Aktienmarkt am 4. Juni: S&P 500 und Nasdaq brechen ein, da der Optimismus schwindet

Gestern schlossen die Aktienindizes im Minus. Der S&P 500 fiel um 0,74 %, und der Nasdaq 100 gab um 0,89 % nach. Der Dow Jones Industrial Average verlor 1,21 %.

Die Rekordrally geriet an zwei Fronten ins Stocken – und beide Belastungsfaktoren traten am selben Tag auf. Eine vorsichtige Prognose von Broadcom schwächte die KI-Erzählung, und erneute Auseinandersetzungen zwischen den USA und dem Iran nahmen der Marktstimmung den Wind aus den Segeln. Der MSCI Asia Pacific Index fiel um 1,6 % und beendete damit eine viertägige Serie von Rekordhochs. Der KOSPI in Südkorea, der in diesem Jahr weltweit am besten laufende Index, verlor 1,7 %. Die Nasdaq-100-Futures lagen rund 0,5 % im Minus. Der S&P 500 beendete eine neuntägige Gewinnserie. Für Europa wird ein schwächerer Handelsauftakt erwartet.

Wie bereits erwähnt, war Broadcom die größte Enttäuschung des Tages. Die Aktie stürzte im nachbörslichen Handel um rund 14% ab, nachdem der Ausblick enttäuscht hatte und das Management kommentierte, dass die Umstellung auf AI-Kunden langsamer vorankomme als erwartet. Eine schwache Prognose eines einzelnen Unternehmens bedeutet zwar nicht automatisch eine Trendwende. Doch nach einem derart rasanten Anstieg bei Chipwerten – der Philadelphia Semiconductor Index hat in zwei Monaten rund 70% zugelegt – brauchen Anleger nur einen kleinen Anlass, um Gewinne mitzunehmen.

Zusätzlichen Druck brachte die Geopolitik. Wieder aufflammende Auseinandersetzungen zwischen den USA und Iran sorgten erneut für Nervosität an den Märkten. Brent notiert nahe 97 USD je Barrel, wenngleich eine US-Mitteilung über eine Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon die Spannungen vorübergehend etwas verringerte und den Ölpreis um fast 1% zurückfallen ließ. Bitcoin rutschte unter 62.000 USD und damit auf den niedrigsten Stand seit Februar.

Die Daten vom Arbeitsmarkt überraschen weiterhin auf der Oberseite. Der gestrige ADP-Bericht zeigte, dass US-Unternehmen so viele neue Stellen geschaffen haben wie seit Januar 2025 nicht mehr. Das deutet darauf hin, dass die Beschäftigung trotz des Energieschocks robust bleibt. Der Arbeitsmarktbericht für den Freitag (Nonfarm Payrolls) bleibt das wichtigste Ereignis der Woche. Bestätigt die Veröffentlichung die Stärke des Arbeitsmarkts, wie es die Frühindikatoren nahelegen, hätte die Fed ein weiteres Argument, die Zinsen beizubehalten oder sogar anzuheben. Das wäre stützend für den US-Dollar, negativ für Gold und unterstützend für den Yen.

Unterdessen erklärte Lorie Logan, Präsidentin der Dallas Fed, eine Rückkehr der Inflation auf das Zielniveau könne Zinserhöhungen später im Jahr erforderlich machen. John Williams, Präsident der New York Fed, äußerte sich vorsichtiger und bezeichnete den Zinsausblick als „unsicher“ – doch die Märkte vernehmen derzeit eindeutig mehr „Falken“- als „Tauben“-Stimmen.

Am Devisenmarkt hat der Yen heute überraschend aufgewertet. Medienberichten zufolge erwägt die Bank of Japan in diesem Monat eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte, wobei weitere Straffung bis zum Jahresende möglich wäre. Das wäre ein wichtiges Signal für die Währungsmärkte: Der Yen war lange ein Opfer des globalen Hochzinszyklus, und jeder Hinweis auf eine Normalisierung der japanischen Geldpolitik könnte die USD/JPY-Dynamik deutlich verändern.

Technisch gesehen deutet die Analyse des S&P 500 darauf hin, dass die unmittelbare Aufgabe der Käufer darin besteht, den Widerstandsbereich bei 7.547 Punkten zu überwinden. Gelingt dies, würde dies den Aufwärtstrend bestätigen und den Weg in Richtung 7.574 Punkte eröffnen. Ein Halten oberhalb von 7.607 Punkten würde die Position der Käufer zusätzlich stärken. Auf der Unterseite müssen die Käufer das Niveau von 7.518 Punkten verteidigen. Ein Bruch unter diese Marke würde den Index voraussichtlich zurück in den Bereich von 7.494 Punkten drücken und den Weg in Richtung 7.474 Punkte freimachen.