Bald wird nur noch Strategy Bitcoin besitzen ...

Bitcoin und Ethereum setzen ihre Talfahrt fort und zeigen bislang nicht einmal Anzeichen einer Gegenbewegung. In der vergangenen Woche hat Bitcoin 17 % seines Werts verloren, während Ethereum um 21 % gefallen ist. Man kann beliebig lange darüber diskutieren, warum der Kryptowährungsmarkt erneut einbricht, doch wir haben in den letzten drei Monaten kontinuierlich vor genau diesem Szenario gewarnt – und das sogar ohne Geopolitik, Inflation und die sich verändernde Haltung der Federal Reserve zu berücksichtigen.

Unterdessen hat Strategy, das Unternehmen, das einst von Michael Saylor geführt wurde und dessen Name untrennbar mit der Bitcoin-Ansammlungsstrategie des Unternehmens verbunden ist, eine neue Tranche an Coins erworben. Dieses Mal belief sich der Kauf auf 1.550 BTC und erfolgte eine Woche nach dem Verkauf von 32 BTC – dem ersten Fall in der Geschichte, in dem Strategy nicht gekauft, sondern verkauft hat. Wie wir sehen, können die neuen Käufe von Strategy den Kursrückgang von Bitcoin nicht verhindern, da institutionelle Investoren in den letzten Monaten eher zum Verkaufen als zum Kaufen tendieren. Das Unternehmen hält inzwischen über 800.000 Coins, was eine berechtigte Frage aufwirft: Was plant das Unternehmen langfristig mit diesen Beständen? Strategy möchte seine Bitcoins nicht verkaufen – wird es also unbegrenzt weiter zukaufen?

Uns interessiert jedoch die Dynamik von Bitcoin selbst mehr als die langfristigen Pläne von Strategy. Aufgrund der sich verschärfenden geopolitischen Lage im Nahen Osten lässt die Nachfrage nach Risikoanlagen weiter nach. Die Renditen von US-Staatsanleihen steigen, und die Federal Reserve könnte trotz des Amtsantritts von Kevin Warsh den Leitzins in diesem Jahr noch anheben. Wie bereits erwähnt, betrachten wir diese Faktoren nicht als Hauptursache für den Rückgang von Bitcoin in den letzten Wochen. Unbestreitbar ist jedoch, dass sie Anleger nicht gerade zu Käufen ermutigen. Saylor selbst ist der Ansicht, der AI-Boom sei für den Rückgang von Bitcoin verantwortlich. Die entscheidende Frage lautet: Wie lange wird das noch anhalten? Es gibt die Meinung, dass dem AI-Sektor ein Finanzcrash bevorsteht, da enorme Investitionen hineingeflossen sind, deren Rentabilität allerdings fraglich ist. Der US-Aktienmarkt ist extrem überhitzt, und viele Experten erwarten in naher Zukunft einen kräftigen Rückgang. Vor diesem Hintergrund sehen wir derzeit keine Grundlage für einen neuen „bullischen“ Trend bei Bitcoin.

Handelsempfehlungen für BTC/USD:

Bitcoin bildet weiterhin einen ausgeprägten Abwärtstrend aus – inklusive Korrekturen innerhalb dieses Trends. Wir rechnen nach wie vor mit einem Rückgang in Richtung 57.500 USD (dem 61,8%-Fibonacci-Niveau des dreijährigen Aufwärtstrends), und es gibt bislang keinerlei Anzeichen für den Beginn eines neuen Aufwärtstrends. Im Bereich von 68.000–70.700 USD hat sich ein neues „bärisches“ FVG-Muster gebildet; diese Zone fungiert in den kommenden Wochen als POI (Point of Interest) für Trader. Auf dem 4‑Stunden‑Chart können sich ebenfalls Muster ausbilden, doch ist die Bewegung derzeit so stark, dass wir empfehlen, hauptsächlich auf höheren Zeitebenen wie dem Tageschart zu handeln.

Handelsempfehlungen für ETH/USD:

Im Tageschart ist weiterhin ein Abwärtstrend zu erkennen, der im vergangenen August begonnen hat. Das zentrale Verkaufssignal war und ist der „bärische“ Order Block im Wochenchart. Wie bereits gewarnt, kann die durch dieses Signal ausgelöste Bewegung kräftig und lang anhaltend ausfallen. Wir halten sie noch nicht für abgeschlossen, da es weder bei Bitcoin noch bei Ethereum Anzeichen für ein Ende des Abwärtstrends gibt. In naher Zukunft kann Ethereum seine Abwärtsbewegung wieder aufnehmen und die Zielmarken bei 1.391 USD und 788 USD ansteuern. Mit einer Aufwärtskorrektur ist erst zu rechnen, wenn sich zumindest ein bullisches Muster oder ein anderes Signal für eine Trendwende nach oben bildet – mindestens im 4‑Stunden‑Chart. Unter den neuen POI für Short-Positionen heben wir das FVG im Bereich von 1.624–1.720 USD hervor.

Erläuterungen zu den Abbildungen:

CHOCH – Change of Character, d. h. Veränderung der Trendstruktur.

Liquidity – Stop-Loss- und Pending Orders, die Market Maker zur Akkumulation ihrer Positionen nutzen.

FVG – Bereich der Preisineffizienz. In solchen Zonen bewegt sich der Preis sehr schnell, was auf das völlige Fehlen einer Marktseite hinweist. In der Folge neigt der Preis dazu, in diese Bereiche zurückzukehren und dort im Sinne des Haupttrends zu reagieren.

IFVG – invertierter Bereich der Preisineffizienz. Nach der Rückkehr in einen solchen Bereich reagiert der Preis nicht mit einer Umkehr, sondern durchbricht ihn impulsiv und testet ihn anschließend von der Gegenseite.

OB – Order Block. Die Kerze, auf der der Market Maker eine Position eröffnet hat, um Liquidität für den Aufbau seiner Position in die entgegengesetzte Richtung zu sammeln.