Das Währungspaar GBP/USD versucht, sich oberhalb der psychologisch wichtigen Marke von 1,3600 zu stabilisieren und zeigt eine Erholung, nachdem es die Woche mit einem bärischen Gap eröffnet hat. Allerdings könnte die moderate Aufwertung des US‑Dollars den weiteren Aufwärtsspielraum des Paares weiterhin begrenzen.
Die jüngsten Entwicklungen zwischen den Vereinigten Staaten und Iran, bei denen beide Seiten die Friedensvorschläge der jeweils anderen Partei zur Einstellung militärischer Aktivitäten und zur Wiederherstellung der Schifffahrt durch die Straße von Hormus abgelehnt haben, spielen sich vor dem Hintergrund erheblicher Meinungsverschiedenheiten über das iranische Atomprogramm ab. Dies hat zu neuen militärischen Spannungen und steigenden geopolitischen Risiken beigetragen, was wiederum die Nachfrage nach dem US-Dollar als sicherem Hafen erhöht und die Aufwärtsbewegung von GBP/USD begrenzen könnte.
Unterdessen wirken die aktuellen Ereignisse als Katalysator für einen weiteren Anstieg der Ölpreise und verstärken damit die Inflationssorgen.
Darüber hinaus hat der starke US Nonfarm Payrolls-Bericht, der am Freitag veröffentlicht wurde, die Erwartungen an eine restriktive Haltung der Federal Reserve untermauert und die hohen Renditen von US-Staatsanleihen gestützt. Dies stärkt den US-Dollar zusätzlich und erhöht die Vorsicht unter GBP/USD-Bullen.
Auf der anderen Seite erhält das Pfund Unterstützung durch nachlassende Bedenken hinsichtlich der Position von Premierminister Keir Starmer, insbesondere nachdem die Labour Party bei Kommunalwahlen in England sowie bei Parlamentsabstimmungen in Schottland und Wales erhebliche Verluste hinnehmen musste. Das Währungspaar wird zudem durch falkenhafte Signale der Bank of England gestützt, die auf die Möglichkeit weiterer Zinserhöhungen hingewiesen hat, falls die Inflation erhöht bleibt.
Was den weiteren Ausblick betrifft, sind für Montag keine wichtigen Konjunkturdaten geplant, die den Markt maßgeblich beeinflussen könnten. Daher wird die Kursentwicklung weitgehend vom Verhalten des US-Dollars und von neuen geopolitischen Schlagzeilen abhängen. Dennoch deutet das gemischte fundamentale Umfeld in Verbindung mit der seit einigen Wochen zu beobachtenden Seitwärtsbewegung darauf hin, dass es sinnvoll sein könnte, auf klarere Signale zu warten, die eine anhaltende Aufwärtsdynamik bestätigen, bevor Long-Positionen in dem Paar eröffnet werden.
Aus technischer Sicht liegen derzeit keine klaren bullischen Signale vor. Die Oszillatoren befinden sich jedoch weiterhin im positiven Bereich und bestätigen, dass die Bullen am Markt nach wie vor im Vorteil sind. Zudem notiert das Paar weiterhin über allen wichtigen gleitenden Durchschnitten, was den bullischen Ausblick zusätzlich untermauert.