XAG/USD: Preisanalyse. Prognose. Nachfrage in Asien und geopolitische Spannungen treiben Silber nach oben

Am Mittwoch setzte Silber (XAG/USD) seinen Aufwärtstrend fort und notierte knapp unter der runden Marke von 90,00 US-Dollar, was einem Tagesanstieg von 2,45 % entspricht. Das Edelmetall profitiert weiterhin von einer starken Nachfrage aus Asien, obwohl der US-Dollar zulegt und die Renditen von US-Staatsanleihen steigen – ein Faktor, der üblicherweise die Attraktivität nicht verzinslicher Anlagen mindert.

Der Anstieg des Silberpreises vollzieht sich vor dem Hintergrund anhaltender geopolitischer Spannungen im Nahen Osten, wo die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran ins Stocken geraten sind. Befürchtungen möglicher Störungen der Energieversorgung schüren weiterhin den globalen Inflationsdruck, was das Interesse der Anleger an Edelmetallen zusätzlich erhöht.

Jüngste Inflationsdaten aus den USA haben zudem die Erwartung gestärkt, dass die Federal Reserve ihre restriktive Geldpolitik über einen längeren Zeitraum beibehalten könnte. Im April stieg der amerikanische Verbraucherpreisindex (CPI) im Jahresvergleich auf 3,8 % und erreichte damit den höchsten Stand seit Mai 2023, während der Erzeugerpreisindex (PPI) im gleichen Zeitraum um 6 % zulegte. Diese Entwicklung trägt zu steigenden Renditen von US-Staatsanleihen bei und stützt den Dollar. Trotz des ungünstigen Umfelds für Edelmetalle zeigt Silber eine bemerkenswerte Widerstandskraft.

Die Strategen von TD Securities sind der Ansicht, dass die derzeit wichtigste Triebkraft für den Markt die Nachfrage aus China ist. Die Bank weist darauf hin, dass führende Händler an der Shanghai Futures Exchange (SHFE) weiterhin aktiv Silber kaufen und die Aufschläge auf dem chinesischen Markt hoch bleiben.

Außerdem betont TD Securities, dass es in letzter Zeit mehrfach Chancen für Importarbitrage gegeben hat. Dies deute darauf hin, dass die asiatische Nachfrage die Silberpreise nach oben treibt, während systematische Ströme von Commodity Trading Advisors weitgehend ignoriert werden.

Dieses hohe Niveau der physischen Nachfrage trägt dazu bei, die negativen Auswirkungen des stärkeren US-Dollars und der Erwartung zu kompensieren, dass die Fed die Zinsen für längere Zeit auf einem erhöhten Niveau halten wird.

Aus technischer Sicht hat der Relative-Stärke-Index (RSI) die überkaufte Zone erreicht bzw. sich ihr genähert, was auf eine mögliche Korrektur hindeutet. Der aktuelle Widerstand liegt beim runden Niveau von 90,00 $, während die wichtigste Unterstützung in der 100-Tage-SMA verläuft. Die Oszillatoren sind positiv und bestätigen den Vorteil der Bullen, und die 200-Tage-SMA signalisiert ein langfristiges globales Wachstum.