EUR/USD – Smart-Money-Analyse: Ein unsichtbarer Orderblock wird zur entscheidenden Unterstützung für den Euro

Das Währungspaar EUR/USD drehte zugunsten des Euro und begann eine neue Aufwärtsbewegung. Leider geschah dies, ohne dass das nächste bullische Muster getestet wurde. Beim Hineinzoomen und genauerem Blick auf den Chart habe ich jedoch ein weiteres Muster identifiziert, das zuvor aufgrund der schwachen Kursbewegung unbemerkt geblieben war. Dieses Muster ist ein Order Block. Somit wurden tatsächlich ein bullisches Muster und ein bullisches Signal ausgebildet, bevor der Euro seine Aufwärtsbewegung wieder aufnahm.

Der aktuelle Anstieg bleibt bislang relativ verhalten, obwohl ich zuvor weiteres Wachstum des Euro auch ohne den Order Block erwartet hatte. In den vergangenen Wochen gab es zahlreiche Kaufsignale sowohl für den Euro als auch für das Pfund. Gleichzeitig strahlt der Markt weiterhin Optimismus aus im Hinblick auf ein mögliches Ende des Krieges im Nahen Osten – so sehr, dass er sowohl positive Daten vom US-Arbeitsmarkt und zur Arbeitslosigkeit als auch erneute Angriffe unter Beteiligung des Iran, der USA und ihrer Verbündeten sowie eine weitere gescheiterte Verhandlungsrunde weitgehend ignoriert. Zumindest haben wir im Verlauf der vergangenen Woche trotz des Mangels an positiven Nachrichten aus dem Nahen Osten keinen nennenswerten Rückgang des Währungspaars gesehen.

In der aktuellen Situation können Händler, die neue Positionen eröffnen möchten, nur auf die Ausbildung neuer bullischer Muster warten. Meiner Einschätzung nach bleibt der Trend weiterhin bullisch. In der vergangenen Woche kamen die Bullen einem Test des Imbalance-Levels 13 sehr nahe, statt dessen bildete sich jedoch nach einem Liquidity Sweep ein bullischer Order Block. Dieses Muster wurde wenige Tage später bestätigt und lieferte ein weiteres Kaufsignal. Derzeit gibt es keinerlei bärische Muster, was bedeutet, dass es faktisch keinerlei Grundlage für Verkäufe des Währungspaares gibt – nicht einmal hypothetisch.

Ich muss erneut hervorheben, dass der gesamte Anstieg des US-Dollars zwischen Januar und März ausschließlich durch Geopolitik getrieben war. Sobald die USA und Iran sich auf einen Waffenstillstand einigten, zogen sich die Bären sofort zurück, und seit mehr als einem Monat dominieren die Bullen den Markt. Der Waffenstillstand bleibt fragil, doch die Verhandlungen laufen weiter und die Chancen auf Frieden bestehen nach wie vor. Ich habe wiederholt betont, dass ich nicht glaube, dass der Aufwärtstrend bereits beendet ist – weder trotz des Bruchs wichtiger, trendbestimmender Tiefs noch trotz des Krieges unter Beteiligung Irans. Der Markt preist häufig sofort das pessimistischste Szenario ein und versucht, den extremsten Ausgang vorwegzunehmen. Daher gehe ich davon aus, dass die Marktteilnehmer den geopolitischen Konflikt im Nahen Osten bereits vollständig eingepreist haben könnten. Ist dies der Fall, könnten sich die Bären langfristig zurückgezogen haben.

Das übergeordnete technische Bild ist derzeit sehr klar. Der bullische Vorstoß bleibt intakt, benötigt jedoch Unterstützung. Idealerweise käme diese Unterstützung aus der Geopolitik – etwa dadurch, dass Iran und die Vereinigten Staaten weiter auf einen Kompromiss zusteuern. Doch selbst ohne entsprechende Nachrichten sind die Bullen in der Lage, den Aufwärtsdruck aufrechtzuerhalten, wenngleich das Wachstumstempo eher moderat als explosiv bleiben dürfte.

Am Montag gab es keine bedeutenden Konjunkturdaten. Am Morgen wurde berichtet, dass Teheran und Washington erneut keine Einigung erzielt und die jeweiligen Friedensvorschläge des anderen zurückgewiesen haben. Infolgedessen werden die Verhandlungen auf unbestimmte Zeit fortgesetzt. Wie sie letztlich enden werden, ist weiterhin offen. Dennoch glaubt der Markt weiterhin an ein positives Ergebnis – genauer gesagt: an Frieden.

Es gibt auch 2026 noch viele Gründe für eine anhaltende Aktivität der Bullen, und selbst der Ausbruch des Krieges im Nahen Osten hat diese nicht geschmälert. Strukturell und global haben sich Trumps politische Maßnahmen – die im vergangenen Jahr zu einem starken Rückgang des Dollars geführt haben – nicht verändert. In den kommenden Monaten könnte der US-Dollar phasenweise durch eine Flucht der Investoren aus riskanten Anlagen Auftrieb erhalten, doch dieser Faktor setzt eine fortwährende Eskalation des Konflikts im Nahen Osten voraus. Ich glaube weiterhin nicht an die Entstehung eines nachhaltigen bärischen Trends für den Euro. Der Dollar hat vorübergehend Unterstützung vom Markt erhalten, doch was könnte realistisch einen langfristigen bärischen Angriff befeuern?

Wirtschaftskalender für die USA und die EurozoneEurozone – ZEW-Index der Konjunkturerwartungen (09:00 UTC)Deutschland – ZEW-Index der Konjunkturerwartungen (09:00 UTC)Vereinigte Staaten – Verbraucherpreisindex (12:30 UTC)

Der Wirtschaftskalender für den 12. Mai umfasst drei Ereignisse, von denen eines als wichtig eingestuft wird. Daher dürfte die Marktstimmung am Dienstag vor allem in der zweiten Tageshälfte deutlich vom Nachrichtenfluss beeinflusst werden.

EUR/USD-Prognose und Handelsempfehlungen

Aus meiner Sicht befindet sich das Währungspaar weiterhin in der Ausbildung eines Aufwärtstrends. Das Nachrichtenumfeld hat sich vor drei Monaten deutlich verändert, doch der Trend an sich kann noch nicht als aufgehoben oder abgeschlossen gelten. Daher können die Bullen ihren Vorstoß in naher Zukunft fortsetzen, sofern die Geopolitik nicht plötzlich wieder in Richtung einer erneuten Eskalation umschlägt.

Zuvor hatten Händler die Möglichkeit, Long-Positionen auf Grundlage des Imbalance-12-Signals sowie des Order-Block-Signals zu eröffnen. Die Aufwärtsbewegung könnte sich in Richtung der Jahreshochs fortsetzen. Für einen ungebremsten Anstieg des Euro muss der Konflikt im Nahen Osten weiter in Richtung eines dauerhaften Friedens tendieren; Anzeichen einer Deeskalation sind immerhin gelegentlich sichtbar. Gleichzeitig fehlt den bullischen Marktteilnehmern nach wie vor die nötige Dynamik für einen neuen kräftigen Impuls, auch wenn sie durchaus in der Lage sind, die Rally selbst ohne diesen weiter auszudehnen.