Heute, am Montag, setzt Gold (XAU/USD) seine Bewegung im etablierten Abwärtstrend fort und versucht, sich in der Nähe der runden Marke von 4.300 US‑Dollar zu halten, was zugleich das niedrigste Niveau seit dem 23. März markiert. Die Eskalation des Konflikts im Persischen Golf stützt höhere Ölpreise, erhöht die Inflationsrisiken und verstärkt die Erwartungen hinsichtlich einer strafferen Geldpolitik der Zentralbanken. Vor diesem Hintergrund geht die Nachfrage nach dem nicht verzinslichen Edelmetall zurück. Ein weiteres Signal für den anhaltenden Abwärtsdruck war der Bruch unter eine wichtige technische Marke am Freitag – den 200‑Tage‑Simple Moving Average (SMA) –, was die Aussichten auf eine Fortsetzung der seit fast zwei Monaten anhaltenden Abwärtsdynamik verstärkt.
Die Reaktion der Märkte folgte prompt: Die Teilnehmer preisen nun mit einer Wahrscheinlichkeit von über 70 % eine weitere geldpolitische Straffung durch die Federal Reserve noch vor Jahresende ein. Dies stützt den US‑Dollar zusätzlich und weist auf anhaltenden Abwärtsdruck auf den Goldpreis hin. Am Montag werden in den Vereinigten Staaten keine wichtigen makroökonomischen Daten erwartet, sodass sich die Entwicklung des Dollars und des Währungspaars XAU/USD weitgehend an der geopolitischen Nachrichtenlage orientieren dürfte.
Mit Blick nach vorn richtet sich die Aufmerksamkeit der Anleger auf die US‑Inflationsdaten: den Verbraucherpreisindex (CPI) und den Erzeugerpreisindex (PPI), deren Veröffentlichung für Mittwoch beziehungsweise Donnerstag geplant ist. Darüber hinaus könnten die Zinsentscheidungen der Bank of Canada und die Sitzung der Europäischen Zentralbank die Volatilität an den Finanzmärkten zusätzlich erhöhen.
Aus technischer Sicht behält XAU/USD einen bärischen Bias bei und notiert weiterhin unterhalb des 200‑Tage‑SMA. Die nächstgelegene Unterstützung liegt bei 4.300, mit weiterer Unterstützung bei 4.260. Ein klarer Durchbruch unter dieses Niveau würde den Weg für tiefere Verluste ebnen.
Der Widerstand wird derzeit durch die 200‑Tage‑EMA, die runde Marke von 4.400 sowie den 200‑Tage‑SMA gebildet. Die Oszillatoren bleiben negativ, doch der Relative‑Strength‑Index nähert sich dem überverkauften Bereich, was auf eine mögliche kleinere technische Gegenbewegung hindeutet.