GBP/USD Analyse – 14. Mai: Anhaltende Schwäche des Britischen Pfunds

Das Wellenmuster für GBP/USD deutet weiterhin auf die Bildung eines Aufwärtstrendsegments hin (unteres Chart). Kurzfristig entwickelt der Markt nach wie vor eine Struktur, die zunächst als korrektiv interpretiert wurde, nun aber als impulsiv angesehen wird.

Das Kurswachstum sowohl des Euro als auch des britischen Pfunds wurde durch die Waffenruhe im Nahen Osten unterstützt, die seit etwa einem Monat (mit gelegentlichen Unterbrechungen) anhält und weiterhin das Potenzial hat, zur Grundlage eines umfassenden Friedensabkommens zu werden. Jüngste Äußerungen iranischer und US-amerikanischer Führungskräfte sind jedoch aggressiver und kompromissloser geworden, was jeden Optimismus in Bezug auf ein Friedensabkommen zunichtemachen könnte.

Die jüngste Aufwärtswellen-Sequenz hat eine Fünf-Wellen-Struktur ausgebildet, und Welle 5 könnte bereits abgeschlossen sein. Ist dies der Fall, ist mit einer Korrekturstruktur von mindestens drei Wellen zu rechnen. Abhängig von den Entwicklungen im Nahen Osten gilt: Wenn es zu keiner neuen Eskalation kommt und Teheran und Washington weiter auf einen endgültigen Waffenstillstand hinarbeiten, könnte das Instrument nach Abschluss der Korrektur einen neuen Aufwärtstrend aufnehmen.

Das Währungspaar GBP/USD fiel am Donnerstag um 20 Basispunkte, bei äußerst geringer Volatilität während der gesamten Sitzung. Im Wochenverlauf hat das Pfund bereits 135 Punkte verloren, was angesichts des Nachrichtenhintergrunds nicht besonders gravierend ist. Das Wichtigste ist, dass dieses Szenario nach der Ausbildung einer impulsiven Fünf-Wellen-Struktur zu erwarten war.

Die interne Welle 5 der Welle 5 wirkt schwach und konnte das Hoch der Welle 3 der Welle 5 nicht überbieten. Abgeschnittene Wellen kommen jedoch vor, und die Gesamtstruktur bleibt aus technischer Sicht weiterhin gültig.

Der Nachrichtenhintergrund hat den Rückgang des britischen Pfunds ebenfalls vollständig untermauert. In dieser Woche hat sich die Risikoaversion aufgrund der möglichen Eskalation zwischen Iran und den Vereinigten Staaten und der nahezu nicht vorhandenen Erwartungen an eine Wiederöffnung der Straße von Hormus deutlich verstärkt.

Im Vereinigten Königreich hat die regierende Labour Party eine deutliche Niederlage bei Wahlen erlitten, und Parteimitglieder forderten ihren Vorsitzenden Keir Starmer zum Rücktritt auf. Starmer lehnte einen Rücktritt ab, doch es zeichnet sich eine neue politische Krise im Vereinigten Königreich ab.

Die US-Inflation lag über den Erwartungen, und es gibt nur geringe Hoffnung auf eine baldige Disinflation. Infolgedessen preisen die Märkte nun die Möglichkeit weiterer Zinserhöhungen der Federal Reserve ein.

Den Schlusspunkt setzten die heutigen Daten zum britischen BIP und zur Industrieproduktion. Von katastrophal kann zwar nicht die Rede sein, doch wirklich positive Signale enthielten sie ebenfalls kaum.

Insgesamt fällt das britische Pfund durchaus folgerichtig – sowohl aus Wellenstruktursicht als auch vor dem Hintergrund der fundamentalen Nachrichtenlage. Allerdings bleiben die Informationen gemischt und unsicher, weshalb der Verkaufsdruck auf das Pfund noch nicht flächendeckend ist.

Allgemeine Schlussfolgerungen

Das Wellenmuster von GBP/USD ist, wie erwartet, nach und nach klarer geworden. Im Chart sehen wir nun eine deutlich erkennbare fünfteilige Aufwärtsstruktur, die bereits abgeschlossen sein könnte.

Ist dies der Fall, wird eine korrektive Wellenfolge erwartet, mit Zielbereichen um das Niveau von 1,34. Setzt sich im geopolitischen Umfeld der Trend zu einem langfristigen Frieden fort, könnte nach Abschluss der Korrektur ein neuer Aufwärtstrend beginnen.

Damit wird die Kombination aus Wellenstruktur und geopolitischer Entwicklung die Richtung des Pfunds in den kommenden Wochen bestimmen.

Die Wellenstruktur in höheren Zeitrahmen wirkt nahezu ideal, auch wenn Welle 4 das Hoch von Welle 1 geringfügig überschritten hat. Perfekte Wellenmuster gibt es jedoch nur in Lehrbüchern. In der Praxis sind die Märkte deutlich komplexer.

Welle 4 weist eine klassische Drei-Wellen-Struktur auf, und nach ihrem Abschluss begann sich ein neues impulsives Trendsegment auszubilden.

Wesentliche Grundsätze meiner Analyse:Wellenstrukturen sollten einfach und klar sein. Komplexe Strukturen sind schwer handelbar und deuten häufig auf Übergangsphasen hin.Wenn keine ausreichende Sicherheit über die Marktsituation besteht, ist es besser, nicht zu handeln.Es gibt niemals 100%ige Gewissheit über die Marktrichtung. Verwenden Sie immer Stop-Loss-Orders.Wellenanalyse lässt sich mit anderen Analysemethoden und Handelsstrategien kombinieren.