Gestern schlossen die US-Aktienindizes uneinheitlich. Der S&P 500 gab um 0,16% nach, der Nasdaq 100 fiel um 0,71%, und der Dow Jones Industrial Average legte leicht um 0,11% zu.
Die asiatischen Aktienmärkte schlossen heute fester, obwohl die Nachrichtenlage gemischt war. Anleger nutzten einen frühen Ausverkauf bei Chipherstellern, um Positionen aufzustocken und stoppten damit die Talfahrt. Der MSCI Asia Pacific Index machte seine anfänglichen Verluste wett und schloss 0,4 % im Plus. Angeführt wurde die Aufwärtsbewegung von südkoreanischen Technologieriesen: SK Hynix sprang um 7,6 % auf ein Rekordhoch, und Samsung Electronics legte 4,3 % zu. Der südkoreanische Markt stieg um 1,7 % und machte damit den Rückgang vom Morgen vollständig wett.
Zusätzlichen Rückenwind erhielt der Sektor durch Berichte, dass Nvidia-CEO Jensen Huang Präsident Trump bei dessen Besuch in China begleiten soll. Die Meldung sorgte sofort für bessere Stimmung – die Nvidia-Aktie legte im nachbörslichen Handel um mehr als 3 % zu. Terminkontrakte auf US- und europäische Aktienindizes drehten ebenfalls ins Plus.
Gleichzeitig haben sich die Spannungen an den Anleihemärkten verschärft. Die US-Inflation für April lag über den Erwartungen: Der Gesamtindex (CPI) stieg im Jahresvergleich um 3,8 % und erreichte damit den höchsten Stand seit 2023, während der Kernindex (ohne Nahrungsmittel und Energie) bei 2,8 % lag. Anhaltend hohe Öl- und Nahrungsmittelpreise sowie der Konflikt im Nahen Osten werden als Haupttreiber genannt.
Vor diesem Hintergrund haben sich die Erwartungen an weitere Zinserhöhungen der Fed in diesem Jahr wieder verstärkt. Die Renditen zweijähriger US-Staatsanleihen hielten sich knapp unter 4 %, während die Renditen 30-jähriger Titel nur zwei Basispunkte unter ihren Jahreshöchstständen lagen. Die Renditen japanischer 20-jähriger Staatsanleihen erreichten angesichts des lokalen Inflationsdrucks durch hohe Energiekosten Niveaus, die zuletzt 1997 gesehen wurden. Australische Anleihekurse gerieten in der Folge unter Druck.
Am Devisenmarkt blieb das Pfund Sterling wegen der politischen Krise im Vereinigten Königreich unter Druck, zeigte sich in der asiatischen Sitzung jedoch relativ stabil. Die indische Rupie gab nach, obwohl die Regierung beschlossen hat, die Importzölle auf Gold und Silber mehr als zu verdoppeln.
Am Rohstoffmarkt gab Brent-Rohöl um 1,4 % auf rund 106,30 US-Dollar je Barrel nach. Gold verlor 0,3 % und notierte zuletzt nahe 4.700 US-Dollar je Feinunze, während Silber um 86,40 US-Dollar gehandelt wurde.
Technisch gesehen zeigt die Analyse des S&P 500, dass die unmittelbare Aufgabe der Käufer darin besteht, den Widerstandsbereich bei 7.427 USD zu überwinden. Gelingt dies, würde dies eine erneute Aufwärtsdynamik bestätigen und den Weg in Richtung 7.451 USD eröffnen. Ein Halten oberhalb von 7.474 USD würde den Vorteil der Käufer weiter untermauern. Auf der Unterseite müssen die Käufer den Bereich um 7.404 USD verteidigen. Ein Bruch unter dieses Niveau würde den Index wahrscheinlich zurück in Richtung 7.381 USD drücken und den Weg bis 7.361 USD freimachen.