Das Währungspaar EUR/USD setzte seinen Handel am Mittwoch exakt so fort wie in den vergangenen Wochen – mit niedriger Volatilität, einem minimalen Aufwärtsschwenk und einer Bewegung, die nahezu einer Seitwärtsrange entspricht. Unter den aktuellen Umständen sollte man dem leichten Aufwärtstrend kaum Beachtung schenken, da 90 % der derzeitigen Bewegung reiner Seitwärtsmarkt sind. Folglich bleiben unsere Schlussfolgerungen dieselben wie gestern und vorgestern: Der Markt ignoriert nach wie vor das makroökonomische und fundamentale Umfeld, ist nicht bereit, bei Positionen Risiken einzugehen und wartet auf eine Klärung des Konflikts zwischen Iran und den USA.
Was bedeutet „warten auf eine Klärung“? Die Antwort auf diese Frage ist entscheidend, da diese „Klärung“ das Schicksal des Dollars in den kommenden Wochen oder gar Monaten bestimmen könnte. Unserer Ansicht nach ist der Markt der endlosen Flut geopolitischer Informationen überdrüssig geworden, von denen 90 % unbestätigt oder bedeutungslos sind. So wurde etwa gestern berichtet, Washington sei angeblich zu Zugeständnissen in der „Atomfrage“ bereit, doch jedem ist klar, dass es dafür keinerlei Belege gibt. Iran erklärte zu Wochenbeginn, man habe die Verhandlungen mit den USA ausgesetzt; gleichzeitig verhinderte Trump einen israelischen Angriff auf den Libanon, was logisch betrachtet eher dafürspricht, dass die Gespräche wiederaufgenommen werden. Doch hierzu oder zur aktuellen Position Irans gibt es keinerlei verlässliche Informationen.
Stattdessen gibt es Meldungen über eine weitere Verletzung der Waffenruhe im Persischen Golf. Die USA griffen die iranische Insel Qeschm an, während Teheran mit Angriffen auf amerikanische Stützpunkte in Kuwait und Bahrain reagierte. Zu verstehen, was derzeit im Nahen Osten passiert, ist nahezu unmöglich. Die Konfliktparteien beschießen sich immer wieder gegenseitig, geben an, zu verhandeln, berichten über Fortschritte oder Rückschritte, sprechen von Abkommen und dementieren diese anschließend wieder. In diesem Informationswirrwarr ist es unmöglich, sich ein klares Bild zu machen. Daher hat der Markt eine naheliegende Schlussfolgerung gezogen: Wenn Teheran und Washington selbst nicht wissen, ob sie sich im Kriegszustand befinden oder eine Friedensvereinbarung anstreben, sollen sie das zunächst untereinander klären – erst dann kann man auf eine konkrete Entwicklung reagieren.
Der Markt wartet also auf eine solche Klärung: entweder auf eine umfassende Wiederaufnahme der Kampfhandlungen nach gescheiterten Verhandlungen oder auf die Unterzeichnung eines Friedensabkommens und anschließende Gespräche zur Lösung der Krise. Bislang lässt sich feststellen, dass von einem Friedensabkommen weiterhin keine Spur ist und weder Iran noch die USA aus naheliegenden Gründen einen neuen umfassenden Krieg beginnen wollen. Wir gehen davon aus, dass diese Form des Konflikts noch Wochen, Monate oder sogar Jahre andauern kann. Jedem ist klar, dass Iran unter keinen Umständen auf sein angereichertes Uran verzichten oder die Urananreicherung einstellen wird. Außerdem weiß Teheran, dass es derzeit die USA sind, die den Krieg beenden, einen Sieg verkünden und sich in Ruhe auf die Wahlen vorbereiten wollen. Deutlich gesagt: Die Initiative liegt derzeit in den Händen Teherans, das sich nicht drängen lässt und einem weiteren belastenden Deal von Donald Trump unter Androhung von Zwang nicht zustimmt.
Die durchschnittliche Volatilität des Währungspaares EUR/USD in den letzten fünf Handelstagen bis zum 4. Juni beträgt 55 Pips und ist als „mittel-niedrig“ einzustufen. Wir erwarten, dass sich das Paar am Donnerstag in einer Spanne zwischen 1,1552 und 1,1662 bewegt. Der obere Kanal der linearen Regression hat sich nach oben verschoben, was auf eine Trendumkehr hin zu einem bullischen Szenario hindeutet. Tatsächlich könnte der Aufwärtstrend für 2025 bereits im März wieder eingesetzt haben. Der CCI-Indikator ist in die überkaufte Zone eingetreten und hat zwei „bärische“ Divergenzen ausgebildet, die auf eine weiterhin andauernde Abwärtskorrektur hinweisen.
Nächste Unterstützungszonen:S1 – 1,1597S2 – 1,1536S3 – 1,1475Nächste Widerstandszonen:R1 – 1,1658R2 – 1,1719R3 – 1,1780Handelsempfehlungen:Das Währungspaar EUR/USD setzt seine Abwärtsbewegung fort, die vermutlich eine Korrektur innerhalb des übergeordneten Aufwärtstrends darstellt. Der übergeordnete fundamentale Hintergrund für den Dollar bleibt äußerst negativ, nur geopolitische Faktoren liefern bislang konstant Unterstützung. Befindet sich der Kurs unter dem gleitenden Durchschnitt, können Short-Positionen mit Zielen bei 1,1552 und 1,1536 in Betracht gezogen werden. Long-Positionen werden relevant, wenn sich der Kurs über der Linie des gleitenden Durchschnitts befindet, mit Zielen bei 1,1719 und 1,1780. Der Markt entfernt sich weiterhin von geopolitischen Faktoren, doch in den vergangenen Wochen hat die Nachfrage nach dem Dollar zugenommen, da die Hoffnungen auf Frieden im Nahen Osten geschwunden sind. Derzeit sind die Bewegungen verhalten, weshalb es ratsam ist, auf kleineren Zeiteinheiten zu handeln.
Erläuterungen zu den Abbildungen:Lineare Regressionskanäle: Sie helfen dabei, den aktuellen Trend zu bestimmen. Sind beide Kanäle in dieselbe Richtung gerichtet, deutet das auf einen starken Trend hin.Linie des gleitenden Durchschnitts (Einstellungen 20,0, geglättet): Sie definiert den kurzfristigen Trend und die Richtung, in die aktuell gehandelt werden sollte.Murray Levels: Zielniveaus für Bewegungen und Korrekturen.Volatilitätsniveaus (rote Linien): Sie zeigen den wahrscheinlichen Preiskanal an, in dem sich das Paar auf Basis der aktuellen Volatilitätskennzahlen am nächsten Tag voraussichtlich bewegen wird.CCI-Indikator: Sein Eintritt in die überverkaufte Zone (unter -250) oder in die überkaufte Zone (über +250) signalisiert, dass eine Trendumkehr in die entgegengesetzte Richtung näher rückt.