Überblick über das Währungspaar GBP/USD. 28. Mai. Ein neuer Brexit könnte das Vereinigte Königreich erschüttern

Das Währungspaar GBP/USD zeigte sich am Mittwoch ebenfalls sehr träge und tendierte zu einem erneuten Rückgang. Es bedarf keiner langen Spekulationen, warum das britische Pfund fällt. Gestern erklärten mehrere ranghohe Vertreter Irans, dass über angereichertes Uran mit Washington nicht verhandelt werde. Folglich wird Donald Trump seine Ziele nicht erreichen können. Daher wird der Konflikt in der einen oder anderen Form sehr lange bestehen bleiben. Mehr als von einer Absichtserklärung zu träumen, ist derzeit kaum möglich. Damit kann der Konflikt jederzeit wieder aufflammen. Unter diesen Umständen überrascht es nicht, dass der Dollar erneut moderat zulegt.

Wir gehen weiterhin nicht davon aus, dass die Aufwertung der US‑Währung ohne eine Wiederaufnahme eines groß angelegten Krieges stark ausfallen wird. Genau darin liegt jedoch das Problem: Ein Krieg könnte jederzeit wieder ausbrechen. Wenn die Parteien keine Einigung erzielen können und regelmäßig die Bedingungen der Waffenruhe verletzen, was anderes kann der Markt dann erwarten? Gleichzeitig haben sich beim britischen Pfund in letzter Zeit eigene belastende Faktoren herausgebildet.

Erstens ist der Verbraucherpreisindex im April für viele überraschend auf 2,8 % gesunken. Der Markt, der augenscheinlich im Juni mit einer Straffung der Geldpolitik der Bank of England gerechnet hatte, sah sich gezwungen, seine Position und damit auch seine Handelsstrategie kurzfristig zu ändern. Wenn eine Anhebung des Leitzinses eine Aufwertung des britischen Pfunds ermöglicht hätte, bedeutet der Verzicht auf diese Option nun eine Abwertung der britischen Währung.

Zweitens steht Großbritannien vor einer weiteren politischen Krise. Die britische Öffentlichkeit hat bei den Kommunalwahlen ihre Haltung zu Keir Starmer und der Labour Party deutlich zum Ausdruck gebracht. Die Labour Party verlor die Wahlen klar und deutlich – doch es waren nicht die Conservatives, wie viele erwartet hätten, die als Sieger hervorgingen. Alternative politische Kräfte setzten sich durch und bestätigten damit erneut den offensichtlichen politischen Riss innerhalb der britischen Gesellschaft.

Man sollte nicht vergessen, dass sich Großbritannien seit dem Brexit in einem permanenten politischen Krisenzustand befindet. Seit dem Referendum 2016 hat kein Premierminister seine Amtszeit regulär beendet. Sollte Starmer zum Rücktritt gezwungen werden, würde uns das daher keineswegs überraschen.

Drittens hat das schottische Parlament in London offiziell die Erlaubnis zur Durchführung eines neuen Unabhängigkeitsreferendums beantragt. Es sei daran erinnert, dass dies keineswegs der erste Versuch Edinburghs ist, sich von London zu lösen und in die Europäische Union zurückzukehren. Die Mehrheit der Schotten stimmte 2016 für einen Verbleib in der EU. Während der Amtszeit von Boris Johnson versuchte die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon, ein Unabhängigkeitsreferendum abzuhalten, doch London lehnte dies damals offiziell ab und verwies auf das Referendum von 2014, bei dem die Mehrheit der Schotten für den Verbleib im Vereinigten Königreich votiert hatte. Nur zwei Jahre später entschied sich das Vereinigte Königreich jedoch für den Austritt aus der EU – ein Ergebnis, das die Schotten 2014 offenkundig nicht voraussehen konnten. Seit nunmehr zehn Jahren versucht Schottland vergeblich, ein neues Referendum zu organisieren, und hat nicht aufgegeben. Je höher die Wahrscheinlichkeit eines solchen Referendums, desto stärker wird der Druck auf das britische Pfund ausfallen.

Die durchschnittliche Volatilität des GBP/USD-Paares beträgt in den letzten 5 Handelstagen 58 Pips. Für das Pfund/US‑Dollar‑Paar gilt dieser Wert als „niedrig“. Daher erwarten wir am Donnerstag, dem 28. Mai, eine Bewegung in einer Spanne, die durch die Marken 1,3366 und 1,3482 begrenzt wird. Der obere Kanal der linearen Regression ist nach oben gerichtet, was auf eine Wiederaufnahme des Aufwärtstrends hinweist. Der CCI‑Indikator hat in letzter Zeit keine Signale geliefert.

Nächste Unterstützungsniveaus:

S1 – 1,3428

S2 – 1,3367

S3 – 1,3303

Nächste Widerstandsniveaus:

R1 – 1,3489

R2 – 1,3550

R3 – 1,3611

Handelsempfehlungen:

Das Währungspaar GBP/USD setzt seine Erholung nach einem Einbruch um 300 Pips fort. Die Politik von Trump wird weiterhin Druck auf die US‑Wirtschaft ausüben, daher erwarten wir nicht, dass die US‑Währung ein langfristiges Wachstum verzeichnet. Allerdings sieht das Jahr 2026 für den Dollar nach wie vor äußerst positiv aus. Somit können Long‑Positionen mit Kurszielen bei 1,3550 und 1,3611 in Betracht gezogen werden, wenn sich der Kurs über dem gleitenden Durchschnitt befindet. Befindet sich der Kurs unterhalb der Linie des gleitenden Durchschnitts, können Short‑Positionen mit Zielen bei 1,3367 und 1,3306 auf geopolitischer Grundlage eingesetzt werden. Die Marktsituation ändert sich häufig und wird weiterhin überwiegend von geopolitischen Nachrichten bestimmt, die ihrerseits nicht einheitlich sind.

Anmerkungen zu den Abbildungen:

Die Kanäle der linearen Regression helfen, den aktuellen Trend zu bestimmen. Wenn beide in dieselbe Richtung zeigen, ist der Trend derzeit stark;

Die Linie des gleitenden Durchschnitts (Einstellungen 20,0, smoothed) bestimmt den kurzfristigen Trend und die Richtung, in die aktuell gehandelt werden sollte;

Murray‑Niveaus sind Zielmarken für Bewegungen und Korrekturen;

Volatilitätsniveaus (rote Linien) bilden den potenziellen Preiskanal ab, in dem sich das Paar in den nächsten 24 Stunden auf Grundlage der aktuellen Volatilitätswerte bewegen wird;

Der CCI‑Indikator – sein Eintritt in den überverkauften Bereich (unter −250) bzw. in den überkauften Bereich (über +250) signalisiert, dass eine Trendumkehr in die entgegengesetzte Richtung bevorsteht.