Im Stundenchart erholte sich das Währungspaar GBP/USD am Freitag vom 50,0%-Fibonacci-Retracement bei 1,3408 und stieg in Richtung des Widerstandsbereichs bei 1,3454–1,3466 an, in dessen Nähe der Kurs sich derzeit bewegt. Eine Konsolidierung oberhalb dieser Zone am Montag würde es den Tradern ermöglichen, mit weiteren Kursgewinnen in Richtung des nächsten Widerstandsbereichs bei 1,3526–1,3539 zu rechnen. Ein Abprall von dieser Zone würde den US‑Dollar begünstigen und einen Rückgang in Richtung des 50,0%-Fibonacci-Levels bei 1,3408 erwarten lassen.
Die Wellenstruktur bleibt bärisch, da den Bullen weiterhin ausreichend positive geopolitische Impulse fehlen, um eine nachhaltige Aufwärtsbewegung zu starten. Die letzte abgeschlossene Abwärtswelle hat das vorherige Tief unterschritten, während die jüngste Aufwärtswelle nicht in der Lage war, das vorherige Hoch zu übertreffen. Geopolitische Entwicklungen haben den Bullen zuletzt zwar Unterstützung geliefert; die Aussichten auf eine Einigung zwischen Iran und den Vereinigten Staaten schwinden jedoch erneut rasch. Der Abwärtstrend kann erst dann als abgeschlossen gelten, wenn ein Ausbruch über das Hoch vom 25. Mai gelingt.
Am Freitag fehlte es faktisch an relevanten Nachrichten, und die Äußerungen von Bank of England-Gouverneur Andrew Bailey boten den Händlern kaum neue Informationen. Der Markt spekuliert weiterhin darüber, ob der britische Regulator im Juni eine Straffung der Geldpolitik beschließen könnte. Der jüngste Inflationsbericht aus dem Vereinigten Königreich liefert jedoch keine Grundlage für die Erwartung einer Zinserhöhung. Dennoch hat das Pfund in den letzten Tagen an Stärke gewonnen, was sich nur mit geopolitischen Faktoren erklären lässt.
Die Geopolitik macht weiterhin rund 90 % der Stimmung der Marktteilnehmer aus, doch es ist nicht immer möglich, klare Rückschlüsse auf ihre weitere Richtung zu ziehen. Kursgewinne beim Pfund oder beim Euro deuten darauf hin, dass die Wahrscheinlichkeit einer Einigung zwischen Iran und den Vereinigten Staaten steigt. Dennoch sehe ich nach wie vor keine greifbaren Anzeichen dafür, dass ein solches Ereignis in naher Zukunft eintreten wird. Daher könnte der aktuelle Anstieg von GBP/USD nur von kurzer Dauer sein.
Heute wird der ISM Manufacturing PMI der USA veröffentlicht, und es handelt sich um einen durchaus wichtigen und beachtenswerten Bericht. Allerdings würde es mich nicht überraschen, wenn der Markt ihn ebenfalls ignoriert. Am Wochenende versuchte Donald Trump erneut, die Märkte zu beruhigen, indem er erklärte, eine Einigung mit Iran stehe kurz bevor – dieselbe Aussage hatte er jedoch bereits am vorangegangenen Wochenende gemacht.
Auf dem 4‑Stunden‑Chart ist GBP/USD zum Widerstandsbereich von 1,3482–1,3514 zurückgekehrt. Ein erneuter Abprall aus dieser Zone würde erneut den US‑Dollar begünstigen und für einen moderaten Rückgang in Richtung des 23,6‑%‑Fibonacci‑Retracement‑Niveaus bei 1,3327 sprechen. Die Kursbewegungen in der näheren Zukunft werden jedoch eher von der Geopolitik als von der Chartanalyse bestimmt. Die technische Analyse sollte nur als ergänzendes Instrument verwendet werden. Derzeit zeigen keine Indikatoren aufkommende Divergenzen.
Commitments of Traders (COT) Report:
Die Stimmung in der Kategorie der Non-commercial-Trader ist in der letzten Berichtswoche etwas weniger bärisch geworden. Die Zahl der von Spekulanten gehaltenen Long-Positionen verringerte sich um 10.097, während die Zahl der Short-Positionen um 13.006 zurückging. Die Lücke zwischen Long- und Short-Positionen liegt nun bei etwa 58.000 gegenüber 119.000. Die Bären haben in den vergangenen Monaten den Markt dominiert, was angesichts der geopolitischen Lage im Nahen Osten und der politischen Krise im Vereinigten Königreich nicht überrascht. Der Vorsprung der Bären übersteigt derzeit ein Verhältnis von zwei zu eins.
Ich rechne weiterhin nicht mit einem anhaltenden Abwärtstrend beim Pfund. Kurzfristig wird die Marktrichtung jedoch nicht von Konjunkturdaten, Trumps Handelspolitik oder der Geldpolitik der Zentralbanken bestimmt, sondern von Dauer, Ausmaß und Folgen des Konflikts im Nahen Osten. In den vergangenen Wochen hat sich der Markt auf die Erwartung eines länger andauernden Konflikts eingestellt, doch die jüngsten Entwicklungen deuten darauf hin, dass ein Waffenstillstand weiterhin möglich ist, auch wenn der Prozess voraussichtlich weder schnell noch unkompliziert verlaufen wird.
Nachrichtenkalender für die Vereinigten Staaten und das Vereinigte Königreich:
Vereinigte Staaten – ISM Manufacturing PMI (14:00 UTC).Der Wirtschaftskalender für den 1. Juni enthält nur ein Ereignis, das als wichtig eingestuft werden kann. Das wirtschaftliche Umfeld könnte die Marktstimmung in der zweiten Hälfte der Handelssitzung am Montag beeinflussen.
GBP/USD Prognose und Handelsempfehlungen:
Short-Positionen können heute in Betracht gezogen werden, wenn das Paar im Stundenchart vom Bereich 1,3454–1,3466 nach unten abprallt, mit Kurszielen bei 1,3408 und 1,3349–1,3355. Long-Positionen waren nach einem Schlusskurs über 1,3408 möglich, mit Zielen bei 1,3454–1,3466. Dieses Ziel wurde erreicht. Neue Long-Positionen können nach einem Schlusskurs über 1,3454–1,3466 in Betracht gezogen werden, mit Ziel im Bereich 1,3526–1,3539.
Die Fibonacci-Retracement-Niveaus werden im Stundenchart von 1,3158 bis 1,3655 und im 4‑Stunden-Chart von 1,3866 bis 1,3158 gezogen.