Euro-Währung: Wöchentliche Vorschau. Lagardes Reden und Verhandlungen zwischen den USA und Iran

Die europäische Gemeinschaftswährung startet positiv gestimmt in die neue Woche. Der Krieg im Nahen Osten ist nicht wieder aufgeflammt; mehrere unglückliche Zwischenfälle in der vergangenen Woche im Persischen Golf blieben ohne Folgen, und inoffizielle Verhandlungen zwischen Teheran und Washington dauern an. Betrachtet man allerdings die „nackten“ Fakten statt Gerüchte und angeblicher „Insider“-Informationen, bleibt das Bild wenig schmeichelhaft. Die Straße von Hormus ist weiterhin geschlossen, und der Ausgang der Gespräche zwischen Iran und den USA ist ungewiss. Dennoch ist zu beachten, dass die verstärkten Dollar-Käufe bereits etwa 2–3 Wochen vor Ausbruch des Krieges im Nahen Osten eingesetzt hatten. Das bedeutet, dass der Markt die Gerüchte und Erwartungen damals bereits eingepreist hat.

Entsprechend preist er auch jetzt Gerüchte, Erwartungen und „Insider“-Meldungen ein. Persönlich vertraue ich diversen Insidern ohne Angabe von Quellen nicht, aber ich bin bereit anzuerkennen, dass Marktteilnehmer ihnen in gewissem Maß Glauben schenken. Folglich wird sich der Aufwärtstrend der europäischen Währung fortsetzen, sofern es in der kommenden Woche nicht zu einem „Blitz aus heiterem Himmel“ kommt. Der Freitag hat gezeigt, dass das Interesse des Marktes an Konjunkturdaten weiterhin gering ist – selbst der wichtige Nonfarm-Payrolls-Bericht wurde ignoriert. Wenn die Entwicklung der Wirtschaft den Markt nicht interessiert, was könnte dann seine Aufmerksamkeit fesseln? Die Geopolitik.

Dementsprechend rechne ich in dieser Woche mit einem Anstieg des Euro in den Bereich der 19er-Marke. Ein Zuwachs von 110 Pips innerhalb einer Woche ist nicht übermäßig viel, selbst bei moderater Marktaktivität. Über den wirtschaftlichen Hintergrund lässt sich daher nur in formeller Weise sprechen. Ich bin mir nahezu sicher, dass die wichtigsten europäischen Daten und Ereignisse keine Marktreaktion hervorrufen werden. Man denke etwa an die zwei Reden der Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde. Seit der EZB-Sitzung im April hat Lagarde mindestens fünf Interviews gegeben, von denen jedoch keines für Trader wirklich relevante Aussagen enthielt. Die EZB ist weiterhin bereit, die Geldpolitik zu straffen, falls sich die Inflation weiter beschleunigt. Gleichzeitig möchte sie sich jedoch vergewissern, dass der Konflikt im Nahen Osten nicht in absehbarer Zeit gelöst wird, was zu einer „natürlichen“ Verlangsamung der Verbraucherpreisinflation führen würde, sobald Öl- und Kraftstoffpreise wieder zu sinken beginnen.

Aus den Konjunkturberichten würde ich insbesondere die Inflation in Deutschland, den ZEW-Index der wirtschaftlichen Stimmung, die Industrieproduktion in der EU sowie das Bruttoinlandsprodukt für das erste Quartal in seiner zweiten Schätzung hervorheben. Allerdings möchte ich noch einmal betonen, dass diese Daten meiner Ansicht nach den Handel des Instruments EUR/USD nicht beeinflussen werden. Die Wellenzählung lässt derzeit keine mehrfachen Interpretationen zu.

Wellenbild von EUR/USD:

Auf Basis der Analyse von EUR/USD komme ich zu dem Schluss, dass sich das Instrument weiterhin im Aufwärtssegment des Trends befindet (wie im unteren Bild dargestellt) und sich kurzfristig in einer korrektiven Struktur bewegt. Das Korrekturwellenset wirkt recht vollständig und kann eine komplexere, verlängerte Form annehmen. Der geopolitische Hintergrund im Nahen Osten verbessert sich weiter, was die Zuversicht der Käufer stärkt. Ich erwarte von den aktuellen Niveaus aus eine neue Aufwärtsbewegung mit einem Zielbereich um die 19er-Marke.

Wellenbild von GBP/USD:

Das Wellenbild des Instruments GBP/USD ist im Laufe der Zeit klarer geworden, wie von mir prognostiziert. Jetzt sehen wir in den Charts eine klar ausgeprägte fünfwellige Aufwärtsstruktur, die in Kürze abgeschlossen sein könnte. Sollte dies tatsächlich der Fall sein, wäre nach Abschluss der Welle 5 mit der Ausbildung eines korrektiven Wellensets zu rechnen. Welle 5 könnte im Bereich von 1,3699 enden, was 76,4 % auf der Fibonacci-Skala entspricht. Wenn sich die geopolitische Entwicklung weiter in Richtung eines langfristigen Friedens bewegt, könnte das Aufwärtssegment des Trends eine verlängerte Form annehmen. Somit wird die Kombination aus Wellenstruktur und geopolitischen Faktoren das Schicksal des Pfunds in den kommenden Wochen bestimmen.

Grundprinzipien meiner Analyse:Wellenstrukturen sollten einfach und übersichtlich sein. Komplexe Strukturen sind schwer zu interpretieren und unterliegen häufigen Veränderungen.Wenn keine Klarheit darüber besteht, was am Markt geschieht, ist es besser, nicht einzusteigen.Es kann niemals 100%ige Sicherheit über die Bewegungsrichtung geben. Denken Sie immer daran, schützende Stop-Loss-Orders zu verwenden.Wellenanalyse kann mit anderen Analyseformen und Handelsstrategien kombiniert werden.