Im Stundenchart hat das Währungspaar GBP/USD am Montag seine fünfte aufeinanderfolgende Abprallbewegung vom Widerstandsbereich 1,3632–1,3641 abgeschlossen und eine neue Abwärtsbewegung in Richtung der Unterstützungszone 1,3513–1,3526 begonnen – genau wie von mir prognostiziert. Ein erneuter Abprall von der Unterstützung bei 1,3513–1,3526 würde das britische Pfund begünstigen und für eine Wiederaufnahme des Anstiegs in Richtung 1,3632–1,3641 sprechen. Ein Bruch und eine anschließende Konsolidierung unterhalb der Marke von 1,3513–1,3526 würden hingegen die Wahrscheinlichkeit einer Fortsetzung des Rückgangs in Richtung 1,3428–1,3437 erhöhen.
Die Wellenstruktur bleibt bullisch. Die letzte abgeschlossene Aufwärtswelle hat das vorherige Hoch nach oben durchbrochen, während die jüngste Abwärtswelle das vorherige Tief nicht unterschreiten konnte. Geopolitische Faktoren hatten den Bären über zwei Monate hinweg nahezu die vollständige Kontrolle über den Markt verschafft, doch seither hat sich der geopolitische Hintergrund verändert und unterstützt nun weitgehend die Bullen. Derzeit gilt der Waffenstillstand zwischen Iran und den Vereinigten Staaten weiterhin, doch die Lage entwickelt sich in Richtung Eskalation und länger anhaltender Konfrontation. In den kommenden Wochen wird es für die Bullen schwierig sein, kraftvolle Angriffe zu starten, und der Aufwärtstrend wäre unterhalb der Marke von 1,3513–1,3526 hinfällig.
Wir haben den Nachrichtenhintergrund vom Montag bereits betrachtet. Heute sollten Händler ihren Fokus auf den US-Inflationsbericht richten. Der neue Handelstag begann mit einem erneuten Rückgang des Pfunds, nachdem es den Bullen trotz fünf Versuchen nicht gelungen war, den Bereich von 1,3632–1,3641 nach oben zu durchbrechen. Unter den aktuellen Umständen gehe ich jedoch nicht davon aus, dass der Rückgang des Pfunds lange anhalten wird. Höchstwahrscheinlich haben sich die Bullen vorübergehend vom Markt zurückgezogen, um neue Kräfte zu sammeln, um diese wichtige Widerstandszone zu überwinden. Der später am Tag anstehende Inflationsbericht könnte ihnen bei dieser Aufgabe helfen.
Es ist sehr wahrscheinlich, dass sich der US-Verbraucherpreisindex im April beschleunigt hat. Für den Dollar macht es jedoch kaum einen Unterschied, ob sich die Inflation verlangsamt oder beschleunigt. Die Federal Reserve beabsichtigt weiterhin nicht, die Geldpolitik zu straffen, sodass ein Anstieg der Inflation die Chancen auf Zinserhöhungen im Jahr 2026 nicht unbedingt erhöhen würde. Im besten Fall aus Sicht des Dollars könnten die Zinsen das gesamte Jahr 2026 über unverändert bleiben. Daher rechne ich nach der Veröffentlichung der Inflationsdaten nicht mit einer Stärkung der US-Währung. Die Geopolitik bleibt das zentrale Thema für Händler.
Im 4-Stunden-Chart hat sich das Währungspaar oberhalb des fallenden Trendkanals konsolidiert, was die Erwartung auf einen voll ausgeprägten Aufwärtstrend zulässt. Eine Konsolidierung oberhalb des Fibonacci-Levels von 61,8 % bei 1,3597 würde weiteres Wachstum in Richtung des 76,4-%-Retracements bei 1,3700 unterstützen. Allerdings ist das Chartbild im Stundenzeitrahmen derzeit aussagekräftiger, und ich empfehle, diesem mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Heute sind keine neuen entstehenden Divergenzen zu beobachten.
Commitments of Traders (COT) Report:
Die Stimmung in der Kategorie der „Non-commercial“-Trader ist in der letzten Berichtsperiode bärischer geworden. Die Zahl der von Spekulanten gehaltenen Long-Positionen stieg um 2.996, während die Short-Positionen um 6.265 zunahmen. Die Differenz zwischen Long- und Short-Positionen liegt nun bei etwa 62.000 gegenüber 126.000. Sechs Wochen in Folge, im Februar und März, haben Non-commercial-Trader aktiv Short-Positionen aufgebaut und Longs abgebaut, wodurch ein deutliches Ungleichgewicht zwischen Long- und Short-Engagement entstanden ist. Die Bären hatten in den vergangenen Monaten die Oberhand, was angesichts der geopolitischen Lage nicht überrascht.
Ich glaube weiterhin nicht an einen übergeordneten Abwärtstrend für das Pfund, doch hängt inzwischen alles nicht mehr von Konjunkturdaten, der Handelspolitik von Donald Trump oder der Geldpolitik der Zentralbanken ab, sondern von Dauer, Ausmaß und Folgen des Kriegs im Nahen Osten. In den vergangenen Wochen hatte sich der Markt auf eine mögliche Deeskalation eingestellt, doch die jüngsten Entwicklungen deuten darauf hin, dass ein vollständiger Waffenstillstand in weiter Ferne liegt und der Konflikt jederzeit wieder eskalieren könnte. In diesem Fall könnte sich der Vorteil der Bären noch weiter verstärken.
Wirtschaftskalender USA und UK:
Vereinigte Staaten – Verbraucherpreisindex (12:30 UTC)Der Wirtschaftskalender für den 12. Mai enthält nur einen Eintrag, dieser ist jedoch von Bedeutung. Der Einfluss des konjunkturellen Umfelds auf die Marktstimmung dürfte sich im Verlauf der zweiten Tageshälfte bemerkbar machen.
GBP/USD Prognose und Trading-Tipps:
Verkaufsmöglichkeiten ergaben sich nach einem erneuten Abprall vom Bereich 1,3632–1,3641 im Stundenchart mit einem Ziel bei 1,3513–1,3526. Diese Positionen können auch heute noch offen gehalten werden. Ein Stundenschlusskurs unterhalb der Zone 1,3513–1,3526 würde es den Tradern ermöglichen, Short-Positionen mit einem Ziel bei 1,3428–1,3437 weiter zu halten.
Kaufgelegenheiten könnten sich aus einem erneuten Abprall vom Bereich 1,3513–1,3526 ergeben, mit Ziel im Bereich 1,3632–1,3641.
Die Fibonacci-Retracement-Gitter basieren sowohl im Stunden- als auch im 4-Stunden-Chart auf der Spanne 1,3866–1,3158.