US Dollar: Wöchentliche Vorschau. Inflationsbericht und fehlende Perspektiven

Der US‑Dollar steht an den Märkten erneut unter Druck, da er seinen wichtigsten Unterstützungsfaktor für 2026 – die Geopolitik – eingebüßt hat. In der vergangenen Woche konnte die US‑Währung trotz überwiegend positiver Daten zum US‑Arbeitsmarkt und zur Arbeitslosigkeit keinen Nutzen daraus ziehen. Zur Erinnerung: Die Arbeitslosenquote blieb im April unverändert, während die Zahl der neu geschaffenen Stellen deutlich über den Markterwartungen lag. Zudem wurde der Wert für März nach oben revidiert. Damit bot sich dem Markt eine hervorragende Gelegenheit, US‑Dollar zu kaufen, doch es zeigt sich, dass der Dollar nur als „sicherer Hafen“ in Zeiten geopolitischer Spannungen gefragt ist. Da sich die Spannungen im Nahen Osten weiter abschwächen und sich die Welt auf einen fragilen Frieden vorbereitet, nimmt die Nachfrage nach dem US‑Dollar ab.

In der kommenden Woche dürfte sich dieses Szenario fortsetzen. Je mehr positive geopolitische Nachrichten veröffentlicht werden, desto stärker dürfte der Dollar nachgeben. Wenn der Markt selbst positive Arbeitsmarktdaten ignoriert, bedeutet dies, dass nur ein neuer Krieg den Dollar retten könnte. Sicherlich glauben nur sehr wenige weltweit, dass es sich lohnt, den Dollar um einen so hohen Preis zu stützen. Die zweite Chance für die US‑Währung besteht in einer Korrektur. Die Aufwärtswellenstrukturen in den Instrumenten EUR/USD und GBP/USD nähern sich ihrem Abschluss, sodass wir als Nächstes dreiwellige Korrekturstrukturen sehen könnten. Allerdings sind die Aufwärtswellen noch nicht beendet, weshalb ich in beiden Instrumenten in der ersten Wochenhälfte mit weiterem Wachstum rechne.

Der wichtigste US-Bericht in der kommenden Woche wird die Inflationszahl für April sein. Allerdings stellt sich sofort die Frage: Sollten wir überhaupt mit einer Marktreaktion auf diesen Bericht rechnen? Die Inflation gilt nicht als wichtigerer Bericht als die Nonfarm Payrolls. Wenn der Markt die Payrolls ignoriert, könnte er ebenso den Consumer Price Index ignorieren. Niemand zweifelt daran, dass die Inflation wieder anziehen wird. Die Frage ist nur, wie stark. Doch selbst eine Beschleunigung auf 3,7 % würde die Geldpolitik nicht verändern. Die Federal Reserve hat ihre Linie bis 2026 klar abgesteckt – unveränderte Parameter. Auf der letzten Sitzung wurden keinerlei Signale in Richtung einer möglichen Straffung gegeben. Kevin Warsh übernimmt die Fed am 15. Mai, und es ist unwahrscheinlich, dass das FOMC gleich auf der ersten Sitzung mit dem neuen Vorsitzenden über eine Erhöhung oder Senkung des Leitzinses abstimmen wird. Die darauffolgende Sitzung wird entscheidend sein, um zu verstehen, wie die FOMC-Mitglieder nun positioniert sind.

Wellenbild von EUR/USD:

Auf Basis der Analyse von EUR/USD komme ich zu dem Schluss, dass sich das Instrument weiterhin im aufwärtsgerichteten Trendabschnitt befindet (wie in der unteren Abbildung dargestellt) und sich kurzfristig in einer Korrekturstruktur bewegt. Das Korrekturwellenset wirkt recht vollständig und könnte eine komplexere, verlängerte Form annehmen. Der geopolitische Hintergrund im Nahen Osten hellt sich weiter auf, was den Optimismus der Käufer stützt. Ich erwarte von den aktuellen Niveaus aus eine neue Aufwärtsbewegung mit einem Zielbereich um die 19er-Marke.

Wellenbild von GBP/USD:

Das Wellenbild des Instruments GBP/USD ist im Laufe der Zeit klarer geworden, wie von mir prognostiziert. Auf den Charts sehen wir nun eine deutliche fünfteilige Aufwärtsstruktur, die bald abgeschlossen sein könnte. Trifft dies zu, wäre im Anschluss an den Abschluss der Welle 5 mit der Ausbildung eines Korrekturwellensets zu rechnen. Welle 5 könnte sich in der Nähe des Niveaus von 1,3699 vollenden, was 76,4 % auf der Fibonacci-Skala entspricht. Setzen sich die geopolitischen Entwicklungen in Richtung eines langfristigen Friedens fort, könnte sich der aufwärtsgerichtete Trendabschnitt weiter ausdehnen. Damit werden die Kombination aus Wellenstruktur und geopolitischen Faktoren das Schicksal des Britischen Pfunds in den kommenden Wochen bestimmen.

Grundprinzipien meiner Analyse:Wellenstrukturen sollten einfach und klar sein. Komplexe Strukturen sind schwer zu interpretieren und werden häufig umgestaltet.Wenn unklar ist, was am Markt geschieht, ist es besser, nicht einzusteigen.Es kann niemals 100%ige Sicherheit über die Bewegungsrichtung geben. Denken Sie immer daran, Absicherungsorders wie Stop-Loss zu verwenden.Wellenanalyse lässt sich mit anderen Analyseformen und Handelsstrategien kombinieren.