Es ist offensichtlich, dass der US-Arbeitsmarktbericht für Mai niemanden gleichgültig ließ.
Die Präsidentin der Federal Reserve Bank of Cleveland, Beth Hammack, reagierte nahezu umgehend auf die Daten – und ihre Äußerung ist eine Warnung, die der Markt nicht ignorieren kann. „Setzt sich der Trend fort, könnte bald Handlungsbedarf bestehen“, schrieb sie nach der Veröffentlichung der Daten in den sozialen Medien.
Hammack ist in diesem Jahr stimmberechtigtes Mitglied des FOMC, und ihre Haltung ist konsequent. Sie bezeichnet die Arbeitslosenquote von 4,3 % als „in etwa im Einklang mit Vollbeschäftigung“, während der Beschäftigungszuwachs von 172.000 Stellen gegenüber einer Prognose von 85.000 bestätigt, dass sich der Arbeitsmarkt in einem ungefähren Gleichgewicht befindet. Bei einem solchen Arbeitsmarkt und einer Inflation von 3,8 % gemessen am PCE verliert das Argument für eine abwartende Haltung mit jedem neuen Bericht an Gewicht.
Bemerkenswert ist, dass die Beschäftigungsdaten für Mai das stärkste Beschäftigungswachstum über drei Monate seit mehr als zwei Jahren zeigen. Das Wachstum erstreckte sich über eine breite Palette von Sektoren – Freizeit und Gastgewerbe, Gesundheitswesen, gewerblicher Bau sowie verarbeitendes Gewerbe. Der Arbeitsmarkt wird nicht nur gestützt – er gewinnt nach einer Phase verhaltener Einstellungsaktivität im Jahr 2025 wieder an Dynamik, ein Trend, der den Inflationsdruck im Land weiter verstärken dürfte.
Vor diesem Hintergrund fügt sich Hammacks Position in den insgesamt restriktiven Trend innerhalb des FOMC ein, der sich in der vergangenen Woche deutlich abgezeichnet hat. Die Präsidentin der Dallas Fed, Logan, erklärte bereits vor der Veröffentlichung des Berichts, dass bis zum Jahresende eine Zinserhöhung nötig werden könnte. Der Präsident der New York Fed, Williams, nahm eine neutrale Haltung ein, schloss eine weitere Verschärfung jedoch nicht aus. Die Präsidentin der San Francisco Fed, Daly, sprach von Vorsicht und der Bereitschaft, „in jedem Fall“ zu reagieren.
Nun haben sich vor der Sitzung am 16.–17. Juni – der ersten unter dem Vorsitz des neuen Chair Kevin Warsh – die Spannungen weiter verschärft. Die Hauptfrage wird nicht die Entscheidung an sich sein, sondern die Formulierung im abschließenden Statement. Der Markt erwartet, dass die Fed auf eine Formulierung verzichtet, die einen Zinssenkungsschritt als nächstes Signal andeutet, und stattdessen die Tür für eine Zinserhöhung öffnet. Dieses Signal wird das Verhalten des Dollars in der näheren Zukunft bestimmen.
Was das aktuelle technische Bild von EUR/USD betrifft, müssen Käufer überlegen, wie sie sich die Marke von 1,1540 zurückerobern. Erst dann bietet sich die Möglichkeit, einen Test von 1,1560 ins Visier zu nehmen. Von dort aus könnte der Kurs bis 1,1580 steigen, was ohne Unterstützung durch die großen Marktteilnehmer allerdings recht schwierig sein dürfte. Das fernste Ziel wäre das Hoch bei 1,1600. Sollte das Währungspaar nur in den Bereich von etwa 1,1505 nachgeben, rechne ich mit entschlossenem Eingreifen großer Käufer. Bleibt dies aus, wäre es sinnvoll, auf ein neues Tief bei 1,1480 zu warten oder Long-Positionen ab 1,1445 zu eröffnen.
Was das aktuelle technische Bild von GBP/USD betrifft, müssen Pfund-Käufer zunächst den nächstgelegenen Widerstand bei 1,3345 zurückerobern. Nur dann lässt sich der Bereich um 1,3375 anvisieren, dessen Überwindung sich als recht schwierig erweisen dürfte. Das fernste Ziel wäre der Bereich um 1,3410. Fällt das Paar, werden die Bären versuchen, die Kontrolle über 1,3315 zu übernehmen. Gelingt ihnen das, würde ein Ausbruch aus der Handelsspanne die Position der Bullen deutlich schwächen und GBP/USD auf ein Tief von 1,3290 drücken, mit der Perspektive eines Rückgangs bis 1,3255.