Der Preis für Brent-Rohöl stieg um 0,6 % und erreichte rund 105 US-Dollar pro Barrel. Die ins Stocken geratenen Verhandlungen zwischen den USA und Iran sowie die anhaltende Blockade der Straße von Hormus deuten darauf hin, dass Energie-Rohstoffe auf absehbare Zeit teuer bleiben werden. US-Präsident Donald Trump äußerte gestern Zweifel an der Einhaltung der Waffenstillstandsvereinbarung mit Iran, was die Befürchtungen hinsichtlich einer länger andauernden Schließung der Straße von Hormus verstärkte.
Die festgefahrenen Verhandlungen zwischen den USA und Iran sind der Hauptfaktor für die steigenden Ölpreise. Diese auf Frieden ausgerichteten Gespräche sind erneut ins Stocken geraten und haben zu einer erhöhten Anspannung in der Region geführt. Der mangelnde Fortschritt bei den diplomatischen Bemühungen schürt die Befürchtung einer weiteren Eskalation des Konflikts, was zu noch schwerwiegenderen Störungen der Ölversorgung führen könnte.
Auch die andauernde Blockade der Straße von Hormus, durch die ein erheblicher Teil der weltweiten Öllieferungen transportiert wird, hat einen wesentlichen Einfluss auf die Preise. Jegliche Sicherheitsbedrohungen in dieser strategisch wichtigen Wasserstraße schlagen sich umgehend an den globalen Ölmärkten nieder. Die Unsicherheit über den Zeitpunkt einer Wiederöffnung der Straße veranlasst Händler dazu, Öl zu kaufen, was die Preise weiter in die Höhe treibt.
Die gestrigen Äußerungen von Präsident Trump zur Einhaltung der Waffenruhe durch Iran haben eine weitere Ebene der Unsicherheit hinzugefügt. Seine Aussagen schüren Sorgen, dass die USA strengere Maßnahmen gegen Iran ergreifen könnten, was wiederum zu einer weiteren Eskalation und damit zu einer länger andauernden Schließung der Straße von Hormus führen könnte. Eine solche Situation wird unweigerlich zu weiteren Anstiegen der Energiepreise führen, was sich auf die US-Wirtschaft auswirken wird.
Auch wenn Trump nicht präzisierte, ob die USA wie zuvor angedroht wieder Militärschläge gegen Iran aufnehmen würden, falls die Führung der Islamischen Republik seinen Bedingungen nicht zustimme, verringert dies die Spannungen nicht. Trump hatte zuvor erwähnt, er erwäge, die Pläne zum Geleitschutz von Schiffen durch die Straße von Hormus wiederaufzunehmen; doch wie die Erfahrungen der Vergangenheit gezeigt haben, ist die Umsetzung deutlich komplizierter als die Ankündigung. Jüngste Versuche, die Straße von Hormus zu durchqueren, haben zu weiteren Angriffen durch Iran und Vergeltungsmaßnahmen der US-Marine geführt.
Betrachtet man das aktuelle technische Bild von Öl, müssen die Käufer zunächst den nächstgelegenen Widerstand bei 100,40 USD zurückerobern. Dadurch eröffnet sich der Weg zum Ziel bei 106,80 USD, wobei ein Anstieg darüber hinaus recht schwierig werden dürfte. Das nächste Kursziel läge dann im Bereich von etwa 113,80 USD. Kommt es hingegen zu einem Rückgang des Ölpreises, werden die Bären versuchen, die Marke von 92,50 USD unter ihre Kontrolle zu bringen. Gelingt dies, würde ein Ausbruch aus der Handelsspanne die Long-Positionen empfindlich treffen und den Ölpreis auf ein Tief von 86,67 USD drücken, mit dem Potenzial, sogar 81,38 USD zu erreichen.