Die britische Währung ist etwas stärker gefallen, als ich erwartet hatte; dennoch bleibt die Wellenstruktur völlig intakt. Derzeit bildet sich ein abwärtsgerichtetes Wellenbündel aus, und logisch betrachtet sollten Euro und Pfund ihre abwärtsgerichteten Trendabschnitte ungefähr gleichzeitig vollenden. Höchstwahrscheinlich wird es auch so kommen – die einzige offene Frage ist der Zeitpunkt.
Meiner Einschätzung nach könnte dies sehr bald geschehen, da sich sowohl der Euro als auch das Pfund in der Nähe der Tiefs der Welle A in einer größeren Zeitebene befinden. Damit könnten die Wellen C jederzeit abgeschlossen werden, und die seit Ende Januar laufenden Abwärtssegmente des Trends wirken klar korrektiv. Folglich können die Wellen A und C in etwa gleich groß ausfallen. Diese Annahme lässt den Schluss zu, dass die Abwärtsdynamik nahezu ausgereizt ist.
In der vergangenen Woche hat die Federal Reserve den Dollar überraschend unterstützt. Obwohl die Ergebnisse der Fed-Sitzung nicht allzu „hawkish“ ausfielen, stieg die Nachfrage nach der US‑Währung deutlich an. Daher zweifle ich zum einen daran, dass dies allein auf das Handeln der Fed zurückzuführen ist, und zum anderen glaube ich, dass der Markt auch andere Faktoren eingepreist hat – etwa die berühmt-berüchtigte geopolitische Lage.
Am Freitag wurde bekannt, dass das Abkommen zwischen Iran und den USA unterzeichnet worden ist, doch die Verhandlungen über das Nuklearabkommen haben noch nicht begonnen. Zudem haben sich zwar Teheran und Washington widerwillig geeinigt, nicht aber Libanon und Israel. Daher greift Israel erneut den Libanon an, und Iran könnte dies als Verletzung des in dieser Woche mit Donald Trump geschlossenen Abkommens werten. Im Grunde lässt sich bereits sagen, dass die Verhandlungen ins Stocken geraten sind und die Bedingungen des Abkommens innerhalb weniger Tage verletzt wurden. Infolgedessen könnte die Nachfrage nach der US‑Währung vor dem Hintergrund wachsender Sorgen am Markt über eine Wiederaufnahme des Konflikts im Nahen Osten zugenommen haben.
In der kommenden Woche werden in Großbritannien lediglich die Berichte zur Geschäftstätigkeit veröffentlicht, und daher wird sich die Aufmerksamkeit des Marktes naturgemäß wieder stärker auf die Geopolitik richten. Sollte der Konflikt zwischen Iran und den USA erneut aufflammen, werden wir einen neuen Anstieg der Energiepreise, eine erneute Aufwertung des Dollars sehen, und jegliche Hoffnungen auf eine nachlassende Inflation bleiben reine Träumerei – man kann sie getrost begraben. Folglich könnte sich die Haltung der Fed noch stärker „hawkish“ ausprägen, und der Dollar würde weiter zulegen. Letztlich wird der Konflikt im Nahen Osten die US‑Währung direkt oder indirekt stützen.
Auf Basis der Analyse von EUR/USD komme ich zu dem Schluss, dass sich das Instrument weiterhin in einem aufwärtsgerichteten Trendabschnitt befindet (unteres Chart), während es kurzfristig einen abwärtsgerichteten Trendabschnitt durchläuft, der sich seinem Ende nähern könnte. Aus meiner Sicht ist dies ein durchaus geeigneter Zeitpunkt, um über den Aufbau von Long‑Positionen nachzudenken, allerdings könnte das Instrument im Rahmen der Welle C noch unter die 1,14 „Figur“ fallen. Trifft diese Annahme zu, wäre es sinnvoll, sich noch etwas zu gedulden. Ich gehe zudem davon aus, dass der Markt berücksichtigt, dass die Europäische Zentralbank strafft und dass der geopolitische Konflikt zwischen Iran und den USA möglicherweise bald beigelegt wird.
Wellenbild für GBP/USD:Die Wellenstruktur für GBP/USD ist klarer geworden. Derzeit hat das Instrument drei Wellen nach unten ausgebildet, während es bei EUR/USD bereits fünf sind. Folglich könnte sich das britische Pfund auf die Ausbildung einer Korrekturstruktur beschränken, und beide Währungspaare könnten mit dem Aufbau aufwärtsgerichteter Trendsegmente beginnen. Zum jetzigen Zeitpunkt ist dies noch eine Annahme, aber eine durchaus wahrscheinliche. Sollte sie sich bestätigen, dürfte das Instrument mit Zielen um die 1,35 „Figur“ und höher steigen. Für Marktteilnehmer bietet sich aktuell eine gute Gelegenheit zum Kauf.
Grundprinzipien meiner Analyse:Wellenstrukturen sollten einfach und klar sein. Komplexe Strukturen sind schwer handelbar und führen oft zu Anpassungen.Wenn keine Klarheit über die Vorgänge am Markt besteht, ist es besser, nicht einzusteigen.Eine 100%ige Sicherheit in Bezug auf die Marktrichtung gibt es nicht – und wird es nie geben. Vergessen Sie nicht, schützende Stop‑Loss‑Orders zu setzen.Wellenanalyse lässt sich mit anderen Analyseformen und Handelsstrategien kombinieren.