GBP/USD – Smart-Money-Analyse

Das Währungspaar GBP/USD bewegt sich nun seit zweieinhalb Wochen innerhalb der Bearish Imbalance 19 und hat es bislang weder geschafft, diese zu invalidieren noch ein Verkaufssignal auszubilden. Die Chartstruktur spricht weiterhin für eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung; in diesem Fall müsste Imbalance 19 jedoch ungültig werden und der Kurs nach oben ausbrechen, anstatt in einer Seitwärtsrange zu verharren.

In dieser Woche hat Donald Trump erneut erklärt, dass ein Abkommen mit Iran in sehr naher Zukunft unterzeichnet werden könnte. Gleichzeitig haben die Vereinigten Staaten und Iran erneut gegenseitige Angriffe geflogen, Teheran hat zu Wochenbeginn die Verhandlungen mit Washington ausgesetzt, und es ist unklar, ob Konsultationen zwischen den Parteien überhaupt noch stattfinden. Der Markt befindet sich in einem Zustand äußerster Unsicherheit und scheut größere Entscheidungen, solange kein klareres Bild über die weitere Entwicklung im Nahen Osten vorliegt.

Derzeit bleibt den Tradern daher kaum etwas anderes übrig, als auf wirklich wichtige neue Informationen zu warten. Es sei angemerkt, dass Iran weiterhin auf seinem Recht zur Nutzung der Kernenergie besteht und zudem ein vollständiges Ende der militärischen Operationen gegen das eigene Land und dessen Verbündete fordert.

Insgesamt ist die Lage im Nahen Osten besser als noch vor einigen Monaten, als dort aktive Kampfhandlungen stattfanden. Dennoch sind die Marktteilnehmer weiterhin besorgt, dass sich die Situation wieder in Richtung Eskalation entwickeln könnte. Genau das ist in den vergangenen zwei Wochen faktisch zu beobachten. In der letzten Woche führten die Vereinigten Staaten zwei Raketenangriffe auf iranische Ziele durch, worauf Iran mit Angriffen auf US-Stützpunkte in Kuwait reagierte. Die neue Woche begann mit zwei weiteren derartigen Schlagabtauschen. Je häufiger solche Aktionen stattfinden, desto geringer wird das Vertrauen des Marktes in die Aussicht auf eine friedliche Einigung.

Meiner Einschätzung nach bleibt der Trend trotz der deutlichen Korrekturen zu Jahresbeginn weiterhin bullisch. Der Waffenstillstand im Nahen Osten ist derzeit zwar fragil, besteht aber noch und könnte um weitere 60 Tage verlängert werden. Gleichzeitig bleibt die Straße von Hormus faktisch doppelt blockiert, die Nuklearfrage ist ungelöst, und die Beurteilung des Verhandlungsfortschritts stützt sich nahezu ausschließlich auf die Aussagen Donald Trumps. Iran vertritt hier eine deutlich abweichende Position.

Die Lage schwankt weiterhin zwischen Entspannung und erneuter Zuspitzung. Noch hat der Markt ein gewisses Vertrauen, dass ein Abkommen möglich ist, doch dieses Vertrauen ist nicht grenzenlos.

Das aktuelle technische Bild stellt sich wie folgt dar: Die Bullish Imbalance 18 hat eine Marktreaktion ausgelöst, während Bearish Imbalance 19 dies nicht getan hat und mit hoher Wahrscheinlichkeit invalidiert werden dürfte. Entsprechend unterstützt die Chartstruktur weiterhin eine weitere Aufwertung des Pfunds. Die wichtigste Aufgabe besteht jetzt darin, die geopolitische Entwicklung sehr sorgfältig zu verfolgen, um Long-Positionen zügig zu schließen, falls die Verhandlungen erneut in eine Sackgasse geraten und das Rahmenabkommen zwar ausgehandelt, aber weiterhin nicht unterzeichnet bleibt.

Der Strom an Konjunkturnachrichten hat am Mittwoch erneut keinen Einfluss auf die Marktstimmung gehabt. Das Pfund handelt weiterhin innerhalb von Imbalance 19, und weder Wirtschaftsdaten noch Meldungen aus dem Nahen Osten konnten die Trader bislang aus dieser Spanne herausdrängen.

Im übergeordneten fundamentalen Umfeld spricht aus langfristiger Perspektive nach wie vor wenig gegen eine Fortsetzung der Schwäche des US-Dollar. Daran ändert auch der Konflikt zwischen Iran und den Vereinigten Staaten kaum etwas. Die geopolitischen Entwicklungen haben die Märkte lediglich vorübergehend an den Status des Dollar als sicheren Hafen erinnert, doch die langfristigen Aussichten für die US-Währung bleiben schwierig.

Der US-Arbeitsmarkt schwächt sich weiter ab, die Wirtschaft bewegt sich auf eine Rezession zu, die Inflation steigt, und die Federal Reserve dürfte 2026 kaum in der Lage sein, die Geldpolitik zu straffen. In den Vereinigten Staaten hat es landesweit zuletzt vier größere Proteste gegeben, die sich explizit gegen Donald Trump richteten, während ein möglicher Rücktritt von Jerome Powell die Perspektiven für den Dollar zusätzlich verschlechtern könnte, falls das FOMC unter Kevin Warsh einen deutlich dovisheren Kurs einschlägt.

Aus wirtschaftlicher Sicht sehe ich keine Grundlage für eine Aufwertung des Dollar. Nur geopolitische Entwicklungen sind derzeit in der Lage, die US-Währung zu unterstützen.

Wirtschaftskalender für die Vereinigten Staaten und das Vereinigte Königreich

Vereinigte Staaten

Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (12:30 UTC)

Der Wirtschaftskalender für den 4. Juni enthält nur eine Veröffentlichung, die voraussichtlich kaum große Marktbeachtung finden wird. Entsprechend ist nicht zu erwarten, dass das wirtschaftliche Umfeld die Marktstimmung am Donnerstag nennenswert beeinflusst.

GBP/USD-Prognose und Handelsempfehlungen

Der langfristige Ausblick für das Pfund bleibt bullisch. Das Three Drives-Muster hat die Trader frühzeitig auf den Beginn der Aufwärtsbewegung hingewiesen. Seitdem haben sich drei bullische Formationen und drei bullische Signale ausgebildet, die allesamt Handelschancen boten.

Derzeit behalten die Bullen die Initiative und haben innerhalb der Bullish Imbalance 18 ein neues Kaufsignal generiert. Sollten sich die geopolitischen Rahmenbedingungen verbessern, dürfte die Aufwärtsbewegung anhalten.

Mein übergeordnetes Kursziel für das Pfund bleibt das Hoch aus dem Jahr 2026 bei 1,3867, während das nächste Ziel bei 1,3656 liegt.

Aktuell gibt es keinen Anlass, von einem übergeordneten Abwärtstrend auszugehen. Die einzige bearishe Imbalance steht kurz vor der Invalidierung, und neue bearishe Muster sind bislang nicht aufgetreten.