Gestern schlossen die Aktienindizes uneinheitlich. Der S&P 500 stieg um 0,41 %, der Nasdaq 100 gab um 0,09 % nach, und der Dow Jones Industrial Average legte um 1,73 % zu.
Der Technologiesektor hat seine Korrektur von den Rekordhöhen den dritten Tag in Folge ausgeweitet. Nasdaq-100-Futures liegen rund 0,9 % im Minus, und der MSCI-Asia-Index hat 1,4 % verloren. Den größten Rückschlag erlitt erneut der südkoreanische KOSPI, der in diesem Jahr am besten performende Index und ein wichtiger Indikator für KI-Investments, mit einem Minus von 4,7 %. Dies ist nicht mehr nur eine rein technische Korrektur, sondern spiegelt umfangreiche Kapitalabflüsse aus Positionen wider, die in Monaten rasanter Kursgewinne aufgebaut wurden.
Auslöser war Broadcom – die Aktie verzeichnete nach einer enttäuschenden Umsatzprognose für KI-Chips den größten Rückgang seit 16 Monaten. Die Erwartungen der Anleger waren zu hoch, und das Management signalisierte, dass die Umstellung auf Kunden aus dem KI-Bereich langsamer vorankommt als erwartet. Union Bancaire Privee bezeichnete die Bewegung gestern als vorhersehbar: Nach beispiellosen Kursgewinnen sei eine Konsolidierung überfällig gewesen, und das Verfehlen der Erwartungen bei Broadcom habe Gewinnmitnahmen einen willkommenen Anlass gegeben – die langfristige KI-Story bleibe jedoch intakt. Eine Korrektur nach einer etwa 70%igen Rallye des Philadelphia Semiconductor Index innerhalb von zwei Monaten ist ein normales Marktmuster und nicht zwangsläufig ein Trendwechsel.
Brent-Öl hat sich leicht auf rund 95,50 USD erholt und damit einen Teil der Verluste nach den Nachrichten über eine Waffenruhe zwischen Libanon und Israel wettgemacht. Gold gab auf 4.440 USD nach – die Unsicherheit rund um die Gespräche zwischen den USA und dem Iran belastet weiterhin. Mary Daly, Präsidentin der Federal Reserve Bank of San Francisco, sagte gestern, die Geldpolitik befinde sich in einer guten Ausgangslage, doch die Unsicherheit über den weiteren Verlauf sei zu groß, um eine klare Prognose abzugeben.
Das wichtigste Ereignis heute sind die Daten zu den US-Arbeitsmarktzahlen außerhalb der Landwirtschaft am Freitag. Der Konsens erwartet einen Zuwachs von +85.000 Stellen und eine Arbeitslosenquote von 4,3 %. Fällt der Wert deutlich stärker aus als erwartet, dürften die Märkte die Wahrscheinlichkeit weiterer Zinserhöhungen durch die Fed nach oben anpassen – was den Technologiesektor über den Zinskanal zusätzlich unter Druck setzen würde.
Technisch zeigt die Analyse des S&P 500, dass die unmittelbare Aufgabe der Käufer darin besteht, den Widerstandsbereich bei 7.547 $ zu überwinden. Gelingt dies, würde das Aufwärtsszenario bestätigt und der Weg in Richtung 7.574 $ freigemacht. Ein Halten oberhalb von 7.607 $ würde die Position der Käufer weiter stärken. Auf der Unterseite müssen die Käufer das Niveau von 7.518 $ verteidigen. Ein Durchbruch darunter würde den Index voraussichtlich zurück in den Bereich von 7.494 $ drücken und den Weg in Richtung 7.474 $ eröffnen.