Die Stärke des US-Dollar dürfte anhalten, während EUR/USD und Gold weiter nachgeben

Die globalen Finanzmärkte bleiben in einem Zustand äußerster Spannung und Unsicherheit. Der ungelöste Konflikt im Nahen Osten, die zunehmenden Spannungen zwischen Washington und Peking – die Donald Trump während seiner Chinareise nicht entschärfen konnte – sowie die Risiken einer anhaltenden globalen Inflationszunahme veranlassen Anleger dazu, ein hohes Maß an Vorsicht walten zu lassen.

Vor diesem Hintergrund setzt sich der Ausverkauf von Staatsanleihen der Länder fort, die zum westlichen Block der Weltwirtschaft gehören. Diese Verkäufe stehen im Zusammenhang mit wachsenden Befürchtungen, dass hohe Rohölpreise den Inflationsdruck weiter erhöhen werden, was letztlich zu höheren Zinsen führen könnte. In einem solchen Szenario wird das Halten von Staatsanleihen weniger attraktiv, was sich in fallenden Anleihekursen und steigenden Renditen niederschlägt.

In diesem Zusammenhang erlebt der Devisenmarkt im Grunde den Beginn eines Kräftemessens zwischen dem US‑Dollar und den wichtigsten Währungen, die gegen ihn gehandelt werden. Marktteilnehmer spekulieren darüber, wer in dieser Auseinandersetzung die Oberhand behalten wird – der Dollar oder seine Gegenspieler –, da mit jedem Tag das Risiko einer steigenden Inflation und damit einhergehend höherer Zinsen zunimmt.

Betrachten wir nun die Stärken und Schwächen dieser Währungen. Zuvor erhielten der Euro und das Pfund Unterstützung durch die Erwartung von zwei oder drei Zinserhöhungen vor dem Hintergrund einer stark anziehenden Inflation. Die Regierungskrise in Großbritannien und die schwierige wirtschaftliche Lage in Kontinentaleuropa bremsen diese Währungen gegenüber dem Dollar jedoch aus.

Gleichzeitig hat sich die Perspektive für den US‑Dollar in den vergangenen Monaten ebenfalls deutlich verändert. Vor allem der starke Anstieg der Verbraucherpreise in den Vereinigten Staaten hat bereits Erwartungen auf Zinserhöhungen durch die Federal Reserve ausgelöst.

Faktisch kompensieren die Erwartungen höherer Zinsen in den USA die Stärke der gegen den Dollar gehandelten Währungen. Anders als diese Währungen verfügt der Dollar jedoch über einen weiteren starken stützenden Faktor – seinen Status als sicherer Hafen inmitten der gegenwärtigen globalen Instabilität. Genau dieser Faktor stützt den Greenback weiterhin.

Was ist heute an den Märkten zu erwarten?

Unter diesen Bedingungen gehe ich davon aus, dass sich der Trend zu einer allmählichen Aufwertung des US‑Dollar am Forex‑Markt auch heute fortsetzen wird.

Tägliche PrognoseEUR/USD

Das Währungspaar hat bereits das vorherige lokale Zielniveau von 1,1610 erreicht und ist darunter gefallen. Bleibt der übergeordnete Trend intakt, könnte das Paar seinen Rückgang in Richtung 1,1535 fortsetzen. Das Niveau von 1,1584 kann als Marke für die Eröffnung von Short-Positionen dienen.

GOLD

Der Goldpreis befindet sich weiterhin in einem kurzfristigen Abwärtstrend und könnte sich vor dem Hintergrund der allgemeinen Welle des Pessimismus an den Märkten nach einer möglichen leichten Erholung bis 4.500,00 weiter in Richtung 4.400,00 bewegen. Das Niveau von 4.495,84 kann als Marke für die Eröffnung von Short-Positionen dienen.