Das Währungspaar GBP/USD hat erneut zugunsten des Britischen Pfunds gedreht und bereitet sich darauf vor, seine Aufwärtsbewegung fortzusetzen. Zur Erinnerung: In der vergangenen Woche reagierte der Kurs auf die bullische Imbalance 19, woraufhin sich eine neue bullische Imbalance 20 bildete, und gestern reagierte das Paar ebenfalls auf dieses Muster. Ohne die positiven geopolitischen Entwicklungen, die die Attraktivität des US-Dollars in den Augen der Trader verringert haben, hätten wir diese erneute Rallye möglicherweise nicht gesehen. Nichtsdestotrotz hatten die Trader einen klar definierten Interessenbereich und ein offensichtliches Muster, innerhalb dessen mit der Bildung eines neuen Kaufsignals zu rechnen war. Wie wir sehen, ist dieses Signal nun erschienen.
Bis zum Ende der Woche könnten nur die Geopolitik oder unerwartet starke Daten zum US-Arbeitsmarkt und zur Arbeitslosigkeit die Bullen an einer Fortsetzung ihres Vormarschs hindern. Meiner Ansicht nach können sich die geopolitischen Entwicklungen jederzeit umkehren, daher sollten alle Nachrichten im Zusammenhang mit den Verhandlungen zwischen Iran und den Vereinigten Staaten sehr genau verfolgt werden. Offizielle Informationen bleiben äußerst begrenzt, doch einige Berichte wirken überzeugend genug, damit der Markt ihnen Glauben schenkt. Iran und die Vereinigten Staaten könnten sich tatsächlich auf die Unterzeichnung einer „Rahmenvereinbarung“ zubewegen, aber ob sie letztlich unterzeichnet wird – und ob sie länger als nur wenige Tage Bestand hätte – ist weiterhin unklar.
Zum aktuellen Nachrichtenumfeld gibt es im Moment wenig hinzuzufügen. Die Bemühungen, den Konflikt im Nahen Osten zu lösen, kommen nur schleppend voran, während Trader nach wie vor unsicher sind, in welche Richtung sich die Ereignisse als Nächstes entwickeln werden. Heute hat sich der Markt zugunsten der Bullen gedreht, doch schon morgen kann er ebenso leicht wieder zu den Bären umschwenken. Derzeit haben die Bullen zwar die Oberhand, doch bei einer weiteren Eskalation könnten die Bären zu einer großangelegten Offensive ansetzen.
Die Rally des Pfunds begann mit einem „Three Drives Pattern“. Trader erhielten damit gleich zu Beginn der Bewegung ein bullisches Signal, und der übergeordnete Trend bleibt bullisch. Der Waffenstillstand im Nahen Osten ist nach wie vor fragil, doch wenn man den Medienberichten Glauben schenkt, versuchen die beteiligten Parteien weiterhin, eine Einigung zu erzielen. Offizielle Verhandlungen könnten wieder aufgenommen werden, doch ebenso könnte auch der Konflikt wieder aufflammen. Die Straße von Hormus steht weiterhin faktisch unter doppelter Blockade, auch wenn sich Teheran und Washington offenbar auf eine Lockerung dieser Beschränkungen zubewegen. Die Lage verbessert sich allmählich, allerdings beruhen diese Einschätzungen ausschließlich auf unbestätigten Informationen. Die Märkte sind derzeit von Optimismus geprägt, aber die Stimmung könnte sich jederzeit abrupt umkehren.
Das „Three Drives Pattern“, im Chart durch ein Dreieck gekennzeichnet, ermöglichte es den Bullen, ihre Offensive zu starten. Die Imbalance 18 bot Tradern die Möglichkeit zum Aufbau von Long-Positionen, und die Imbalance 19 lieferte eine weitere Kaufgelegenheit. In der laufenden Impulsbewegung haben sich somit drei bullische Signale gebildet, und in dieser Woche kam mit der Imbalance 20 ein weiteres bullisches Signal hinzu. Allerdings hat die Geopolitik zwar eine neue Rally der Bullen ermöglicht, sie könnte sich aber ebenso leicht wieder zugunsten der Bären wenden.
Das ökonomische Nachrichtenumfeld am Donnerstag war nahezu bedeutungslos. Es gab keine neuen Meldungen zu Verhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten und Iran, und auch an Wirtschaftsveröffentlichungen mangelte es. Trader schenken derzeit Nebenaspekten wenig Beachtung und warten stattdessen auf die US-Arbeitsmarkt- und Arbeitslosenberichte am Freitag, die den letzten großen Höhepunkt einer interessanten und insgesamt eher positiven Woche darstellen werden.
In den Vereinigten Staaten deutet das Gesamtbild nach wie vor darauf hin, dass langfristig wenig anderes zu erwarten ist als eine anhaltende Schwäche des US-Dollar. Selbst der Konflikt zwischen Iran und den USA ändert daran kaum etwas. Die geopolitischen Spannungen haben die Märkte für rund zwei Monate vorübergehend an den Status des Dollars als sicheren Hafen erinnert, doch die längerfristigen Perspektiven für die US-Währung bleiben schwierig.
Der US-Arbeitsmarkt schwächt sich weiter ab, die Wirtschaft nähert sich einer Rezession, und anders als bei der EZB und der Bank of England ist 2026 keine Straffung der Geldpolitik durch die Federal Reserve zu erwarten. Hinzu kommt, dass in den Vereinigten Staaten bereits vier größere Protestaktionen gegen Donald Trump stattgefunden haben, während ein möglicher Rückzug von Jerome Powell die Aussichten für den Dollar weiter verschlechtern könnte, falls das FOMC unter Kevin Warsh einen noch expansiveren Kurs einschlägt. Aus wirtschaftlicher Sicht sehe ich derzeit keine überzeugenden Gründe für ein nachhaltiges Dollar-Wachstum.
Wirtschaftskalender für die Vereinigten Staaten und das Vereinigte Königreich:Vereinigte Staaten – Veränderung der Nonfarm Payrolls (12:30 UTC)Vereinigte Staaten – Arbeitslosenquote (12:30 UTC)Vereinigte Staaten – Veränderung der durchschnittlichen Stundenlöhne (12:30 UTC)Vereinigte Staaten – University of Michigan Consumer Sentiment Index (14:00 UTC)Der Wirtschaftskalender für den 8. Mai umfasst vier Ereignisse, von denen mindestens zwei als wichtig einzustufen sind. Entsprechend könnte der Einfluss des wirtschaftlichen Umfelds auf die Marktstimmung am Freitag, insbesondere in der zweiten Tageshälfte, erheblich sein.
GBP/USD-Prognose und Handelsempfehlungen:Die langfristigen Perspektiven für das Pfund bleiben bullisch. Das „Three Drives Pattern“ hat Trader frühzeitig auf den Beginn der Rally hingewiesen, und seitdem haben sich drei bullische Muster und drei bullische Signale herausgebildet. Unter den aktuellen Bedingungen erwarte ich daher, trotz der geopolitischen Risiken, eine Fortsetzung des Anstiegs des Pfunds. Gleichzeitig muss man sich jedoch bewusst sein, dass die Geopolitik die Aufwärtsdynamik jederzeit empfindlich stören kann.
Ich sehe das Kursziel des Pfunds am Hoch von 2026 bei 1,3867. Die Reaktion auf die Imbalance 20 hat Tradern bereits zum dritten oder vierten Mal die Möglichkeit eröffnet, Long-Positionen zu eröffnen.