XAU/USD Kursanalyse und Prognose: Zunehmende Spannungen zwischen den USA und Iran sowie Erwartungen einer Fed-Zinserhöhung begrenzen Kursgewinne bei Gold

Gold (XAU/USD) tut sich schwer damit, an seine moderate Erholung von den am Donnerstag zuvor verzeichneten Tiefstständen anzuknüpfen, die die niedrigsten Niveaus seit November 2025 markierten. Das Edelmetall notiert weiterhin in der Nähe der Marke von 4.100 US-Dollar vor dem Hintergrund eines gemischten fundamentalen Umfelds.

Der US-Dollar steht weiterhin unter Druck, nachdem schwächere Daten zum Kern-Verbraucherpreisindex (CPI) die Sorgen vor einer ausufernden Inflation gedämpft haben, was dem Edelmetall etwas Unterstützung bietet.

Gleichzeitig stützt die restriktive Rhetorik der Federal Reserve, zusammen mit den sich verschärfenden Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran, den Dollar und begrenzt das Aufwärtspotenzial von Gold.

Laut Daten, die am Mittwoch vom US-Arbeitsministerium veröffentlicht wurden, verlangsamte sich der Kern-VPI, der volatile Komponenten wie Nahrungsmittel und Energie ausklammert, im Mai auf 0,2 % nach 0,4 % im Vormonat. Auf Jahresbasis lag der Wert bei 2,9 % und entsprach damit den Markterwartungen. Unterdessen beschleunigte sich die Gesamtinflation der Verbraucher im Berichtszeitraum von 3,8 % im April auf 4,2 % gegenüber dem Vorjahr und erreichte damit den höchsten Stand seit drei Jahren, begünstigt durch einen Anstieg der Energiepreise um 23,5 %.

Zusätzlicher Druck ergibt sich aus geopolitischen Risiken, darunter die Möglichkeit einer weiteren Eskalation des Konflikts zwischen den Vereinigten Staaten und Iran sowie einer möglichen Schließung der Straße von Hormus, was die Ölpreise weiterhin stützt.

Iran kündigte die Blockade der Meerenge nach einer neuen Welle von US-Luftschlägen an, die von Präsident Donald Trump angeordnet wurden. Die militärische Führung des Landes erklärte, dass sie bereit sei, auf jegliche US‑Aktionen in der Region mit einer starken und entschlossenen Antwort zu reagieren. Diese Entwicklungen halfen den Ölpreisen, sich nach einem am Dienstag erreichten Zweimonatstief zu erholen, stärkten die Inflationserwartungen und festigten die Erwartungen einer strafferen Geldpolitik der wichtigsten Zentralbanken.

Marktteilnehmer preisen derzeit mit einer Wahrscheinlichkeit von 70 % eine Zinserhöhung der Federal Reserve in diesem Jahr ein. Vor diesem Hintergrund bleiben die Voraussetzungen für höhere Renditen von US‑Staatsanleihen bestehen, was den Dollar unterstützt und darauf hindeutet, dass der Abwärtsdruck auf Gold voraussichtlich überwiegen wird. Für bessere Handelschancen sollten Anleger die Veröffentlichung der Daten zum US Producer Price Index (PPI) abwarten, die mehr Klarheit über die nächsten Schritte der Fed in der Geldpolitik bieten könnten. Gleichzeitig könnten Entwicklungen im Nahen Osten die Marktvolatilität erhöhen, die Entwicklung des Dollars beeinflussen und zusätzliche Handelsmöglichkeiten am Goldmarkt schaffen.

Aus technischer Sicht verstärkt der jüngste Bruch unter die wichtige 200‑Tage‑Simple Moving Average (SMA) zusammen mit dem Rückgang auf ein neues Februartief den bärischen Ausblick für XAU/USD.

Die Oszillatoren verbleiben im negativen Bereich, während der Relative Strength Index (RSI) sich im überverkauften Bereich befindet. Dies deutet darauf hin, dass der Abwärtsmomentum nachlässt und sich eine technische Gegenbewegung entwickeln könnte. Ein unmittelbarer Widerstand befindet sich in der Nähe der Marke von 4.250 US‑Dollar. Der Weg des geringsten Widerstands bleibt jedoch abwärts gerichtet, und jede technische Erholung kann als Gelegenheit betrachtet werden, Short‑Positionen aufzubauen.