Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Beitrags am Donnerstag notiert der Preis für West Texas Intermediate (WTI) Öl bei rund 97,22 US‑Dollar, ein Plus von 0,34 % im Tagesverlauf, der von erhöhter Volatilität geprägt war. Diese amerikanische Referenzsorte fiel zunächst auf 95,50 US‑Dollar – so reagierte der Markt zunächst auf die Gespräche zwischen dem US‑Präsidenten Donald Trump und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping. Kurz darauf erholten sich die Notierungen jedoch und kehrten in einen Aufwärtstrend zurück.
Die Kursbewegung setzte ein, nachdem Vertreter des Weißen Hauses das Treffen der Präsidenten als „positiv“ bezeichnet und betont hatten, man habe über eine Vertiefung der wirtschaftlichen Partnerschaft gesprochen. Die Staatschefs waren sich einig, dass die Freiheit der Schifffahrt durch die Straße von Hormus gewährleistet werden müsse – ein Punkt von besonderer Bedeutung für die Ölmärkte angesichts der strategischen Rolle dieser Wasserstraße für den globalen Ölhandel.
Diese Aussagen ermöglichten einen leichten Abbau der in den vergangenen Wochen in die Energiepreise eingepreisten „geopolitischen Risikoprämie“. Der Markt verfolgte die Gespräche über Iran mit Vorsicht, da erwartet wurde, dass Trump auf der Notwendigkeit von Druck auf Teheran bestehen würde, um ein Friedensabkommen zu erreichen und die Schifffahrt durch die Straße von Hormus vollständig wiederherzustellen.
Trump erklärte außerdem, er habe „äußerst produktive und konstruktive“ Verhandlungen mit Xi Jinping geführt und lud den chinesischen Staatschef für den 24. September ins Weiße Haus ein. Xi Jinping wiederum hob die Bedeutung stabiler bilateraler Beziehungen hervor und sprach sich für eine Partnerschaft statt einer Konfrontation zwischen China und den USA aus.
Ungeachtet dessen stützen die Erwartungen hinsichtlich des globalen Angebots die Ölpreise weiterhin fundamental. Am Mittwoch berichtete die International Energy Agency (IEA), dass das weltweite Ölangebot in diesem Jahr voraussichtlich unter das Nachfrageniveau fallen wird, bedingt durch die Störungen, die der Konflikt unter Einbeziehung Irans im Nahen Osten verursacht hat. Derzeit rechnet die Agentur damit, dass die globale Produktion in diesem Jahr um rund 3,9 Millionen Barrel pro Tag zurückgehen wird – eine deutliche Korrektur gegenüber ihrer vorherigen Schätzung.
Aus technischer Sicht sind die Oszillatoren positiv und signalisieren einen Vorteil für die Bullen. Öl wird über wichtigen gleitenden Durchschnitten gehandelt, was die Stärke der Käuferseite bestätigt. Bären spielen daher derzeit keine Rolle.