich mindestens eine weitere abwärtsgerichtete Korrekturwelle ausbilden wird. Die weitere Entwicklung hängt von der Geopolitik ab: ob sich die Aufwärtsstruktur weiter verkompliziert oder ob ein neuer Abwärtstrendabschnitt beginnt.

Am Mittwoch legte EUR/USD um 60 Basispunkte zu und die Volatilität nahm zu. Der Nachrichtenfluss war sehr begrenzt, wobei sich die Marktteilnehmer hauptsächlich auf den US-ADP-Beschäftigungsbericht konzentrierten. Wie so oft wich die Realität aber von den Erwartungen ab. Im Tagesverlauf gingen Meldungen ein, wonach Iran und die Vereinigten Staaten kurz vor der Unterzeichnung eines Memorandums oder Rahmenabkommens stehen, das einen Monat lang gelten soll. In diesem Zeitraum sollen die Verhandlungen fortgesetzt werden, mit dem Ziel, einen vollständigen Waffenstillstand zu erreichen und die Straße von Hormus wieder zu öffnen. Diese Informationen stammen naturgemäß aus „Insider“-Quellen, sodass ihre Verlässlichkeit ungewiss ist.

Donald Trump erklärte außerdem, dass die Militäroperation im Iran beendet sei und möglicherweise bald ein Abkommen unterzeichnet werde. Gleichzeitig fügte er hinzu, dass die USA bei einer Verweigerung der Unterschrift durch Iran neue Angriffe durchführen würden, die möglicherweise schwerwiegender ausfallen könnten als die bisherigen. Somit deuten Gerüchte und Insiderberichte weiterhin darauf hin, dass sich die Parteien auf eine Art Übereinkunft zubewegen, wenn auch nicht auf eine endgültige. Meiner Ansicht nach können die Verhandlungen jedoch jederzeit scheitern.

Zurück zum ADP-Bericht: Der US-Arbeitsmarkt bleibt ein zentraler Indikator sowohl für den Markt als auch für die Federal Reserve. Laut dem April-Bericht stieg die Beschäftigung in den USA um 109.000 Stellen und übertraf damit die Prognosen um 9.000. Dies ist ein moderat positives Ergebnis und bot dem Dollar eine gewisse Unterstützung. Geopolitische Nachrichten haben jedoch in der Regel einen stärkeren Einfluss, sodass die Nachfrage nach der US-Währung den Großteil des Tages rückläufig war.

Allgemeine Schlussfolgerungen

Auf Grundlage der EUR/USD-Analyse komme ich zu dem Schluss, dass das Währungspaar sich weiterhin in einem Aufwärtstrendabschnitt (unterer Chart) befindet, sich kurzfristig jedoch in einer Korrekturphase bewegt. Die Korrekturwellenstruktur erscheint weitgehend abgeschlossen und könnte sich nur dann weiter verkomplizieren und ausdehnen, wenn sich die geopolitische Lage im Nahen Osten nicht verschlechtert. Andernfalls könnte von den aktuellen Niveaus aus ein neuer Abwärtstrendabschnitt beginnen. Da die Korrekturwelle bereits ausgebildet ist, rechne ich von den aktuellen Niveaus aus mit einer erneuten Aufwärtsbewegung, mit Zielen im Bereich von 1,19.

In einem kleineren Zeitrahmen ist der gesamte Aufwärtstrendabschnitt sichtbar. Die Wellenstruktur ist etwas unkonventionell, da sich die Korrekturwellen in ihrer Größe unterscheiden. So ist zum Beispiel die höhergradige Welle 2 kleiner als die innere Welle 2 innerhalb der Welle 3. Solche Abweichungen können vorkommen. Wichtig ist, sich auf klare und verständliche Strukturen zu konzentrieren, anstatt zwanghaft jede einzelne Welle exakt zu markieren. Die jüngsten Wellen sind nur schwer eindeutig zu identifizieren, weshalb ich mich in meiner Analyse stärker auf höhere Zeitrahmen stütze.

Grundprinzipien meiner Analyse

Wellenstrukturen sollten einfach und klar sein. Komplexe Strukturen sind schwer zu handeln und ändern sich häufig.Besteht keine ausreichende Sicherheit über die Marktlage, ist es besser, an der Seitenlinie zu bleiben.Es gibt niemals vollständige Gewissheit über die Marktrichtung – setzen Sie immer Stop-Loss-Orders ein.Wellenanalyse lässt sich mit anderen Analysemethoden und Handelsstrategien kombinieren.