Unterdessen setzt der Dollar seine Aufwertung fort, und heute warten die Märkte auf die Daten zur Industrieproduktion in den USA für den April. Der Wert für März hatte zweifellos enttäuscht: Die Industrieproduktion blieb deutlich hinter den Erwartungen zurück und lieferte zusätzliche Gründe zur Sorge vor dem Hintergrund eines ohnehin schon schwierigen makroökonomischen Umfelds.
Die Industrieproduktion ist im Monatsvergleich um 0,5 % zurückgegangen, gegenüber einer Markterwartung von +0,1 %. Die Kapazitätsauslastung fiel auf 75,7 % — ein Niveau, das typischerweise auf eine breite Abkühlung im Sektor hindeutet, statt auf isolierte Probleme in einzelnen Subsektoren.
Den Großteil des Rückgangs machten das verarbeitende Gewerbe und die Versorger aus. Da das verarbeitende Gewerbe den Hauptbestandteil des Index bildet, zieht sein Abschwung den Gesamtwert stets am stärksten nach unten. Der Bergbau fiel nicht als Schlüsselfaktor auf, was darauf hindeutet, dass das Problem einen systemischen und nicht nur einen sektoralen Charakter hat.
Zu beachten ist, dass der Rückgang im März vor dem Hintergrund einer sich beschleunigenden Inflation, hoher Energiepreise und zunehmender Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Nahen Osten und Handelszöllen erfolgte. Zusammengenommen ergeben diese Faktoren einen toxischen Cocktail für die Industrie: Die Kosten steigen, die Exportnachfrage schwächt sich ab, und die Unternehmen agieren zurückhaltend bei der Ausweitung ihrer Produktion.
Die Märkte erwarten die April-Daten mit erhöhter Aufmerksamkeit; der Konsenskonsens geht von einem Anstieg um 0,3 % aus, also von einer Erholung nach dem Einbruch im März. Zum Vergleich: Vor einem Jahr, im April 2025, rechneten die Märkte mit einem Zuwachs von 0,2 %, doch die Fed verzeichnete keine Veränderung. Mit anderen Worten: Selbst verhaltener Optimismus erweist sich oft als zu optimistisch.
Dennoch liefern die Daten einige Gründe für vorsichtigen Optimismus. Der S&P Global Manufacturing PMI stieg im April von 52,3 auf 54,0 und signalisiert damit eine Ausweitung der Aktivitäten im Sektor. Die Neuaufträge legten schneller zu als im Vormonat, was üblicherweise die künftige Produktion stützt. Auch die Versorger zeigten in dieser Veröffentlichung eine spürbare Belebung, und eine ähnliche Dynamik ist nun erneut möglich.
Zollbelastungen, hohe Rohstoff- und Energiepreise sowie schwache Exporte werden eine Erholung jedoch weiterhin begrenzen. Die Beschäftigung im verarbeitenden Gewerbe bleibt unter Druck, was darauf schließen lässt, dass die Unternehmen bei Kapazitätserweiterungen zurückhaltend bleiben.
Das Basisszenario für April sieht daher so aus: besser als im März, aber ohne kräftige Gegenbewegung. Die Daten werden heute veröffentlicht und liefern einen wichtigen Hinweis darauf, wie gut die US-Industrie mit dem Inflationsdruck vor dem Hintergrund des anhaltenden Konflikts im Nahen Osten zurechtkommt.
Was das technische Bild für EUR/USD betrifft, müssen Käufer nun darüber nachdenken, das Niveau von 1,1650 zu erobern. Nur dann wird ein gezielter Test von 1,1675 möglich. Von dort aus kann das Paar bis 1,1700 steigen, was ohne Unterstützung der großen Marktteilnehmer jedoch ziemlich schwierig werden dürfte. Das am weitesten entfernte Ziel liegt beim Hoch von 1,1725. Im Falle eines Rückgangs rechne ich erst im Bereich von 1,1620 mit nennenswerten Käuferaktivitäten; falls dort niemand aktiv wird, wäre es sinnvoll, auf eine Erneuerung des Tiefs bei 1,1600 zu warten oder Long-Positionen ab 1,1580 zu eröffnen.
Was das technische Bild für GBP/USD angeht, müssen Käufer des Pfunds zunächst den nächstgelegenen Widerstand bei 1,3380 überwinden. Nur dann wird ein Ziel von 1,3410 möglich, oberhalb dessen sich ein Ausbruch als ziemlich schwierig erweisen dürfte. Das am weitesten entfernte Ziel liegt im Bereich von 1,3445. Im Falle eines Rückgangs werden die Bären versuchen, die Kontrolle über 1,3335 zu übernehmen; gelingt ihnen das, würde ein Ausbruch aus der Handelsspanne den Bullen einen schweren Schlag versetzen und GBP/USD in Richtung des Tiefs bei 1,3280 drücken, mit Aussicht auf einen weiteren Rückgang bis 1,3250.