Nachdem sich die Lage im Nahen Osten stabilisiert hat, richten Händler ihre Aufmerksamkeit nun auf die Aussagen und Maßnahmen der US-Notenbank. Die gestrige Reaktion auf die Rede des Fed-Vertreters Austin Goolsbee ist ein direkter Beleg dafür.
Im Interview erklärte Goolsbee, dass er nach wie vor wegen der Inflation besorgt sei und bezweifle, dass alle Faktoren, die zu steigenden Preisen führen, nur vorübergehend seien. Dieses Ereignis markiert eine neue Phase in der Dynamik der Devisenmärkte, in der Vorsicht und die Reaktion auf Signale der Zentralbanken in den Vordergrund rücken. Tatsächlich wurden Goolsbees Äußerungen als Hinweis auf strengere Maßnahmen der Fed im Kampf gegen den Preisdruck gewertet. Die anschließende Aufwertung des Dollars ist eine logische, wenn auch nicht die einzige Folge.
Darüber hinaus könnten Goolsbees Aussagen eine Neubewertung der Markterwartungen hinsichtlich Tempo und Umfang künftiger Zinserhöhungen auslösen. War die Stimmung zuvor eher auf einen moderateren Zyklus der geldpolitischen Straffung ausgerichtet, könnten sich diese Einschätzungen nun deutlich verändern.
Die erste Tageshälfte verspricht ereignisreich zu werden: Konjunkturdaten aus der Eurozone könnten den Euro spürbar beeinflussen. Besonders im Fokus stehen die Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor sowie der zusammengesetzte PMI. Diese Indikatoren gelten als sensible Gradmesser der wirtschaftlichen Verfassung und helfen, aktuelle Trends in verschiedenen Sektoren einzuschätzen.
Die Erwartungen der Experten sind gemischt. Einerseits besteht die Hoffnung, dass der positive Schwung anhält, angetrieben durch die allmähliche Erholung der Weltwirtschaft im Zuge der Wiederöffnung der Straße von Hormus. Andererseits könnten anhaltende geopolitische Risiken, Probleme in den Lieferketten und eine hohe Inflation nach wie vor negativ auf die Produktionszahlen und die Aktivität im Dienstleistungssektor durchschlagen. Fallen die veröffentlichten Daten schlechter aus als prognostiziert, dürfte dies zu einer weiteren Schwächung des Euro führen.
Auch für das Pfund dürfte die erste Tageshälfte entscheidend werden. Erwartet wird die Veröffentlichung der PMI-Indizes für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor sowie des Composite PMI für Juni. Diese Kennzahlen dienen als Barometer für die britische Wirtschaft, da sie deren Dynamik und mögliche Risiken widerspiegeln. Historisch haben robuste PMI-Daten häufig als Katalysator für einen Anstieg des britischen Pfunds gewirkt, da sie auf eine gesunde Unternehmensaktivität und ein mögliches Anziehen des Wirtschaftswachstums hinweisen. Umgekehrt können schwächer als erwartete Werte zusätzlichen Druck auf die Währung ausüben – insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen Unsicherheiten in Bezug auf Inflationserwartungen und innenpolitische Themen im Vereinigten Königreich.
Zusätzlich zu den statistischen Daten wird der Markt die Rede von Martin Taylor, Mitglied des Monetary Policy Committee der Bank of England, genau verfolgen. Seine Kommentare könnten wertvolle Hinweise auf die weiteren Schritte der Zentralbank in Bezug auf Zinsen und Maßnahmen zur Inflationsbekämpfung liefern.
Wenn die Daten im Rahmen der Erwartungen der Ökonomen liegen, ist es besser, sich an der Mean-Reversion-Strategie zu orientieren. Fallen die Daten hingegen deutlich höher oder niedriger als die Prognosen der Ökonomen aus, eignet sich eher die Momentum-Strategie.
Momentum-Strategie (auf Ausbruch):Für das Währungspaar EUR/USD:Kauf bei einem Ausbruch über das Niveau von 1,1450, was zu einem Anstieg des Euro in den Bereich von 1,1485 und 1,1527 führen kann;Verkauf bei einem Ausbruch unter das Niveau von 1,1420, was zu einem Rückgang des Euro in den Bereich von 1,1385 und 1,1345 führen kann;Für das Währungspaar GBP/USD:Kauf bei einem Ausbruch über das Niveau von 1,3255, was zu einem Anstieg des Pfunds in den Bereich von 1,3270 und 1,3320 führen kann;Verkauf bei einem Ausbruch unter das Niveau von 1,3225, was zu einem Rückgang des Pfunds in den Bereich von 1,3186 und 1,3140 führen kann;Für das Währungspaar USD/JPY:Kauf bei einem Ausbruch über das Niveau von 161,85, was zu einem Anstieg des Dollars in den Bereich von 162,04 und 162,24 führen kann;Verkauf bei einem Ausbruch unter das Niveau von 161,56, was zu einem Rückgang des Dollars in den Bereich von 161,33 und 161,10 führen kann;Mean-Reversion-Strategie (auf Rücklauf):Für das Währungspaar USD/CAD:Nach Short-Positionen Ausschau halten, wenn ein Ausbruch über 1,4179 scheitert und der Kurs anschließend wieder unter dieses Niveau fällt;Nach Long-Positionen Ausschau halten, wenn ein Ausbruch über 1,4163 scheitert und der Kurs anschließend zu diesem Niveau zurückkehrt;