Das Währungspaar GBP/USD handelte am Dienstag mit geringer Volatilität, ähnlich wie in den vergangenen zwei Wochen. Wie wir im EUR/USD-Artikel analysiert haben, gibt es derzeit keine überzeugenden Gründe für den Markt, weder aggressiv zu verkaufen noch zu kaufen. Der gesamte Strom geopolitischer Nachrichten lässt sich im Grunde auf eine harte Tatsache reduzieren: Die Parteien reden mehr, als sie handeln. Neunzig Prozent der Drohungen werden nicht umgesetzt; Verhandlungen beginnen und enden immer wieder, und das Abkommen, das Trump vor zwei Wochen als „zu 95 % fertig“ bezeichnet hat, ist nach wie vor nicht unterzeichnet, obwohl der Waffenstillstand weiter gilt und beide Seiten weiter zu verhandeln versuchen.
Wir haben bereits die Frage gestellt, worauf sich Washington und Teheran überhaupt zu einigen versuchen, wenn Iran doch klar erklärt hat, weder auf seine nukleare Entwicklung zu verzichten noch angereichertes Uran auszuführen. Dennoch laufen die Gespräche mit kurzen Unterbrechungen weiter, sodass nach wie vor eine Chance auf ein Abkommen besteht. Lassen wir das geopolitische Thema jedoch beiseite, da es viele bereits ermüdet. Besteht in absehbarer Zeit die Wahrscheinlichkeit interessanter Bewegungen auf Basis fundamentaler Daten, der Makroökonomie oder der technischen Analyse?
Unter den aktuellen Umständen würden wir darauf leider keine allzu großen Hoffnungen setzen. Der Markt ignoriert weiterhin all diese genannten Faktoren, während geopolitische Nachrichten inzwischen durch ein sehr engmaschiges Sieb gefiltert werden. Händler sind bereit, auf Ereignisse wie eine Wiederaufnahme der Kampfhandlungen, ein vollständiges Scheitern der Verhandlungen, die Wiederöffnung der Straße von Hormus oder die Schließung der Meerenge Bab al-Mandab zu reagieren. Mit anderen Worten: Sie sind bereit, auf Taten, Fakten und Ereignisse zu reagieren, nicht auf Worte, Drohungen und Ultimaten. Was makroökonomische Ereignisse betrifft, so wurde am Montag in den USA ein starker ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe veröffentlicht. Der Dollar stieg daraufhin für etwa zwei Stunden, bevor er wieder fiel.
Gestern wurde in der Eurozone ein Inflationsbericht veröffentlicht, der der Europäischen Zentralbank den Weg für eine Zinserhöhung auf der nächsten Sitzung öffnete. Und was geschah? Hat jemand einen kräftigen Anstieg des Euro gesehen? Am Ende der Woche werden in den USA Berichte zum Arbeitsmarkt und zur Arbeitslosigkeit veröffentlicht, und wir sind fast sicher, dass die Reaktion des Marktes im besten Fall lokal ausfallen wird. Das heißt, der Dollar könnte kurzfristig steigen oder fallen, aber innerhalb weniger Stunden dürften die Kurse zu ihren Ausgangsniveaus zurückkehren, und der Markt wird wieder auf bedeutende geopolitische Ereignisse warten.
Aus technischer Sicht befindet sich das Paar GBP/USD auf dem Tages-Chart seit etwa acht oder neun Monaten in einer Seitwärtsbewegung. Wäre nicht der Krieg im Nahen Osten, der den US-Dollar deutlich attraktiver gemacht hat, sind wir überzeugt, dass der übergeordnete Aufwärtstrend bereits wieder aufgenommen worden wäre. Es ist erwähnenswert, dass sowohl der Euro als auch das Pfund im Januar dieses Jahres neue Vierjahreshochs markiert haben und ihre Aufwertung wahrscheinlich nicht dort geendet hätte. Dann aber griff Donald Trump ein – und warum er das tat, dürfte vielleicht nicht einmal ihm selbst ganz klar sein: Jetzt fällt der Dollar nicht mehr (wie von Trump gewünscht), und die Federal Reserve steht vor einer Straffung der Geldpolitik, selbst unter Kevin Warsh.
Die durchschnittliche Volatilität des GBP/USD-Paares über die letzten fünf Handelstage (Stand 3. Juni) beträgt 61 Pips. Für das Pfund/US‑Dollar‑Paar gilt dieser Wert als „durchschnittlich“. Am Mittwoch, dem 3. Juni, erwarten wir, dass das Paar in einer Spanne zwischen 1,3411 und 1,3533 gehandelt wird. Der obere Kanal der linearen Regression ist nach oben gerichtet, was auf eine Erholung des Aufwärtstrends hinweist. Der CCI‑Indikator hat in letzter Zeit keine Signale geliefert.
Nächste Unterstützungsniveaus:S1 – 1,3428S2 – 1,3367S3 – 1,3303Nächste Widerstandsniveaus:R1 – 1,3489R2 – 1,3550R3 – 1,3611Handelsempfehlungen:Das GBP/USD‑Paar setzt seine Erholung nach einem Rückgang um 300 Pips fort. Die Politik von Trump wird weiterhin Druck auf die US‑Wirtschaft ausüben, daher erwarten wir nicht, dass die US‑Währung ein langfristiges Wachstum zeigt. Allerdings sieht das Jahr 2026 aufgrund der Geopolitik für den Dollar ausgesprochen positiv aus. Daher können Long‑Positionen mit Kurszielen bei 1,3533 und 1,3611 in Betracht gezogen werden, wenn sich der Preis über dem gleitenden Durchschnitt befindet. Befindet sich der Preis unterhalb der Linie des gleitenden Durchschnitts, können Short‑Positionen mit Zielen bei 1,3367 und 1,3306 gehandelt werden, gestützt auf geopolitische Faktoren. Der Markt ändert sich häufig und bleibt überwiegend auf geopolitische Nachrichten fokussiert, die keine einheitliche Richtung erkennen lassen.
Erläuterungen zu den Abbildungen:Kursniveaus (Zonen) von Unterstützung und Widerstand (dicke rote Linien) sind Bereiche, in denen eine Bewegung enden kann. Sie sind keine Quelle für Handelssignale.Die Linien Kijun‑sen und Senkou Span B sind Linien des Ichimoku‑Indikators, die aus dem 4‑Stunden‑ in den Stunden‑Timeframe übertragen wurden. Es handelt sich um starke Linien.Extremniveaus (dünne rote Linien) sind Punkte, von denen der Kurs zuvor abgeprallt ist. Sie dienen als Quellen für Handelssignale.Gelbe Linien kennzeichnen Trendlinien, Trendkanäle und sonstige charttechnische Formationen.Indikator 1 in den COT‑Charts zeigt die Größe der Netto‑Position in jeder Händlerkategorie an.