Das Pfund könnte weiter fallen

In der vergangenen Woche hat die Bank of England (BoE) wenig überraschend den Leitzins bei 3,75 % belassen; der Beschluss erfolgte mit deutlicher Mehrheit (7 zu 2). Diese abwartende Haltung wirkt trotz schwacher Nachfrage und inflationsbedingter Risiken zwar etwas fragil, ist aber vorerst ausgewogen.

Der wichtigste Einflussfaktor für die BoE bleiben die Entwicklungen auf den globalen Energiemärkten. Sollten sich die Ölpreise auf dem aktuellen Niveau stabilisieren, dürfte die Inflationsgefahr nachlassen, was es der BoE ermöglichen würde, den Zinssatz bis zum Jahresende unverändert zu lassen. Ein erneuter Anstieg der Ölpreise dürfte hingegen eine oder möglicherweise sogar zwei Zinserhöhungen auslösen. Fest steht, dass es derzeit keinerlei Gründe für eine Zinssenkung gibt.

Der kurz vor der Sitzung veröffentlichte Arbeitsmarktbericht zeichnete ein gemischtes Bild. Trotz einiger positiver Zahlen bleibt die Gesamtsituation schwach. Nachhaltiges Lohnwachstum ist nur im öffentlichen Sektor zu beobachten, während es im privaten Sektor auf unter 3 % im Jahresvergleich zurückgegangen ist. Dies ist ein erheblicher Fortschritt gegenüber 5,2 % vor einem Jahr und deutet auf einen Rückgang des Inflationsdrucks aus dem privaten Sektor hin.

Die wirtschaftlichen Aussichten bleiben trübe. Der Services-PMI-Index verlangsamte sich im Juni auf 48,7 Punkte, und der zusammengesetzte Index fiel noch weiter und rutschte mit 49,5 Punkten in den Kontraktionsbereich. Die Balance der Risiken weist weiterhin keine klare Richtung auf. Die BoE prognostiziert eine Inflation von über 3 % bis zum Jahresende, und eine Zinssenkung wird nicht in Betracht gezogen. Sollte die wirtschaftliche Aktivität jedoch weiter nachlassen, dürfte auch die Möglichkeit für eine Zinserhöhung schwinden. Derzeit erwarten die Märkte bis zum Jahresende einen Zinsanstieg um rund 30 Basispunkte. Bleiben die Ölpreise jedoch relativ stabil, dürften diese Erwartungen zurückgehen, was zusätzlichen Druck auf das Pfund ausüben würde.

Damit rückt die Situation im Straß von Hormus und die Umsetzung der Vereinbarungen zwischen den USA und Iran wieder in den Mittelpunkt. Das Vereinigte Königreich, als Nettoimporteur von Energierohstoffen, muss die weitere Entwicklung abwarten und seine Geldpolitik entsprechend anpassen.

Etwas Unterstützung für das Pfund könnte vom Rücktritt von Premierminister Starmer ausgehen. Tatsächlich reagierte das Pfund positiv auf dieses Ereignis und versuchte, einen Teil seiner Verluste wieder aufzuholen, verlor jedoch schnell wieder an Dynamik. Die wirtschaftliche Lage bleibt schwierig und hängt in hohem Maße von externen Faktoren ab.

Die Netto-Short-Position in GBP ist leicht auf 6 Mrd. £ angestiegen, und der errechnete Preis liegt weiterhin unter dem langfristigen Durchschnitt.

Eine Woche zuvor hatten wir einen Rückgang des Pfunds unter die Unterstützungszone von 1,3299/3305 prognostiziert, falls sich die fundamentalen Faktoren als ungünstig erweisen würden. Genau das ist eingetreten: Die Ergebnisse der Federal-Reserve-Sitzung fielen „hawkisher“ aus, als der Markt erwartet hatte, der Anstieg der Einzelhandelsumsätze im Mai verstärkte die Inflationsängste, und die Einkaufsmanagerindizes (PMI) fallen weiter. Infolgedessen fiel das Pfund auf das nächste Unterstützungsniveau bei 1,3158, und es ist wahrscheinlich, dass dies noch nicht das Ende der Bewegung ist. Der kurzfristige bullische Impuls für den US-Dollar ist noch nicht ausgeschöpft, und ein Rückgang zur nächsten Unterstützungszone um 1,3000/30 ist möglich. Für eine Aufwärtswende gibt es derzeit so gut wie keine Anhaltspunkte.